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Google beerdigt Pläne für zensierte China-Suchmaschine

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Google-CEO Sundar Pichai auf der I/O 2018 / Screenshot: © YouTube

Codename "Dragonfly": Bei einer Anhörung des Senatsausschusses für Justiz am Dienstag erklärte Googles VP für Public Policy, Karan Bhatia, dass man die stark kritisierte Arbeit an einer Suchmaschine für den chinesischen Markt aufgegeben hätte.

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“Wir haben das Projekt Dragonfly beendet”, sagt Bhatia über die umstrittene Such-App, an der Google angeblich im vergangenen Jahr gearbeitet hatte. Die Mitarbeiter, die mit dem Projekt betraut gewesen waren, würden mittlerweile in anderen Bereichen des Unternehmens arbeiten. Bhatia beantwortete eine Reihe von Fragen des republikanischen Senators Josh Hawley über Googles Geschäft mit China.

Das Bekanntwerden des Projektes sorgte bei Google für interne Konflikte: Die meisten Google-Mitarbeiter erfuhren erst von dem geheimen Programm, als “The Intercept” im August einen Bericht über das mit dem Codenamen Dragonfly versehenes Projekt veröffentlichte. Geleakte Informationen führten zu einer Gegenreaktion einer breiten Basis von Google-Mitarbeitern. Laut Buzzfeed unterschrieben mehrere hundert “Googler” einen offenen Brief mit der Aufforderung, die Bemühungen für eine zensierte Suchmaschine für den chinesischen Markt einzustellen.

Tech-Milliardär Peter Thiel spricht von Verrat

Die Entwicklungen gehen einher mit eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Vorwürfen nachzugehen, wonach der US-Internetriese mit der chinesischen Regierung zusammenarbeite. Die Anschuldigungen stammten von Tech-Milliardär Peter Thiel, der bei einem Auftritt einen “Verrat” durch Google ins Gespräch brachte. Die Regierung werde die Vorwürfe prüfen, teilte Trump am Dienstag bei Twitter mit.

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Google wies die Behauptungen Thiels in einer Stellungnahme zurück. Wie bereits in der Vergangenheit bekräftigt, kooperiere das Unternehmen nicht mit dem chinesischen Militär. Google arbeite in vielen Bereichen mit der US-Regierung und dem Justizministerium zusammen, etwa bei Cybersicherheit, Personalbeschaffung und Gesundheitsvorsorge, betonte der Internet-Konzern. Thiel, der im Silicon Valley für seine konservativen Ansichten bekannt ist, hatte auch kritisiert, dass Google aus einem Deal zur Lieferung von Software an das US-Verteidigungsministerium ausgestiegen.

mit dpa

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