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Schon acht ermordete Journalisten: Mexiko gilt als “gefährlichstes Land der Welt für Medienschaffende”

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In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind in Mexiko mindestens acht Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit ermordet worden – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Darauf hat die Organisation "Reporter ohne Grenzen" ("ROG") aufmerksam gemacht. Erst diese Woche wurde der Fall um Rogelio Barragán Pérez, Leiter des Nachrichtenportals "Guerrero Al Instante", bekannt.

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“Die Ermittlungsbehörden müssen unverzüglich der These nachgehen, dass Rogelio Barragán Pérez wegen seiner journalistischen Arbeit ermordet wurde”, fordert “ROG”-Vorstandssprecher Michael Rediske in einer Mitteilung. “Nur so können die Verantwortlichen schnell gefunden und der Fall, anders als so viele andere in Mexiko, aufgeklärt werden.” Bereits vor dem Mord an Barragán Pérez hatte sich jeder vierte der 28 Todesfälle von Medienschaffenden weltweit in diesem Jahr in Mexiko ereignet.

“Die Situation für Medienschaffende in Mexiko wird immer gefährlicher”

Laut der Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Morelos wurde Barragáns Leiche am Dienstagabend Ortszeit in der Kleinstadt Zacatepec im Kofferraum seines Autos gefunden. Er hatte zahlreiche Verletzungen am Kopf und im Gesicht. Der 49-Jährige hatte seit zehn Jahren in Chilpancingo, der Hauptstadt des benachbarten Bundesstaates Guerrero, gearbeitet, zunächst für die Lokalmedien “Ecos de Guerrero” und “Agencia Informativa Guerrero”.

Im Anschluss gründete er eine eigene Nachrichtenseite mit dem Namen “Guerrero Al Instante”, und schrieb vor allem über Verbrechen. Seine Kollegen berichteten gegenüber “ROG”, dass er seine Artikel zuletzt aus Sicherheitsgründen ohne Autorenzeile veröffentlicht hatte.

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Allein bis Ende Juli 2019 mussten sieben Journalisten wegen ihrer Arbeit zu Themen wie Verbrechen, Drogen- und Menschenhandel, Korruption sterben. Mehr als neun von zehn Journalistenmorden, berichtet die Organisation, blieben in Mexiko unaufgeklärt. Rediske sagt dazu:”Die Situation für Medienschaffende in Mexiko wird immer gefährlicher, trotz der Versprechen von Präsident Andrés Manuel López Obrador und seiner Regierung, Journalistinnen und Journalisten zu schützen. Die Verantwortlichen müssen alles tun, um diese Spirale der Gewalt endlich aufzuhalten.”

tb

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