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Umfrage von Plan International: Instagram & Co. fördern überalterte Rollenklischees

Soziale Netzwerke fördern „völlig überalterte Rollenbilder“: Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Plan International unter 1.000 jungen Frauen und Männern. 57 Prozent der Männer, die täglich soziale Medien nutzen, finden es nicht besonders schlimm, wenn Frauen weniger verdienen. Die Ergebnisse im Überblick

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„Je intensiver junge Menschen soziale Medien nutzen, desto stärker denken sie in stereotypen Rollenbildern“ – das ist die Kernbotschaft einer Umfrage der Kinderrechtsorganisation Plan International. Die hat 1.000 junge Frauen und Männer in Deutschland zwischen 14 bis 32 Jahren zu ihrem Nutzerverhalten bei Instagram, YouTube und Facebook sowie zu ihren Ansichten zu Rollenbildern und Gleichberechtigung befragt.

Laut Studie sagt ein Drittel der befragten Mädchen und Frauen sowie über die Hälfte der Jungen und Männer, die täglich soziale Netzwerke nutzen, dass es in Ordnung sei, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer. Bei den Befragte, die sozialen Medien nicht täglich nutzen, haben lediglich 17 Prozent der Frauen bzw. 29 Prozent der Männern dieser Aussage zugestimmt.

Bei der Rollenverteilung im Alltag ist eine ähnliche Tendenz zu erkennen: 57 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen meinen, dass Hausarbeit auch im Jahr 2019 Aufgabe des weiblichen Geschlechts sei. In der Vergleichsgruppe, die Instagram, YouTube und Co. nicht täglich nutzt, sind es bei den Frauen 31 und bei den Männern 47 Prozent.

Völlig überalterte Rollenbilder im Digitalen

„Ausgerechnet in den sozialen Medien, dem modernen digitalen Zuhause der Millennials und Centennials, begegnen wir völlig überalterten Rollenbildern“, kommentierte Maike Röttger die Ergebnisse. Die Geschäftsführerin von Plan International Deutschland fügte hinzu: „Das ist beunruhigend, denn Gleichberechtigung ist die wichtigste Voraussetzung dafür, um Armut nachhaltig zu bekämpfen. Diesem UN-Nachhaltigkeitsziel hat sich die Weltgemeinschaft, und damit auch Deutschland, verpflichtet. Doch nach wie vor ist in keinem Land der Welt echte Gleichberechtigung erreicht, auch bei uns nicht.“

Weitere Ergebnisse der Umfrage: Während sich junge Frauen meist in typisch weiblich geltenden Themenfeldern wie Mode, Beauty, Ernährung und Deko bewegten, zeigten sich Jungen und Männer eher in typisch männlichen Bereichen wie Politik, Gesellschaft und Spiele. Zudem seien bei „Heavy User“ klassische Schönheitsideale höher im Kurs. Demnach sollen Frauen vor allem schlank und hübsch sein, Männer besonders muskulös und gut gebaut.

Influencerin Hannah Müller-Hillebrand, die bei der Vorstellung der Ergebnisse in Hamburg dabei war, sagte zu den ernüchternden Erkenntnissen: „Die sozialen Medien geben uns die Chance, Veränderungen in der Gesellschaft anzustoßen und darauf einzuwirken, wie junge Menschen denken. Durch die Art wie wir posten und die Inhalte, die wir transportieren, können wir helfen, dass alte Rollenbilder aufgebrochen werden und junge Menschen über das Thema Gleichberechtigung sprechen.“

tb

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