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Verband Deutscher Lesezirkel: Präsident Axel Walkenhorst plant Strukturreform in 2020

Der Chef des Verbands Deutsche Leserzirkel: Axel Walkenhorst
Der Chef des Verbands Deutsche Leserzirkel: Axel Walkenhorst

Nach dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) plant jetzt auch der Verband Deutscher Lesezirkel (VDL), sich neu auszurichten. Verbandsschef Axel Walkenhorst will die Lobbyvereinigung im nächsten Jahr reformieren. Hintergrund ist, dass durch den wachsenden Konzentrationsprozess in der Branche die Zahl der zahlenden Mitgliedsunternehmen schrumpft.

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Mal den “Spiegel”, mal “Focus” oder die “Für Sie” – in Krankenhäusern, Arztpraxen oder beim Friseur verkürzen sich die Besucher beim Lesen von Zeitschriften gern ihre Wartezeit. Umhüllt sind die Magazine meist mit grauen oder blauen Schutzumschlägen. Denn bei den Zeitschriften handelt es sich um sogenannte Lesemappen, die die Unternehmen von Lesezirkel-Betrieben gegen Gebühr mieten können. Dies spart den Abnehmern Kosten. Zudem sind die Lesezirkel-Exemplare für die Printhäuser ein wichtiger Vertriebsweg. Sie können hierüber remissionsfrei gedruckte Exemplare in größerem Volumina loswerden.

Lesezirkel-Branche vor Umbruch

Doch die Branche der Leserzirkel-Unternehmen steht vor einem Umbruch. Immer mehr Firmen schließen sich zusammen oder geben auf, weil den meist in Familienhand befindlichen Betrieben geeignete Nachfolger fehlen. Die Konsolidierungswelle ebbt nicht ab. “Der bereits langfristig stattfindende Konzentrationsprozess im Lesezirkel hat auch 2018 angehalten und wird sich nach unserer Einschätzung 2019 fortsetzen“, erklärt VDL-Geschäftsführer Klaus Hemmerling gegenüber MEEDIA. Das Problem bekommt auch der Verband direkt zu spüren, der 1908 in Leipzig gegründet wurde. Er verliert zunehmend zahlende Mitglieder. Zählte der Verband 2016 noch 72 Mitglieder, sind es derzeit nur noch “rund 60”, so Hemmerling.

Die heute von Düsseldorf aus agierende Interessengemeinschaft zieht unter dem neuen Verbandspräsidenten Axel Walkenhorst deshalb Konsequenzen und will sich neu aufstellen. “Im kommenden Jahr ist eine Reform der Verbandsstrukturen geplant. Personaleinschnitte sind dabei nicht vorgesehen”, kündigt der VDL-Geschäftsführer gegenüber MEEDIA an. Nähere Einzelheiten hierzu nennt er nicht. Bei der Öffentlichkeitsarbeit machen sich aber bereits erste Veränderungen bemerkbar. Jahrelang hatte der Verband den Branchenumsatz seiner Mitgliedsunternehmen ermittelt, um die Entwicklung in einer Pressekonferenz bekannt zu geben. Diese jährliche Erhebung hat der Verband inzwischen eingestellt. “Der Branchenumsatz wurde für das Geschäftsjahr 2018 nicht vom Verband erhoben. Hintergrund ist eine Umstellung der Pressearbeit”, so der VDL-Geschäftsführer.

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“Stabile Entwicklung”

“Schätzungen des Umsatzes deuten auf eine stabile Entwicklung hin, die sich nach unseren Erwartungen auch 2019 fortsetzen wird”, so Hemmerling. Zuletzt hatte der Verband den Umsatz der Betriebe für 2017 mit rund 164,5 Millionen Euro beziffert. Das war ein Minus gegenüber dem Vorjahr von 1,3 Prozent. In den Jahren zuvor hatte die Branche hingegen deutlich größere Umsatzrückgänge gemeldet: 2015 betrug das Minus neun Prozent, 2016 knapp vier Prozent.

Der VDL ist mit seiner Strukturreform in der Medienbranche kein Einzelfall. Auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) will sich schlanker aufstellen. So sollen die Landesverbände mit dem Bundesverband verschmolzen werden. Dazu könnten noch im November – kurz vor der Publisher Night – die notwendigen Beschlüsse gefasst werden, wie MEEDIA aus Branchenkreisen erfuhr. Eine VDZ-Sprecherin hierzu: “Die Landes- und Fachverbände sind Träger des VDZ und repräsentativ in der Delegiertenversammlung vertreten. Auf Basis der Empfehlung der Delegiertenversammlung vom 19. Juni werden sie den Reformprozess weiter konkretisieren, die entsprechenden Vorschläge den jeweiligen Mitgliedsverlagen vorstellen und die notwendigen Beschlüsse fassen. Die Ergebnisse werden in der nächsten regulären Delegiertenversammlung am 3. November 2019 in Berlin besprochen werden.”

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