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Halbjahresbilanz des Werberats: Muttertags-Spot von Edeka sorgte für fast die Hälfte aller Beschwerden

Der umstrittene Muttertags-Spot von Edeka
Der umstrittene Muttertags-Spot von Edeka © Screenshot: Youtube/Edeka

Allein 750 Beschwerden gehen auf das Konto des in den sozialen Netzwerken heftig kritisierten Edeka Muttertags-Spots, wie die Halbjahresbilanz des deutschen Werberats zeigt. Insgesamt erhielt das Gremium zwischen Januar und Juni über 1.500 Beschwerden. Die meisten Unternehmen zeigten sich dabei kooperationswillig.

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1.524 Beschwerden erreichten den deutschen Werberat im ersten Halbjahr 2019. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (642), vermeldet das Gremium. Allein drei Werbemaßnahmen seien für mehr als die Hälfte aller Beschwerden verantwortlich. Einen Löwenanteil daran dürfte der umstrittene und vom Werberat öffentlich gerügte Werbespot von Edeka zum diesjährigen Muttertag haben. Insgesamt gingen laut Werberat allein dazu über 750 Beschwerden aus der Bevölkerung ein und damit mehr als im ersten Halbjahr 2018 insgesamt (MEEDIA berichtete).

Nach Ansicht der Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft diskriminiere der Clip sowohl Männer als auch Frauen. Daran ändere auch die bewusste ironische Überzeichnung nichts, hieß es in der Begründung. Der kurz darauf veröffentlichte Vatertags-Spot löste zwar auch einige Beschwerden aus, längst aber nicht so viele wie beim Muttertags-Video. Der Werberat hatte daran auch nichts zu bemängeln.

“Übergroße Mehrheit der Unternehmen in Deutschland hält sich an Vorgaben”

Von insgesamt 357 geprüften Werbemaßnahmen waren laut Bilanz 171 nicht zu beanstanden, in 119 Fällen musste das Gremium an zuständige Stellen weiterleiten oder die Beschwerdeführer wegen fehlender Zuständigkeit des Rates auffordern, ihre Rechte selbst wahrzunehmen. Diese Beschwerden richteten sich beispielsweise gegen mögliche Rechtsverstöße. Bei den übrig gebliebenen 67 Fällen erklärten sich 93 Prozent der Unternehmen freiwillig bereit, die beanstandete Werbung einzustellen oder zu ändern.

Neben der öffentlichen Rüge gegen Edeka musste der Werberat wegen fehlender Einsicht, wie er mitteilt, vier weitere verteilen. Bereits Mitte Mai hatte die Einrichtung mitgeteilt, dass drei Firmen wegen sexistischer Anzeigen öffentlich gerügt werden. Eine vierte Rüge erhielt das Hofbräuhaus Traunstein, das gegen die Verhaltensregeln für verantwortungsvolle Alkoholwerbung verstoßen haben soll (MEEDIA berichtete).

“Auch wenn sich einige wenige Firmen darin gefallen, Grenzen zu überschreiten: Die übergroße Mehrheit der rund 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland hält sich an die Vorgaben des Werberats bzw. stoppt oder ändert ihre Werbung, wenn die Werbebranche selbst sie dazu aufgefordert hat”, sagte Julia Busse, Geschäftsführerin des Deutschen Werberats.

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Beschwerden bei Internet-Werbung steigt um 40 Prozent

Wirft man einen Blick in die Beschwerdegründe fällt auf, dass es sowohl in der Rubrik “Ethik und Moral” (von 31 auf 39 Fälle) als auch bei “Diskriminierung von Personengruppen” (von 15 auf 21) leichte Anstiege gab. So nennt der Werberat die kritisierte, aber letztlich nicht sanktionierte Werbung einer Partnervermittlung als Beispiel, weil sie Menschen ohne sichtbaren Migrationshintergrund zeigte. Dies sei aus Sicht der Beschwerdeführer diskriminierend, da die Botschaft transportiert werde, dass nur Menschen ohne Migrationshintergrund den optischen Idealen einer Partnersuche entsprechen würden. Aus Sicht des Werberats spiegeln sich – ähnlich wie beim häufigsten Beschwerdegrund “Geschlechterdiskriminierende Werbung” – dabei die “teils sehr unterschiedlichen Ansichten in der Bevölkerung zu gesellschaftspolitischen Diskussionen wider”.

Einen Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurde bei Inhalten von Internet-Werbung festgestellt. In den ersten sechs Monaten kamen dazu 66 Fälle und damit 19 mehr als 2018 zusammen. Die Beschwerden verteilen sich dabei auf verschiedene Formen der Digitalwerbung wie Unternehmensseiten, Firmenkanäle auf sozialen Plattformen, Display- und Videowerbung in fremden Online-Diensten sowie mobile Werbung. In der Statistik der Werbemittel folgen Plakatwerbung (40) sowie Anzeigen und Fernsehspots (je 33) auf die digitale Werbung.

tb

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Alle Kommentare

  1. Ist doch eh egal….alles Nazis und Reaktionäre.
    Lang lebe der bunte, vielfältige Totalitarismus

  2. Es ist schon erschreckend wie wir uns selbst einschränken ( und auch den Druck auf alle Andersdenkenden erhöhen ), nur um politisch korrekt zu sein.
    Schöne neue Welt. Das nimmt schon Ausmaße an die an Totalitarismus erinnern. Haben wir nicht mehr soviel Eigenverantwortung, dass wir uns ständig von irgendwelchen “Räten” oder Gremien erzählen lassen müssen was richtig ist ?

    1. Hallo Herr “Nazi”,
      ob es dem untertänigen Linksradikalinski jetzt besser geht nach der sinnfreien Beschimpfung???

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