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Sexuelle Belästigung: „Tagesspiegel“ ernennt Ombudsfrau und führt anonymes Meldesystem ein

In Folge der Ende Mai bekanntgewordenen Fälle der sexuellen Belästigung hat der „Tagesspiegel“ nun Konsequenzen gezogen: Eine externe Ombudsfrau soll künftig Vorfälle dieser Art in der Redaktion verhindern. Darüber hinaus wird es hausinterne Vertrauenspersonen und eine Meldeplattform geben.

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Ende Mai war nach Recherchen des Portals „Buzzfeed“ bekannt geworden, dass ein langjähriger Reporter des „Tagesspiegel“ Kolleginnen bedrängt, gestalkt und sexuell belästigt hat. Der Mitarbeiter wurde darauf freigestellt. Die Chefredaktion reagierte in eigener Sache und versprach schnelle Aufklärung.

Nun hat der Verlag weitere Konsequenzen gezogen: Wie der „journalist“ berichtet, ernennt der „Tagesspiegel“ mit Christine Lüders eine Ombudsfrau, die nicht in die hausinternen Strukturen eingebunden ist. Lüders leitete laut der Zeitschrift von 2010 bis 2018 die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und ist seit ihrer Pensionierung als freie Beraterin unterwegs. Sie soll allen Redaktionsmitgliedern als Ansprechpartnerin zur Seite stehen und Fälle dieser Art vorab erkennen. Zudem soll sie die Belegschaft im Erkennen solcher Situationen schulen.

Interne Vertrauenspersonen gewählt

Darüber hinaus wird es auf Wunsch der Frauen in der Redaktion auch interne Vertrauenspersonen geben, die Mitte Juni gewählt wurden. Drei Frauen und ein Mann stehen potentiell Betroffenen als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch sie werden im Umgang mit ihnen geschult werden.

Als dritte Maßnahme führt der „Tagesspiegel“ Anfang Juli eine Plattform ein, auf der Mitarbeiter Hinweise und Auffälligkeiten melden können. Das Portal ist anonym. Kontakte lassen sich nicht zurückverfolgen, schreibt der „journalist“.

(rt)

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