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Mehr Umsatz trotz geringerer Aufrufe: Wie der Social-Video-Produzent “NowThis” dem Reichweitenverlust entgegenwirkt

NowThis produziert auch Originals
NowThis produziert auch Originals © NowThis

Obwohl die Videoaufrufe des US-Publishers "NowThis" auf allen sozialen Plattformen eingebrochen sind, macht das Unternehmen mehr Umsatz als jemals zuvor. Ein Strategiewechsel hat dem Videoproduzenten geholfen, wegfallende Aufrufe zu kompensieren. Das zeigt, worauf Publisher im Netz wirklich achten sollten.

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“NowThis”, an dem auch Springer beteiligt ist, setzt seit jeher auf Social-Videos. Der Publisher stellt nahezu stündlich eigens produzierte Nachrichten-Videos in soziale Netzwerke und erreicht damit vor allem die junge Zielgruppe. Laut Nielsen 72 Prozent aller 20 Jahre alten US-Teenager.

Wie alle Publisher hat aber auch “NowThis” mit sinkenden Reichweiten zu kämpfen. Das US-Portal “Digiday” berichtet, dass die monatlichen Videoaufrufe des Produzenten bei Facebook, Twitter, Instagram und YouTube übers Jahr hinweg um 50 Prozent eingebrochen sind: von 1,5 Milliarden Aufrufen im Juni 2018 zu 729 Millionen im Mai dieses Jahres. Facebook trägt den größten Teil der Views bei und damit auch den größten Teil des Rückgangs. Nimmt man Snapchat hinzu, sind die Aufrufe laut dem Unternehmen um 30 Prozent gesunken. Mit Snapchat hat “NowThis” eine besondere Kooperation. Die Abrufzahlen lassen sich daher nicht öffentlich einsehen.

Was alarmierend klingt, scheint dem Videoproduzenten aber weniger zu stören. Im ersten Halbjahr 2019 hat “NowThis” eigenen Angaben zufolge mehr Geld von Facebook gemacht als im gleichen Zeitraum 2018, schreibt Digiday. Genaue Angaben will das Unternehmen nicht machen. Hinter dem Erfolg stecke allerdings ein Strategiewechsel: “NowThis” produziert heute längere Videos und Originals, die sich besser monetarisieren lassen.

15 Serien hat das Unternehmen bereits als Originale produziert, 25 weitere sind in Entwicklung. Wo die Kurzfilme erscheinen, entscheidet der Publisher jedes Mal neu. Für einige Produktionen bekam “NowThis” Geld von Facebook – sie sind auch nur dort zu sehen. Andere streut das Unternehmen über mehrere Plattformen hinweg und monetarisiert die Serien damit mehrfach. 75 Prozent der Show sind auf wenigstens drei Plattformen verfügbar, sagt ein Unternehmenssprecher. Geld bekommt “NowThis” durch vor- oder nachgeschaltete Werbung, Werbeunterbrechungen oder Sponsorings.

Plattformen gleichen sich an
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“NowThis” bedient sich damit einem Phänomen, dass früher kaum ersichtlich war: Plattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube gleichen sich hinsichtlich ihrer Video-Bereiche immer mehr an. Mit IGTV gibt es selbst bei Instagram seit einem Jahr die Möglichkeit, längere Formate hochzuladen. Hat man früher noch nach Netzwerk unterschieden, produziert “NowThis” seine Videos mittlerweile für alle Plattformen gemeinsam. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern hat auch in der Vermarktung einen Vorteil. “NowThis” kann die Videos über alle Netzwerke hinweg gemeinsam verkaufen und so auf abfließende Werbeerlöse des linearen TV-Geschäfts hoffen.

Und noch etwas hilft dem Publisher: Zwar ist die Zahl der Videoaufrufe zurückgegangen, die Zahl der Leute, die ein Video länger anschauen, bleibe aber stabil. Davon dürfte die Vermarktung ebenso profitieren.

rt

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