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US-Lokalzeitungen setzen auf digitale Sport-Abos: Schaffen sie damit eine dauerhafte Erlösquelle?

NFL, Super Bowl 53
NFL, Super Bowl 53 Foto: Curtis Compton/Atlanta Journal-Constitution via AP/dpa

Können Medienhäuser mit reinen Sport-Abos neue Leser gewinnen? In den USA probieren einige Lokalzeitungen diesen Ansatz aus und scheinen damit erste Erfolge zu haben, wie das Beispiel "Miami Herald" zeigt. Mit niedrigen Preisen und exklusiven Inhalten zum lokalen Sport möchten die Verantwortlichen eine dauerhafte Erlösquelle fürs Digitale etablieren.

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Kann Sport für Lokalzeitungen zu einer langfristigen Einnahmequelle im Digitalen werden? In den USA zumindest experimentieren Medienhäuser mit einem “Sports-only”-Abo, das weniger als ein volles Digital-Abo kostet und die Leserschaft an das Produkt binden soll. Ein Grund für die Bewegungen im Markt ist die harte Konkurrenz mit dem Medien-Startup “The Athletic”, das mit viel Geld und einigen Top-Reportern eine auf digitale Abos ausgerichtete lokale Sportberichterstattung in den USA verfolgt.

Leserschaft soll zu Insidern werden

Das Medienunternehmen McClatchy hat rund 30 Zeitungen in seinem Portfolio, darunter “The Sacramento Bee” und “The Miami Herald”. Den sogenannten “SportsPass” hat McClatchy mittlerweile in 10 von 30 Märkten gestartet. “Sports. And nothing but ‘Miami Herald’ Sports”, lautet der Werbespruch für die Tageszeitung mit Sitz in Miami. Für 30 US-Dollar im Jahr, also 2,50 US-Dollar im Monat, erhalten die Abonnenten alle wichtigen Nachrichten aus der Welt des Sports. Zum Vergleich: Das komplette Digital-Abo kostet jährlich 129,99 US-Dollar.

Aktuell überlege das Team, wie das Angebot größer und exklusiver werden kann, sagt Rick Hirsch, Leitender Redakteur beim “Miami Herald”, gegenüber dem Branchendienst Digiday. Es werde über Konferenzen mit den Reporter und Livestreams über Facebook nachgedacht. “Wir konzentrieren uns auf wirklich exklusive Inhalte für die Abonnenten”, erläuterte Hirsch. Dabei gehe es um Erfahrungen, die sie zu Insidern machen würden.

Ein vergleichbares Angebot hat “The Dallas Morning News”: SportsDay HS und SportsDay heißen die Produkte dort und haben laut Digiday seit 2017 ein Drittel der digitalen Abonnements der Tageszeitung aus Dallas generiert. Vor allem die Inhalte über Statistiken, Spielpläne, Ergebnisse und Ranglisten seien stark nachgefragt, erzählt Mark Francescutti, Chef des Digitalen Marketings bei der “Dallas Morning News”. Konkrete Zahlen verrät er aber nicht.

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Phase vor Beginn der Sportsaisons entscheidend

Viel konkreter wird es bei den Verantwortlichen von McClatchy auch nicht. Immerhin soll es sich um tausende Abonnenten handeln. Vor allem die Vorfreude auf eine bevorstehende Spielzeit, so die Hoffnung der Verlagsmanager, könne für eine Verlängerung und weitere Abos sorgen. Ein Großteil der Abonnements, die der “Miami Herald” im Vorjahr sammelte, wurde im August abgeschlossen, kurz vor dem Start der in den USA extrem populären NFL-Saison.

Dass Themen rund um Sport ein wichtiger Faktor zur Gewinnung neuer Abonnenten sein können, haben auch deutsche Medienhäuser bereits festgestellt. Erst kürzlich erzählte Lars Haider beim BDZV Digitalkongress, dass die Inhalte vom Hamburger SV sehr beliebt seien. Der Chefredakteur des “Hamburger Abendblatts” betonte, User würden ein Digital-Abo häufig allein wegen des Fußballvereins abschließen, erst danach kämen andere Kategorien wie Konzertkritiken.

tb

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