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6,68% erreicht: US-Finanzinvestor KKR hofft im Schlussspurt des Springer-Deals auf große Fonds

Springer-Chef Mathias Döpfner – Foto: Axel Springer

Eine Woche vor Ende der Angebotsfrist ist das Interesse der Aktionäre von Axel Springer am KKR-Angebot immer noch verhalten. Bislang sind mehr als 7,2 Millionen Aktien KKR angedient worden, angeblich vor allem von privaten Anlegern, heißt es. In der kommenden Woche zeigt sich, ob die großen Fonds nachziehen.

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Noch bis zum Ende nächster Woche können die Aktionäre des Berliner Medienhauses dem US-Finanzinvestor KKR ihre Anteile verkaufen. Dann läuft die Annahmefrist für die Springer-Aktien aus, für die KKR 63 Euro je Anteilsschein zahlen will (MEEDIA berichtete). Bislang ist das Interesse der Springer-Aktionäre weiterhin verhalten. So sind dem Investor aus New York bis Stand heute mehr als 7,2 Millionen Aktien angedient worden. „Dies entspricht einem Anteil von 6,68 % des zum Meldestichtag bestehenden Grundkapitals und der zum Meldestichtag bestehenden Stimmrechte von Axel Springer“, so der US-Fonds. Damit ist das Unternehmen aus New York weit von seinem Ziel entfernt, 20 Prozent des Grundkapitals des „Bild“-Herausgebers zu übernehmen.

In Finanzkreisen geht man davon aus, dass nächste Woche deutlich Bewegung in den Mega-Deal kommt. Bisher hätten lediglich vor allem private Aktionäre ihre Anteile angedient, heißt es in Finanzkreisen. Jetzt sollen die großen Fondsgesellschaften folgen, die in Springer-Aktien engagiert sind. Sie hätten sich bisher zurückgehalten und sind offenbar erst in der Schlussphase der Annahmefrist bereit, ihre Pakete zu versilbern. „Dies ist bei solchen Transaktionen ein markttypisches Verhalten von Fonds“, meint ein Aktienspezialist. In Finanzkreisen geht man davon aus, dass der Deal über die Bühne geht. Denn im Vorfeld solcher Übernahmen wird meist mit den relevanten Fondsmanagern gesprochen, ob sie zu einem Verkauf ihrer Aktienpakete bereit sind, heißt es in Bankenkreisen. Vorstand und Aufsichtsrat von Springer hatten den Anteilseignern vor der Angebotsphase dazu geraten, ihre Aktien an KKR zu veräußern. Die Verlegerin Friede Springer und der Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner wollen ihre Anteile nicht abgeben. Sie halten zusammen rund 45 Prozent an dem Berliner Unternehmen.

Sollte KKR der Deal mit Axel Springer gelingen, steht das Medienunternehmen vor bewegten Zeiten. Mitte August könnte Döpfner dann möglicherweise weitere Einzelheiten zum Aus- oder Umbau des Unternehmens nennen, wenn er die Halbjahreszahlen vorstellt. Denn der Springer-Chef und KKR-Europaboss Johannes Huth haben viel vor. Sie wollen unter anderem durch Zukäufe, Springer im digitalen Rubrikengeschäft sowie im digitalen Journalismus zum Weltmarktführer ausbauen. Vor allem im digitalen Rubrikengeschäft stehen die Berliner durch die wachsenden Konkurrenz vor großem Handlungsdruck. So war jüngst der Technologieriese Google mit Google Jobs in Deutschland auf den hart umkämpften Markt mit Stellenanzeigen gekommen und bietet seither der Springer-Tochter Stepstone Paroli. Denkbar ist, dass Springer vor allem in diesem Bereich Zukäufe plant, um die Marktposition auszubauen.

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