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Einstieg in den 5G-Mobilfunkmarkt: Uplink will sich vom Betrieb des UKW-Netzes unabhängiger machen

Uplink-Gründer Michael Radomski
Uplink-Gründer Michael Radomski

Der Sendenetzbetreiber Uplink Network, an dem der "Focus"-Gründer Helmut Markwort beteiligt ist, will sich breiter aufstellen. Das Unternehmen plant, Industriekonzerne und Behörden beim Netzausbau mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G unter die Arme greifen. Davon erhofft sich Firmenchef Michael Radomski einen weiteren Wachstumsschub.

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Wenn NDR, WDR oder RBB täglich ihr UKW-Programm ausstrahlen, ist ein Mann mit seiner Firma immer dabei: Michael Radomski, Chef des Düsseldorfer Sendernetzbetreibers Uplink Network. Der ehemalige Drillisch-Manager ist Herr über ein Netz von 450 Antennen, die die UKW-Programme von mittlerweile rund 70 Sendern zu den Hörern bringt. Darunter sind neben diversen öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogrammen auch viele kleine Lokalradios aus Hagen, Leverkusen oder Schleswig-Holstein.

Rückendeckung von Markwort und Schwarz-Schilling

Geglückt ist dem früheren Drillisch-Manager der Einstieg in das bislang streng abgeschottete Marktsegment durch ein neues Telekommunikationsgesetz. Dies ermöglichte Radomski, die bisherige Monopolstellung der Freenet-Tochter Media Broadcast auszuhebeln. Rückendeckung hierfür erhielt der Geschäftsführer von zwei Uplink-Gesellschaftern: dem “Focus”-Gründer Helmut Markwort und dem früheren Postminister Christian Schwarz-Schilling.

Jetzt will sich der Radionetzbetreiber geschäftlich breiter aufstellen. So beabsichtigt Radomski, Industriekonzerne und Behörden beim Aufbau des neuen Mobilfunkstandard 5G unter die Arme zu greifen. Denn viele Großunternehmen beabsichtigen, sich mit eigenen Insellösungen unabhängig von den großen Mobilfunkanbietern zu machen. Sie können dabei auf eigens reservierte Frequenzen zurückgreifen, die nicht Teil der milliardenschweren 5G-Auktion waren. Denn diese will die Bundesnetzagentur nun auf Antrag interessierten Bewerbern zuteilen. “Wir wollen uns in Digitaler Funktechnik für Behörden oder Sicherheitsdienste engagieren, in der Datenübertragung und zukünftig auch bei 5G. Hier natürlich nicht als vollständiger Mobilfunkanbieter sondern als Experten für den Netzaufbau und den Betrieb lokaler Netze, die unabhängig von den vier Unternehmen, die die 5G Lizenzen erhalten haben, entstehen sollen”, erklärt der Uplink-Chef gegenüber MEEDIA.

UKW-Markt “fast vollständig verteilt”

Dass sich Uplink neue Geschäftsfelder sucht, ist verständlich. “Der Markt ist im Kerngeschäft UKW fast vollständig verteilt. Verwandte Bereiche wie DAB+ entwickeln sich nach wie vor langsam, beim Online-Streaming erfolgt die Übertragung weitgehend durch die großen Internetkonzerne”, betont Radomski. Dabei nutzt Radomski beim Aufbau des neue Unternehmenszweiges vorhandene Synergieeffekte. “Mobilfunk – ob öffentlich oder auch nicht-öffentlich – ist technisch gar nicht so weit weg von Rundfunk, viele Kompetenzen von Uplink sind direkt übertragbar“, meint der Geschäftsmann.

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Finanzieren will Radomski den weiteren Expansionskurs vor allem aus Bordmitteln und dem Kapital der Gesellschafter. “Am wichtigsten ist uns unsere Unabhängigkeit. Wagniskapital kommt in der Regel aus dem Gesellschafterkreis und das laufende Geschäft hilft uns ebenfalls, neue Investitionen zu tätigen”, betont der Uplink-Chef. Und fügt hinzu. “Wir finanzieren unser starkes Wachstum in der derzeitigen Niedrigzinsphase auch gerne über die klassischen Geschäftsbanken.”

Weitergehende Zukunftspläne

In das UKW-Sendenetz haben die Düsseldorfer inzwischen rund 20 Millionen Euro investiert. Bisher sind die meisten der rund 450 Antennen allerdings angemietet. Nun will Uplink verstärkt, eigene Antennen errichten und betrieben. “Aktuell bauen wir bundesweit noch ein bis zwei Dutzend eigene UKW-Antennen, darunter auch sehr große Systeme in 200 Meter Höhe”, betont der Spezialist. Zugleich besitzt das Unternehmen knapp 200 Satellitenempfangsschüsseln mit einer Größe von bis zu zwei Metern Durchmesser.

Doch Radomski hegt noch weitere Zukunftspläne. So plant er, ein bundesweites Datenfunknetz für die schmalbandige Abfrage von Sensoren aufzubauen. Darüber sollen Hausbesitzer Heizungsthermostate ablesen können. Doch das ist nicht alles. Auch Logistikunternehmen soll das Netz helfen, den Standort von Paletten und Paketen festzustellen. Dazu werden die Pakete mit GPS-Sender ausgestattet. Dadurch erhofft sich Radomski einen weiteren Umsatzschub. Im vergangenen Jahr hatte Uplink mit 35 Mitarbeitern rund 30 Millionen Euro umgesetzt.

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