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Nach Wirecard-Vorwürfen: “Financial Times” lässt Berichterstattung extern prüfen

Financial Times
Financial Times

Reporter der "Financial Times" (FT) haben nicht mit Aktien-Spekulanten zusammengearbeitet, sagt die Zeitung. Eine externe Anwaltskanzlei soll die Berichterstattung nun prüfen. Zuvor hatte der Finanzdienstleister Wirecard dem Blatt schwere Vorwürfe gemacht.

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Das Unternehmen behauptete, die “FT” habe sich mit sogenannten Shortsellern abgesprochen, die auf fallende Kurse wetten. Mehrfach hat die Zeitung in diesem Jahr kritisch über Wirecard berichtet. Unter anderem eine Tonaufnahme soll die unerlaubten Absprachen laut Wirecard beweisen.

“FT”-Chefredakteur Lionel Barber wies die Wirecard-Vorwürfe in einem Statement zurück. Es handle sich dabei um eine Ablenkungstaktik, um künftige Berichterstattung zu verhindern, so Barber. Wegen der Schwere der Vorwürfe lasse die “FT” ihre Berichterstattung aber extern prüfen. Die Londoner Anwälte von RPC habe man dazu engagiert. Bis das Ergebnis da ist könne es einige Woche dauern.

Barber merkt zudem an, dass Wirecard den offiziellen Beschwerdeweg der “FT” bislang nicht gegangen sei. Das Unternehmen hat potentielle Beweise für eine Absprache der Reporter Strafbehörden in Deutschland und Großbritannien übergeben und sich lediglich in einem Brief an die Zeitung gewandt. Unter anderem war darin von einem Tonband die Rede, auf dem ein Gespräch zwischen einem britischen Geschäftsmann und dem Vertrauten eines anderen Investoren zu hören sein soll. Der Geschäftsmann habe von einem bevorstehenden “FT”-Artikel erzählt, der den Kurs von Wirecard fallen lassen könnte.

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Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin hegt den Verdacht, dass sich potentielle Leerverkäufer die negative Berichterstattung zu nutze gemacht haben. Im Februar hat sie daher ein befristetes Leerverkaufsverbot für Aktien des Konzerns festgelegt – ein Novum in der Geschichte der Anstalt.

rt

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