Partner von:
Anzeige

“Das Magazin zu digitalisieren, wäre wie einer Rolex eine Batterie zu verpassen” – Warum “Beef!”-Chef Spielhagen im Jubiläumsjahr auf Print setzt

10 Jahre Beef!: Chefredakteur Jans Spielhagen
10 Jahre Beef!: Chefredakteur Jans Spielhagen

Das zu Gruner + Jahr gehörende Food-Magazin "Beef!" feiert sein zehnjähriges Bestehen. Chefredakteur Jan Spielhagen will die Medienmarke für Fleischgourmets um einen Podcast erweitern. Große Wachstumschancen sieht der Magazinmacher aber vor allem als Lizenzgeber für neue Food- und Non-Food-Produkte. An den Erfolg eines digitales "Beef!"-Ablegers glaubt er allerdings nicht.

Anzeige

Jan Spielhagen gibt sich selbstbewußt. Der Chefredakteur will das Food-Magazin “Beef!” nicht für die IVW öffnen, um für Werbetreibende die Entwicklung des Einzelverkaufs und die Abo-Zahlen transparenter zu machen – auch nicht zum 10. Jubiläum des Magazins. “Die IVW ist für ‘Beef!’ völlig irrelevant, weil der Titel noch nie über seine Reichweite vermarktet wurde. Unsere Werbekunden buchen ‘Beef!’ wegen seiner einzigartigen Zielgruppe. Die Marke muss nicht einmal erklärt werden, die meisten Marketingentscheider sind entweder selbst ‘Beef!’-Leser oder Freunde von Lesern oder Partnern von Lesern“, betont Spielhagen gegenüber MEEDIA. So bleibt es lediglich bei den vagen Angaben, die der Hamburger Verlag Gruner + Jahr seit einigen Jahren hierzu auf seiner Webseite veröffentlicht. Danach verkauft die Bertelsmann-Tochter von der Zeitschrift für die Freunde des edlen Fleischgenusses rund 60.000 Exemplare, davon 25.000 im Abo.

Digital? Nur dosiert!

Auch eine digitale Ausgabe des Foodsmagazins kommt für Spielhagen nicht infrage: “Das Magazin zu digitalisieren, wäre wie einer Rolex eine Batterie zu verpassen”, sagt er. So sei ‘”Beef!” als gedrucktes Heft das richtige Medium, um die Gourmets zu erreichen. Dennoch sei die Marke auch digital erlebbar, beispielsweise auf Facebook. Den Social-Media-Kanal bespielt die Redaktion allerdings nur, um sich hierüber überwiegend mit den Leser auszutauschen. Doch Spielhagen hat eine neue Plattformen im Visier: Audio. “Wir denken jetzt über einen Podcast nach, die Redaktion besteht aus Podcast-Fans. Dafür entwickeln wir gerade ein Konzept”, so der Zeitschriftenmacher, der bei G+J auch Herr über Food-Blätter wie “B-Eat”, “Chefkoch” und “Essen & Trinken” ist. Damit knüpft er an den boomenden Podcast-Trend im Mediengeschäft an, die Marken für die Leser hörbar zu machen.

Ausbau des Lizenzgeschäfts

Das große Geschäft wittert der “Beef!”-Macher aber vor allem außerhalb des klassischen Magazingeschäfts. “Wir sehen die Wachstumschancen vor allen in der weitergehenden Monetarisierung der Marke. Unser Ziel ist der weitere Ausbau von ‘Beef!’ zu einer führenden Premium-Lizenzmarke für Food- und Non-Food-Produkte“, nennt Spielhagen sein Ziel. So habe er mit G+J um das Magazin mittlerweile eine größere Markenwelt aufgebaut – darunter Grillzubehör, Küchengeräte und die ‘Beef!’-Adventskalenderkiste. Doch das ist nicht alles. Auch der Einstieg ins Gastrogeschäft ist eine wichtige Erlössäule. So eröffnete G+J 2018 mit dem Betreiber Marché International (Mövenpick-Gruppe) ein Restaurant mit 130 Sitzplätzen und großzügiger Terrasse in der Europaallee in Frankfurt.

