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P7S1-Zahlen: Der TV-Konzern müht sich, vom schwächelnden Werbegeschäft unabhängiger zu werden

ProSiebenSat.1-CEO Max Conze
ProSiebenSat.1-CEO Max Conze © ProSiebenSat.1 Media SE/ Montage: MEEDIA

Die schlechte Nachricht für ProSiebenSat.1 ist, dass das Kerngeschäft mit TV-Werbung mittlerweile recht deutlich rückläufig ist. Die Erlöse mit klassischen Spots lagen im zweiten Quartal drei Prozent unter Vorjahr. Investitionen, vor allem in die Streaming-Plattform Joyn, drückten zudem auf den Gewinn. Es gibt aber auch Lichtblicke.

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So war der Start von Joyn im zweiten Quartal durchaus gelungen. P7S1 legte in dem Joint Venture mit Discovery eine technisch saubere App vor und glänzte zum Start mit der dritten Staffel der Renommier-Serie “Jerks”. Die Comedy-Reihe von und mit Christian Ulmen ist qualitativ ein Solitär im P7S1-Reich. Joyn habe mittlerweile 3,8 Mio. monatliche Nutzer, dies seien viermal so viele wie bei der Vorgänger-App 7TV. Praktischerweise hat der Konzern 7TV einfach in Joyn umgewandelt, so dass man die bestehenden Installationen von 7TV vom Start weg als Nutzerbasis hatte.

Trotzdem ist das ein schöner Erfolg, der freilich auch mit massivem Marketing-Aufwand erkauft wurde. Der wirkliche Test für Joyn kommt erst im Winter-Halbjahr, wenn die kostenpflichtige Premium-Version der App starten soll. Die Investitionen in Joyn drückten aber jetzt schon auf den Gewinn. Das adjusted EBITDA der Gruppe ging im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 213 Mio. Euro (Vorjahr: 259 Mio Euro) zurück. Das adjusted net income (bereinigter Konzernüberschuss) ging im zweiten Quartal um 38 Prozent auf 85 Mio Euro zurück (Vorjahr: 136 Mio Euro). Die Gewinnrückgänge waren in dieser Größenordnung in etwa erwartet worden.

TV-Werbung schwächelt

Was wirklich Sorge bereitet und auch Antel am Gewinn-Rückgang hat, ist der mittlerweile deutlich spürbare Rückgang beim Brot-und-Butter-Business mit der TV-Werbung. Die Erlöse mit klassischen Spots gingen im Quartal um drei Prozent runter. Das neue Geschäft mit digitaler und “smarter” Werbung (etwa Addressable TV) stieg dagegen um 26 Prozent und dämpfte den Erlös-Rückgang der Werbesparte insgesamt etwas. Die gesamten Werbeerlöse im Entertainment-Segment lagen somit “nur” zwei Prozent unter dem Vorjahr

Die Gesamt-Umsätze konnten freilich um vier Prozent auf 947 Mio Euro (Vorjahr: 912 Mio Euro) gesteigert werden. Wachstumstreiber waren hier das Produktionsgeschäft der Tochter Red Arrow und das E-Commerce-Geschäft. Content Production & Global Sales (Red Arrow) sowie Commerce steigerten ihre Umsätze im zweiten Quartal um 28 Prozent bzw. 18 Prozent.

“The Masked Singer” als Lichtblick

Im klassischen TV- gab es dann aber auch noch eine wirklich lupenreine Erfolgsstory für den Konzern. Die ProSieben-Show “The Masked Singer” endete mit 38,1% Marktanteil und 9 Mio. Zuschauern im Finale. Die Show war der größte Zuschauer-Hit für ProSiebenSat.1 seit Jahren und der lange ersehnte Beweis dafür, dass lineares Fernsehen immer noch gehörig Power haben kann.

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Alle Kommentare

  1. Mein bestes Short Investment. Monat für Monat bringt niemand zuverlässiger rote Zahlen als Prosiebensat1. Ein Lichtblick im turbulenten Dax.
    Trendstabil, so wie es sich der Investor wünscht, jede Woche runter.
    Die Aktie finanziert mir seit längerer Zeit mein tägliches Mittag.

    Hoffentlich halten die an ihrer Linie fest und fangen nicht an das Personalroulette zu drehen. Die jetzige Fürhrungsebene und deren Konzepte gefallen mir. Am besten wäre natürlich die würden noch mehr politisieren und in Richtung ÖR sich entwickeln. Da wär auch mal ein großer Sprung nach unten drin.

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