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„Wie erfinden wir eigentlich Neues?“

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Wie lassen sich Geschäftsmodelle für journalistische Inhalte entwickeln? Diese Frage stellt sich Patrick Stegemann in seinem Joballtag als Formatentwickler und Redakteur für multimediale Inhalte. Um weitere Antworten zu finden, bewarb er sich für das Digital Journalism Fellowship an der Hamburg Media School. Welche Antworten er gefunden hat, berichtet er hier.

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Patrick Stegemann

Patrick Stegemann ist einer von 20 Teilnehmern, der am Digital Journalism Fellowship (DJF) der Hamburg Media School teilnimmt. Er lebt und arbeitet als Formatentwickler und Redakteur für multimediale Inhalte in Berlin. Er ist Autor und Regisseur der Doku “Lösch Dich – So organisiert ist der Hate im Netz”. Zuvor war er mitverantwortlich für die Entwicklung des jungen feministischen Formats Auf Klo (funk). Er entwickelte außerdem für DLFNova die tägliche Radiokolumne Zeitmaschine, die er ein Jahr redaktionell leitete. Er arbeitet als freier Journalist und Formatentwickler für öffentlich-rechtliche Sender und Formate. Patrick Stegemann studierte im Osten (Erfurt), Nahen Osten (Beersheva, Haifa und Kairo) sowie Ost-Berlin (Humboldt-Universität) Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Peace & Conflict Studies sowie Hebräisch. Er befasst sich vor allem mit der digitalen Veränderung von Gesellschaft, Öffentlichkeit und Arbeit. 

Das Thema des letzten Seminars lautete “Entrepreneurial Journalism”. Welche Erfahrungen als Journalist hast du bereits unternehmerisch machen können?

Als freier Journalist und Formatentwickler bin ich ja so etwas wie ein kleines Ein-Mensch-Unternehmen. Die Methoden von Entrepreneurial Journalism habe ich aber tatsächlich schon in meiner Arbeit angewandt. Das Wichtigste daran ist für mich zu fragen: Was wollen denn meine Nutzer_innen eigentlich? Das klingt banal, aber ich glaube, dass die radikale Nutzer_innen-Zentrierung gemeinsam mit dem Willen, mit ihnen an einem Produkt zu arbeiten, die wichtigsten Lehren für uns Journalist_innen sind. Gute Ideen entstehen nämlich meistens nicht in Garagen, sondern in der Interaktion mit Menschen, die unsere Formen und Inhalte konsumieren.

Was hat dir an dem Seminar besonders gut gefallen?

Das Seminar war ein wirklich tiefer, vor allem auch internationaler Einblick. Wir haben uns viele Beispiele gelungener Innovationen im Journalismus angesehen. Aber auch sehr handwerklich gelernt, wie wir von einer vielleicht fixen Idee zu einer Idee kommen, die wir irgendwo vorstellen können. Alle Medienhäuser fragen sich ja gerade: Wie erfinden wir eigentlich Neues? Ich glaube, es ist total wichtig, das als Prozess und Handwerk zu verstehen. Neue journalistische Formen zu erfinden, ist keine Raketentechnik und basiert auch sehr selten auf der einen krassen Idee, die im Schlaf oder unter der Dusche mal eben so erscheint. Vielmehr ist Neues zu erschaffen eben ein Prozess, den wir steuern und strukturieren können. Das hat das Seminar exemplarisch und handwerklich sehr gut gezeigt.

Was müssen Journalist_innen deiner Ansicht nach künftig verinnerlichen, wenn sie erfolgreich arbeiten wollen?
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It’s the user, stupid. Um die geht’s doch am Ende: Die Menschen, die uns lesen, sehen, uns zuhören, uns ihre knapper werdende Aufmerksamkeit schenken. Wenn wir neue Formen finden wollen, müssen wir nicht nur an sie denken, sondern sie einbeziehen, schon und vor allem in der Entwicklung von neuen journalistischen Formen. Weil wir nur so verstehen, wie sie Medien konsumieren, was ihnen wichtig ist, was sie wollen. Der Witz ist ja, dass das eigentlich die Kardinaltugend von Journalist_innen ist: Rausgehen, mit Leuten reden, in fremde Lebenswelten eintauchen, Empathie entwickeln. Wenn wir dieses Handwerk gut anwenden, ist es auch genau das, was wir bei der Formatentwicklung anwenden können.

Der erste Durchgang des DJF nähert sich langsam dem Ende. Wie sähe eine erste Bilanz von dir aus? Was nimmst du aus dem Programm mit?

Wie schade eigentlich, dass das Ende schon so nah ist. Das Wichtigste, Inspirierendste, Lehrreichste, Krasseste sind die Kolleg_innen, mit denen ich hier ein Jahr zusammenarbeiten und denken durfte; eine Gruppe hoch engagierter, toller, kluger Kolleg_innen, die alle in ihrem Bereich richtig, richtig gute Sachen machen. Alle haben andere Herausforderungen und Arbeitsbereiche, das hat es so faszinierend gemacht, in Hamburg zusammen zu kommen.
Inhaltlich ist es in vielen Bereichen einfach ein toller Einstieg in sehr diverse Arbeitsgebiete: ein guter Start, von dem aus wir jetzt selbst weiter machen können.

Das Digital Journalism Fellowship (DJF) ist ein einjähriges Weiterbildungsprogramm für Journalistinnen und Journalisten der Hamburg Media School (HMS). Gefördert wird es von Facebook. Die Partnerschaft mit der HMS unterstreicht die Vision des Facebook Journalism Projects, in Organisationen und Programme zu investieren, die die Zukunft des Qualitätsjournalismus und einer informierten Gesellschaft stärken. Hier berichten die Fellows, was die Teilnahme am DJF für sie bedeutet und was sie aus dem Programm mitnehmen. Weitere News und Infos aus dem DJF gibt es hier.

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