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“Ich hätte Sie alle, euch alle, gerne nochmal gesehen”: Michael Jürgs erhält Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk

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Foto: BDZV

Für herausragende journalistische Leistungen zeichnen die Zeitungsverleger einmal im Jahr Journalisten mit dem Theodor-Wolff-Preis aus. Sechs Autorinnen und Autoren haben ihn am Mittwochabend erhalten. Einer konnte ihn nicht entgegennehmen. Der ehemalige "stern"-Chefredakteur Michael Jürgs wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

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Der Theodor-Wolff-Preis gehört zu den angesehensten Auszeichnungen, die Journalisten in Deutschland bekommen können. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) vergab ihn am Mittwochabend sechsmal. Die Preise sind mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Die Preisträger werden seit 2016 erst am Tag der Preisverleihung gewählt und bekanntgegeben. Einer von ihnen stand schon fest, konnte aber nicht nach Berlin kommen: Michael Jürgs. Die Jury hatte dem mittlerweile 74-Jährigen den Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk zugesprochen.

Döpfner liest Dankesworte von Jürgs vor

Jürgs war unter anderem Chefredakteur von “stern” und “Tempo”, schrieb aber auch viel beachtete Biografien etwa über Romy Schneider, Axel Springer, Richard Tauber und Günter Grass. Er ist seit längerem schwer krank. BDZV-Präsident Mathias Döpfner las die Dankesworte von Jürgs vor. Er sei traurig, nicht dabei sein zu können, ließ er ausrichten. “Ich hätte Sie alle, euch alle, gerne nochmal gesehen. Ging leider nicht.”

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Den Preis in der Kategorie “Meinung lokal” nahm Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur der “Augsburger Allgemeinen”, für seinen Essay mit dem Titel “Heimat-Schutz” über den tiefer werdenden Graben zwischen Hauptstadt und Provinz entgegen. In der Kategorie “Meinung überregional” ging er an Daniel Schulz von der in Berlin erscheinenden Tageszeitung “taz”. Er schrieb den Essay “Wir waren wie Brüder” über seine Jugend in den 90er Jahren, in denen auch Neonazis zu seinen Freunden zählten. Den Preis in der Kategorie “Reportage lokal” erhielt Maris Hubschmid vom Berliner “Tagesspiegel” für ihren Text “Bis zum letzten Tropfen”, in dem sie über ein Wohnheim für Alkoholiker in Berlin-Kreuzberg berichtet.

Die Auszeichnung in der Sparte “Reportage überregional” bekam der freie Autor Marius Buhl für seinen Text “Bis zum Letzten” im “SZ-Magazin” über die Marathonläufer ganz hinten im Feld. Für seinen Beitrag zum “Thema des Jahres”, das diesmal “Welt im Umbruch – Demokratie in Gefahr?” lautete, erhielt Andrian Kreye von der “Süddeutschen Zeitung” den Theodor-Wolff-Preis für seinen Text über Künstliche Intelligenz.

Die Auszeichnung erinnert an den langjährigen Chefredakteur des “Berliner Tageblatts”, Theodor Wolff (1868-1943), der 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen musste, dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert wurde. Er starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

dpa

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