Anzeige

Das Konzept ist einfach und klar: Star der Speisekarte ist das Steak. Live erleben hier Gäste mit, wie die diversen Fleischspezialitäten an einem großen Grill zubereitet werden. Doch auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten: So landen auf dem Rost auch diverse Gemüse-Kreationen. Das ist bei den Gästen offenbar gefragt. “Die ‘Beef! Grill & Bar’ in Frankfurt am Main läuft sehr gut und stößt auf positive Resonanz”, sagt der Chefredakteur. Ob jedoch ein weiteres Restaurant demnächst eröffnet wird, dazu hält sich Spielhagen bedeckt. Nur soviel: “Wir befinden uns in Gesprächen mit dem Betreiber Marché International, um die Partnerschaft auszubauen.”

10. Jubiläum für “Beef!”

Gestartet ist “Beef!” am 15. Oktober 2009 noch unter der Ägide des früheren G + J-Chefs Bernd Buchholz. Das Heft entstand damals aus dem hauseigenen Ideenwettbewerb Grüne Wiese. Hierfür hatten Redakteure und Mitarbeiter des von Spielhagen ehemals geleiteten und inzwischen eingestellten Titels “Healthy Living” das Siegerkonzept eingereicht. Mit “Beef!” und “Dogs” startete Buchholz damals eine neue Ära im Printhaus am Baumwall. Immer häufiger wagte der Manager, Zeitschriften mit kleineren Auflagen im hart umkämpften Magazinmarkt zu platzieren. Heute ist G+J in diesem Segment breiter aufgestellt – von “JWD” mit dem TV-Moderator Joko Winterscheidt oder Special-Interest-Titel wie “Walden”. In der Einführungsphase werden die Newcomer meist in einem größeren Erscheinungsintervall platziert, um die Marktakzeptanz zu testen. Das war auch bei der “Beef!” der Fall. Zunächst erschien das Gourmet-Magazin mit vier Ausgaben jährlich. Erst vier Jahr später erhöhte das Medienunternehmen die Frequenz auf sechs Ausgaben. Daran will Spielhagen nicht rütteln. “Sechs Magazine, zwei Sonderhefte und unsere Bücherreihe sind optimal für das Print-Portfolio von ‘Beef!'”, betont er.

Nun kommt am 5. September das Jubiläumsheft heraus: “Opulente Bilderstrecken mit vergoldeten Burgern, fliegenden Gewürzmischungen und in Gin eingelegten Gurken gehören genauso dazu wie spannende Rezepte und Reportagen. Der Ausgabe liegen zudem wieder das Travelbooklet, diesmal zu Paris, und vier Postkarten mit kernigen Sprüchen bei”, verrät der Beef!-Chef aus dem Inhalt. Als besondere Zugabe für Abonnenten der ersten Stunde verschenkt G+J ein Riesenposter mit der Hall of Fame der über 50 “Beef!”-Cover aus zehn Jahren. Begleitet wird das zehnjährige Bestehen durch eine Print-, Online- und Social Media-Kampagne in zielgruppenrelevanten Titeln und Kanälen. Das Bruttomediavolumen hierfür liegt bei rund 800.000 Euro. Auch die gesamte Belegschaft will G+J auf den runden Geburtstag aufmerksam machen. An die Fassade des Verlagsgebäudes am Baumwall sollen demnächst aufmerksamkeitsstarke Motive aufgehängt werden. Dazu passend der “Beef!”-Claim: “Männer kochen anders”.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Rolex Oysterquarz gabs ab Ende 70er bis 2001, die hat eine Batterie.
    Hauptsache einen Vergleich bringen ohne auch nur einen Funken Ahnung vom Thema zu haben. Das lernt man an der Axel-Springer-Journalistenschule wohl so.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia