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Axel Springer vor KKR-Einstieg: Umsatz und operativer Gewinn gehen leicht zurück, Stellenanzeigen schwächeln

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Kurz vor dem Einstieg des US-Investors KKR legt die Axel Springer SE bei Umsatz und Gewinn den Rückwärtsgang ein. Ein Wachstum lässt sich bei den meisten Kennzahlen nur noch organisch errechnen. Grund für die Entwicklung ist die Konjunktur, Schwächen beim Geschäft mit Stellenanzeigen und auch die neue Digitalsteuer in Frankreich.

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Konzernweit erwirtschaftete Axel Springer im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatz von 1,53 Mrd. Euro und lag damit 1,9 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Schuld seien Konsolidierungseffekte wegen des Verkaufs vom Onlineportal Aufeminin im vergangenen Jahr und der @Leisure-Gruppe im Juni 2019. Bereinigt um Sondereffekte legte der Umsatz um 1 Prozent zu. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinne (EBITDA) lag im ersten Halbjahr mit 344,8 Mio. Euro um 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert (354,5 Mio.). Organisch legte das bereinigte EBITDA um 1,7 Prozent zu. Das gesunkene EBITDA resultiere aus erhöhten Abschreibungen, teilte der Konzern mit.

Vor allem das Geschäft mit digitalen Stellenanzeigen habe sich im ersten Halbjahr schwächer als erwartet entwickelt. Hierzu sollte man im Hinterkopf haben, dass Google Jobs im Mai in Deutschland an den Start ging und vom Fleck weg die Marktführerschaft übernahm.

“Langfristiges Wachstum”

Die Erlöse der digitalen Medien legten organisch um 7,7 Prozent zu und bauten ihren Anteil am Konzernumsatz von 69,6 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 73,8 Prozent deutlich aus. Angesichts der Zahlen betonte CEO Mathias Döpfner den Fokus auf “langfristiges Wachstum” zu legen. Die strategische Partnerschaft mit KKR solle hier “zusätzliche Freiräume” schaffen. Die aktuellen Zahlen können freilich auch als Hinweis gesehen werden, wie schwer sich Springer künftig ohne die zusätzliche Finanzkraft von KKR tun würde.

Für 2019 rechnet Axel Springer nun mit einem Rückgang der Umsatzerlöse im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Zuvor war ein Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet worden. Für das bereinigte EBITDA erwartet das Unternehmen statt eines Wertes auf Vorjahresniveau einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Der Konzernüberschuss sackte im ersten Halbjahr gar um 8,9 Prozent auf 154,2 Mio. Euro ab. Grund seien Abschreibungen und Kosten, die in Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von KKR an Springer-Aktionäre stehen. KKR will Springer nach erfolgtem EInstieg von der Börse nehmen und unterbreitete Aktionären darum ein Angebot von 63 Euro je Aktie.

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Die Erlöse bei Classifieds Media stiegen trotz der Probleme bei Stellenanzeigen um 4,8 Prozent auf 613,6 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA der Classifieds Media verbesserte sich um 4,5 Prozent auf 233,4 Mio. Euro.

“Welt” erstmals mit über 100.000 Digital-Abos

Im Segment News Media gingen die Werbeerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 10,6 Prozent zurück, unter anderem, weil die gratis verteilte “Bild für Alle”, die im ersten Halbjahr 2018 einen starken Beitrag bei den Werbeerlösen geleistet hatte, nun fehlte. Der digitale Anteil am Segmentumsatz legte von 36,3 Prozent auf 42,4 Prozent zu. Die “Welt” übertraf im April erstmals die Schwelle von 100.000 digitalen Abonnenten. “Bild” und “Welt” kamen im zweiten Quartal zusammen auf nahezu 540.000 zahlende digitale Abonnenten.

Positiv entwickelten sich auch “Upday”, das im ersten Halbjahr durchgängig profitabel war, und eMarketer in den USA. Der Segmentumsatz ging durch Rückgänge im Printgeschäft sowie durch Konsolidierungseffekte allerdings um 6,3 Prozent auf 685,9 Mio. Euro zurück. Das bereinigte Segment-EBITDA bei News Media blieb mit 99,8 Mio. um 12,0 Prozent unter dem Vorjahreswert.

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Alle Kommentare

  1. Vor einer Woche: “Denn die Investoren haben viel vor. Sie wollen Axel Springer zum Weltmarktführer im digitalen Rubrikengeschäft und digitalen Journalismus machen.”
    (https://meedia.de/2019/08/05/kkr-glueckt-der-mega-deal-was-der-us-finanzinvestor-jetzt-mit-axel-springer-vorhat/)

    Wenn jetzt, nur ein paar Tage später, die tatsächlichen Zahlen herausgerückt werden, fällt schon arg auf, was für ein Fantasiegebrabbel im Umfeld der großen Finanztransaktionen emittiert wurde. Ist nicht wirklich überraschend, aber wir müssen uns wohl noch stärker vor Augen halten, dass in diesen Kreisen einfach irgendwas erzählt wird, wenn es darum geht, den eigenen Vorteil durchzusetzen.

    “‘Trau, schau, wem?’ sind die Schlussworte der Fabel Der Löwe und die Ziege von Äsop: Der Löwe preist das gute Gras neben sich an, doch die Abstand haltende Ziege durchschaut seine Absicht, sie zu fressen.” (Wikipedia)

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