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Wieder ein Börsenrückzug im Mediengeschäft: Auch Constantin Medien soll das Aktienparkett verlassen

Olaf Schröder, Vorstandsvorsitzender der Constantin Medien AG und Vorsitzender der
Geschäftsführung der Sport1 GmbH [Foto: sport1 / Nadine Rupp]
Olaf Schröder, Vorstandsvorsitzender der Constantin Medien AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der Sport1 GmbH [Foto: sport1 / Nadine Rupp]

Nach dem Berliner Medienkonzern Axel Springer will nun auch die Münchener Constantin Medien AG das Aktienparkett verlassen. Damit bereitet die Mehrheitsaktionärin Highlight Communications bei Constantin weiter den Weg für den Neuanfang der Gesellschaft, die ab 2020 unter Sport1 Medien AG firmieren soll. Zugleich soll sich auch der Konzernauftritt ändern.

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Vergangene Woche unterbreitete der US-Finanzinvestor KKR den außenstehenden Aktionären des Berliner Medienkonzerns Axel Springer das Angebot, ihre Anteile bis zum 2. August zum Preis von 63 Euro abzunehmen. Erreicht der Investor aus Manhattan 20 Prozent des Aktienkapitals, soll der”Bild”-Herausgebern mittelfristig von der Börse gehen.

Jetzt soll ein weiteres Medienunternehmen den Rückzug vom Börsenparkett vorbereiten: die Constantin Medien AG. Dazu bietet die Highlight Communications AG den außenstehenden Constantin-Aktionären je Anteilsschein 2,30 Euro in bar an. Die Highlight Communications AG ist bereits mit 79,44 Prozent an Constantin beteiligt. Highlight beabsichtige, in “Abstimmung mit der Gesellschaft den Widerruf der Zulassung der Constantin-Aktien zum Handel im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse zu veranlassen”, heißt es. Derzeit bewegt sich die Notierung bei Constantin bei 2,28 Euro und gab heute leicht um 0,44 Prozent nach.

Neuer geschäftlicher Schwerpunkt

Mit dem Börsenaustritt bereitet die Highlight Communications den Weg für einen Neuanfang der Gesellschaft. Denn die Constantin Medien AG soll ab 2020 unter dem Namen Sport1 Medien AG firmieren. Grund für die Namensänderung ist, dass die Constantin Medien AG ihren geschäftlichen Schwerpunkt verlagert. So positioniert sich das Unternehmen künftig als Sportplattform mit TV- und Digitalangeboten. Zu den bekanntesten TV-Sendungen gehört die Fußball-Talkrunde “Doppelpass”. Constantin-Vorstandschef Olaf Schröder erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2019 einen Konzernumsatz zwischen 105 bis 125 Millionen Euro und ein “auf die Anteilseigner entfallendes Konzernergebnis zwischen +0,5 Mio. Euro und -3,0 Mio. Euro (unter Berücksichtigung der Holding-Kosten sowie des Finanzergebnisses und Steuern).”

Ein Constantin-Sprecher zur Umbenennung: “Unabhängig davon schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Constantin Medien AG der Hauptversammlung vor, zu beschließen, die Firma der Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Januar 2020 in Sport1 Medien AG zu ändern. Die ordentliche Hauptversammlung der Constantin Medien AG findet am 24. Juli 2019 statt. Die zeitliche Bestimmung gibt der Gesellschaft die Möglichkeit, die neue Firmierung einheitlich im Geschäftsverkehr einzuführen.” Dies hat auch weitere Umbauten zur Folge: “Die Ausrichtung auf den Sportbereich wollen wir auch mit dem neuen Konzernauftritt verbinden. Der neue Name Sport1 Medien drückt aus, dass unsere Leidenschaft für den Sport im Mittelpunkt unseres Handelns steht. Unsere im deutschsprachigen Raum führende 360°-Sportplattform Sport1 hat sich längst eine sehr hohe Markenbekanntheit bei den sportbegeisterten Zuschauern und Konsumenten erarbeitet. Diesen Namen wollen wir zukünftig auch in unserer Holding nach außen tragen”, heißt es.

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Bewegte Geschichte

Die Constantin Medien AG hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In den vergangenen Jahren war es zu einem erbitterten Machtkampf zwischen dem Ex-Leo-Kirch-Manager und Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hahn sowie dem Schweizer Medienuntermehmer Bernhard Burgener um die Strategie des Unternehmens gekommen. Am Ende machte Burgener mit seiner Highlight-Gruppe das Rennen. Damit war das Kino- und Filmgeschäft mit der bekannten Marke Constantin Film nicht länger zweite Säule unter dem Dach der Constantin Medien, sondern wurde Teil der Highlight-Gruppe. Bei Constantin Film wurden Blockbuster wie “Fack ju Göthe”, “Der Schuh des Manitu”, “Der Untergang” oder “Nirgendwo in Afrika” produziert.

Axel Springer und Constantin Medien sind nicht die einzigen Medienfirmen, die einen Börsenrückzug erwägen. Auch der Internet-Investor Oliver Samwer liebäugelt angeblich damit, seine Start-up-Holding Rocket Internet von der Börse zu nehmen Samwer hält derzeit 44 Prozent an Rocket Internet. Die Gesellschaft hatte zuletzt zahlreiche Beteiligungen verkauft. Dadurch verfügt das Unternehmen über liquide Mittel in Höhe von 3,6 Milliarden Euro, um einen Börsenrückzug zu finanzieren, hieß es.

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