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Handelsblatt Media Group: neue Kommunikation im September, Fokus auf mobil und digital

Oliver Voigt (l.) und Gerrit Schumann bilden die Doppelspitze bei der Handelsblatt Media Group
Oliver Voigt (l.) und Gerrit Schumann bilden die Doppelspitze bei der Handelsblatt Media Group

Die Handelsblatt Media Group (HMG) plant, ihre Kommunikation neu aufzustellen. Dies will der Düsseldorfer Verlag für Wirtschaftsmedien im September bekanntgeben. Der Grund: die langjährige HMG-Sprecherin, Kerstin Jaumann, hat das Unternehmen verlassen. Gleichzeitig will das Geschäftsführer-Duo Oliver Voigt und Gerrit Schumann, Akzente setzen.

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Mehr als siebeneinhalb Jahre war Kerstin Jaumann für die Handelsblatt Media Group als Unternehmenssprecherin tätig. Nun hat sie die Düsseldorfer Verlagsgruppe verlassen. Sie ist zum 1. August als Sprecherin zur Versicherungsgruppe Ergo gewechselt. Dies bestätigt Jaumann gegenüber MEEDIA. Zu den Gründen ihres Ausscheidens macht sie keine Angaben. Wie MEEDIA aus Unternehmenskreisen der HMG erfuhr, soll die Kommunikation der Verlagsgruppe künftig erneut von einer Frau geführt werden. Die HMG hält sich hierzu auf Anfrage bedeckt. Sie betont lediglich, dass am 1. September die Nachfolge Jaumanns bekanntgegeben wird.

Neue Geschäftsführung

Der Wechsel in der Kommunikation fällt zusammen mit dem personellen Umbau in der HMG-Geschäftsführung. So hatte Verleger Dieter von Holtzbrinck den ehemaligen Gruner + Jahr-Manager Oliver Voigt im April in die Geschäftsführung berufen. Seither führen Voigt und Gerrit Schumann den Düsseldorfer Verlag für Wirtschaftsmedien als Doppelspitze. Auslöser hierfür war der Rückzug von HMG-Geschäftsführer Frank Dopheide. Er war im Juli überraschend als Geschäftsführer ausgeschieden, verlässt die Handelsblatt-Gruppe aber offiziell erst zum Jahresende. Den ehemaligen Manager der Werbeagentur Grey hatte der mit viel Wirbel geschasste HMG-Geschäftsführer Gabor Steingart vor Jahren geholt. Doch nach dem spektakulären Rauswurf von Steingart hatte Dopheide zunehmend einen schweren Stand im Unternehmen. So war er laut Medienberichten zuletzt angeblich mit dem HMG-Aufsichtsrat aneinandergeraten. Nun bricht Dopheide zu neuen Ufern auf und sich ab 2020 unternehmerisch zu betätigen.

Mit der Neubesetzung der Kommunikation dürfte das HMG-Führungs-Duo wohl auch neue Akzente setzen, um vor allem die publizistischen Flaggschiffe “Handelsblatt” und “WirtschaftsWoche” stärker in die mediale Öffentlichkeit zu rücken. Dabei steht die Öffentlichkeitsarbeit vor großen Herausforderungen. Denn die Auflage des “Handelsblatts” war zuletzt rückläufig. Zwar stieg die verkaufte Auflage im 2. Quartal 2019 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent, allerdings nur, weil die Düsseldorfer die Zahl der sonstigen Verkäufe um mehr als 62 Prozent anhoben. Der Einzelverkauf brach dagegen im Berichtszeitraum um mehr als 22 Prozent ein, die Zahl der Abos ging um 1,56 Prozent zurück. Auch bei der “WirtschaftsWoche” schrumpften der Einzelverkauf und die Abo-Zahlen in diesem Zeitraum deutlich.

Fokus auf mobile, digitale Inhalte
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Nun sollen Voigt und Schumann gegensteuern. Dabei haben sie sich viel vorgenommen. Sie planen dem Vernehmen nach, dass die Redaktionen von “Handelsblatt” und “WirtschaftsWoche” ihren Fokus stärker auf mobile, digitale Inhalte lenken. Zudem sollen die Wirtschaftsblätter verstärkt zielgruppenspezifische Produkte wie Entscheider-Briefings, Podcasts und Themen-Portale entwickeln. Darüber hinaus beabsichtigen die Düsseldorfer, wie es heißt, für alle digitalen Produkte Personalisierungsfunktionen für Themenwelten einzuführen, “um die Nutzungsmöglichkeiten für Leserinnen und Leser weiter zu verbessern.”

Unterdessen läuft beim “Handelsblatt” redaktionsintern das Projekt „Apollo 27“. Chefredakteur Sven Afhüppe will hierdurch die Arbeitsweise der Journalisten an das neue Medienzeitalter anpassen. So sollen die Redakteure ihre Artikel so aufbereiten, dass zunächst die digitale Produktion klar im Vordergrund steht.

Kommunikationsbedarf gibt es auch bei der Vermarktungseinheit der HMG, der iq media. Gerade hat die Looping Group, die von dem ehemaligen “stern”-Chefredakteur Dominik Wichmann redaktionell geleitet wird, der iq den Rücken gekehrt und stattdessen EV Media damit beauftragt, die Kundenmagazine des Stuttgarter Autoherstellers Mercedes zu vermarkten. Als Grund hierfür nennt die Content-Agentur den Umbau der iq media marketing GmbH (IGM). Von iq-Seite heißt es dazu: “Die Looping Studios und iq media haben einvernehmlich ihre Zusammenarbeit beendet. Im Rahmen der Neuorganisation wird die iq media sich explizit auf Media – und damit auf das Agenturgeschäft – und als Portfoliovermarkter auf die Vermarktung von Leitmedien wie ‘Die Zeit’, ‘Handelsblatt’, ‘WirtschaftsWoche’, ‘ada’ und ‘Tagesspiegel’ fokussieren.”

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