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Streaming fürs Smartphone: Neuer Dienst Quibi zeigt Serien wahlweise im Hoch- und Querformat

Der Streaming-Dienst Quibi ist ausschließlich für Smartphones gedacht
Der Streaming-Dienst Quibi ist ausschließlich für Smartphones gedacht

Der neuartige Streaming-Dienst Quibi richtet sich exklusiv an Smartphone-Nutzer. Nun werden weitere Details zu dem Projekt bekannt, das im kommenden Jahr starten soll. Unter anderem sollen Abonnenten entscheiden können, ob sie eine Serie im Quer- oder Hochformat anschauen wollen. Für Produzenten ist das eine Herausforderung.

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Mit kleinen Video-Happen, “Quick bites”, will Quibi eine Marktlücke schließen. Netflix-Serien sind häufig zu lang, um sie auf dem Smartphone zu konsumieren. Serien auf YouTube oder Snapchat haben eine zu schlechte Qualität. Daher richtet sich das im kommenden April startende Angebot explizit an Smartphone-Nutzer, die hochwertige Serien gerne mobil konsumieren.

Nicht länger als zehn Minuten wird eine Folge einer Serie laufen, versprechen die Macher im Vorfeld. Und der Nutzer könne zudem entscheiden, ob er die Serie im Quer- oder im Hochformat schaut. Das zumindest berichtet das Branchenportal “Digiday“. Demnach beauftrage der Streaming-Dienst seine Produzenten damit, zwei Versionen einer Serie zu produzieren – eine vertikale und eine horizontale.

Dieser Hybrid-Ansatz soll Quibi dabei helfen, ein Alleinstellungsmerkmal zu etablieren. Schaut man Videos derzeit auf dem Smartphone, wird oftmals eine Ausrichtung vorgegeben. Bei Quibi sollen die Nutzer das Smartphone jedoch auch während einer Folge drehen können – ohne dass sie einen Qualitätsverlust spüren.

Hohe Produktionskosten

Um das zu ermöglichen ist ein einfacher Zuschnitt der Aufnahmen nicht möglich. Je nach Szene müssen die Produzenten einzelne Elemente gar doppelt drehen, um sie im Hoch- und Querformat zeigen zu können. Dieser Zusatzaufwand soll laut “Digiday” bereits in den Produktionskosten eingepreist sein. Quibi zahlt den Produzenten dem Vernehmen nach 125.000 Dollar pro Minute. Für Top-Serien wie “House of Cards” oder “Game of Thrones” haben Netflix und HBO wohl zwischen 200.000 und 300.000 Dollar pro Minute gezahlt. Snapchat gibt für die Serien der Plattform deutlich weniger aus: 40.000 bis 50.000 Dollar bekommen die Produzenten für eine Minute.

Ob sich der Aufwand lohnt, ist derzeit unklar. Branchenkenner gehen davon aus, dass der optionale Wechsel zwischen den beiden Ansichten Nutzer überfordern könnte. Demnach könnte es sein, dass sie im Hochformat weniger von der Serie mitbekommen als im sonst üblichen Querformat. Auf der anderen Seite könnten Produzenten die Serie zwei Jahre nach der Premiere bei Quibi auf anderen Plattformen zweitverwerten. Denkbar wäre, die Serie dann im Hochformat etwa auf Snapchat und im Querformat bei Facebook zu platzieren – und so Werbeeinnahmen zu generieren.

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Bekannte Regisseure mit an Bord

Hinter Quibi, das am 6. April 2020 in den USA an den Start gehen soll, steht ein ungewöhnliches Geschäftspaar: Meg Whitman, die Ex-Chefin von Ebay und HP, und Jeffrey Katzenberg, der Gründer und Chef von Dreamworks Animation und ehemalige Chairman der Walt-Disney-Studios. Mit 62 bzw. 68 Jahren sind die beiden die wohl ältestens Startup-Gründer des Silicon Valleys. Ihre Erfahrung aber macht sich schon vor dem Start des ambitionierten Streaming-Angebots bezahlt. Der gut vernetzte Katzenberg konnte bereits Guillermo del Toro (“Hellboy”,“Shape of Water”) oder Antoine Fuqua (“Training Day”) von der Idee überzeugen. Und auch Steven Spielberg produziert für Quibi eine Horror-Serie, die sich wegen des Grusel-Faktors nur nachts anschauen lässt.

Darüber hinaus ist der Preis des Dienstes eine Kampfansage. 4,99 Dollar wird die günstige Version von Quibi kosten, allerdings mit Werbung vor und nach den kurzen Episoden. Wer auf die Werbung verzichten will, zahlt 7,99 Dollar. Das ist zwar günstiger als Branchenprimus Netflix, der in Deutschland zwischen 7,99 Euro und 15,99 Euro rangiert, allerdings ist der Ausspielweg auf Smartphones begrenzt und die Zahl der Videos wird im ersten Jahr auf 7.000 limitiert.

rt

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Alle Kommentare

  1. Das wird sowieso scheitern. Braucht wirklich kein Mensch. Ich habe noch nie gehört, dass sich irgendwer beschwert hat, dass eine Serie nur im Querformat verfügbar ist und länger als 10 Minuten dauert 🙂 #firstworldproblems

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