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Stock-Fotomodels anstatt echter Wähler: So dreist trickst Donald Trump im Wahlkampf

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Im Wahlkampf geht es in Spots und Kampagne oft darum, gezielt bestimmte Wählergruppen anzusprechen. Ob es daran liegt, dass Trumps Wahlkampfteam die eigenen Wähler als zu unattraktiv oder zu wenig divers empfand oder es den Verantwortlichen schlicht egal war, ob man Wähler täuscht: Für einen aktuellen Spot benutzte man Stock-Material aus einer Video-Datenbank.

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Gleich zu Beginn ist eine “Tracey aus Florida” zu sehen. Makelloses Gesicht, blonde lange Haare, im Hintergrund der Ozean. Während sie in die Kamera lächelt, sagt eine Stimme: “Präsident Trump leistet hervorragende Arbeit – ich könnte mir keinen besseren Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika vorstellen.”

Der Eindruck, der erweckt wird: Das ist Tracey aus Florida, die da spricht. So auch bei einem weiteren Testimonial: “Thomas aus Washington”, ein bärtiger Hipster mit Wollmütze, lässig über die Theke seines Coffeeshops gelehnt. Aus dem Off heißt es: “Präsident Trump, seine Familie und seine Regierung sind in unseren Gebeten, Gott der Allmächtige möge ihnen Kraft und Weisheit geben.”

Wer den Clip mehrmals sieht und ganz genau hinschaut, erkennt das Kleingedruckte: “Actual testimonial. Actor portrayal.” ist mit Mühe für den Bruchteil einer Sekunde zu lesen. Übersetzt heißt das: “Wirkliche Aussagen, Schauspielerdarstellung”. Kurzum: Irgendjemand hat diese Zitate gegeben, aber nicht die gezeigten Personen. Bei ihnen handelt es sich um Schauspieler.

Aufnahmen stammen noch nicht mal aus den USA

Der Fake war zuerst dem Journalisten Judd Legum, Gründer von “ThinkProgress”, aufgefallen. De facto stammen die Aufnahmen aus einer Stockvideo-Datenbank, aus der sich jeder mit bezahltem Zugang die entsprechenden Videos herunterladen und für eigene Zwecke verwenden kann – vergleichbar mit einer Bilddatenbank. So war “Tracey aus Florida” mit “Beautiful woman” und “Beach” getagged, “Thomas aus Washington” war “Hipster-Person”.

Legum analysierte auch, wie wenig die gezeigten Clips auch, wie wenig die Clips auf der “Social Media”-Plattform mit dem wirklichen Amerika zu tun haben. So steht das weibliche Model nicht an einem Strand in Florida, sondern am Mittelmeer, Fake-Thomas wurde im türkischen Izmir aufgenommen. Die Außenaufnahmen seines Cafés stammen aus dem japanischen Tokio. Um das zu verschleiern, hat Trumps Team ein Straßenschild in japanischer Schrift gepixelt.

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Trump wettert in Fake-Videos gegen Fake News

Der Journalist fand weitere Clips, in denen das Wahlkampfteam ebenfalls Stockaufnahmen mit Models als echte Wähler verkaufte:

Umso kurioser: In den gefakten Werbevideos wettert Trump gegen die Presse, die “Fake News” verbreite und behauptet, dass er sich trotz ständiger Angriffe von Journalisten einer “immer größeren Beliebtheit” erfreue.

Die Clips sollten Zuschauer zu einer Online-Umfrage aufrufen, sind aber mittlerweile bei Facebook verschwunden. Laut Business Insider wurden sie vor allem in den US-Staaten Texas, Florida und Kalifornien gezeigt und sollen rund 392.000 Dollar gekostet haben.

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