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Fake-Texte vom Bot: Hinter diesem Online-Blog steckt eine künstliche Intelligenz

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©Foto: Fotolia/ Montage: MEEDIA

Eine Content-Marketing-Agentur hat einen Blog entwickelt, der allein auf einer künstlichen Intelligenz beruht. Sowohl die Texte als auch Autorenbilder stammen von der Maschine. Die Agentur will damit die Gefahren der KI sichtbar machen. Allen voran steht die Angst vor einer ungefilterten Spam-Flut im Internet.

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thismarketingblogdoesnotexist.com” heißt die Seite, die jedem Publisher Angst einjagen könnte: Denn die Texte der Webseite sind nicht von Menschen, sondern von Maschinen geschrieben. Und selbst die Autorenbilder gibt es in Wahrheit nicht.

Was nach Science-Fiction klingt, ist seit einigen Monaten bereits technisch umsetzbar. Forscher des Allen Institute haben eine KI entwickelt, die Artikel zu jedem erdenklichen Thema produzieren kann. Alles, was es dazu braucht, ist eine knappe Themenbeschreibung, im Journalisten-Jargon “Küchenzuruf” genannt. Der Algorithmus arbeitet anschließend komplett unbeaufsichtigt und ohne menschlichen Einfluss. Das Tool lässt sich im Netz eingeschränkt ausprobieren.

Auch der Marketing-Blog der Content-Marketing-Agentur Fractl beruht auf dieser KI. Die Überschriften der Beiträge sind von Menschen verfasst und dienen dem Robo-Texter als Anreiz. Den Text strickt die KI in der Folge Wort für Wort zusammen. Sie bedient sich dabei verfügbaren Informationen im Internet. Beim Überfliegen sind die Texte daher überraschend plausibel. Erst beim näheren Hinsehen erkennt man, dass sie keinen Sinn ergeben und somit wertlos sind.

Selbst das Autorenbild ist ein Fake

Google dürfte Schwierigkeiten haben, die Texte zu erkennen
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Das klingt nach Spaß, kann in Zukunft für das freie Internet aber zu einem großen Übel werden. Die Macher des Blogs warnen mit der Webseite vor ungefiltertem Spam im Netz. Für Kristin Tynski, Co-Gründer von Fractl, stellen KI-generierte Texte vor allem für Suchmaschinen ein Risiko dar. Sollte Google derartige Texte nicht als Fake erkennen, wäre es potentiell möglich, die Suchmaschine in großem Maße mit Fake News zu überfluten – und damit das Internet. Zusammen mit Deep Fakes – Videos und Bilder, die täuschend echt aussehen, aber gefälscht sind – wäre das eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit von Inhalten im Netz.

Auch die Macher haben das Problem erkannt. Sie stellten kurzerhand ein Tool zur Verfügung, mit dem sich die Fake-Texte selbst erkennen lassen. Das geht allerdings nur solange, bis jemand eine bessere KI gebaut hat. Das Kräftemessen zwischen Suchmaschinen und potentiellen Fälschern hat spätestens dann begonnen.

rt

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