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Erste ZDF-Nachrichtenmoderatorin Wibke Bruhns im Alter von 80 Jahren gestorben

Wibke Bruhns
Wibke Bruhns Jens Kalaene © dpa

Wibke Bruhns präsentierte in den siebziger Jahren als erste Frau die "heute"-Nachrichten. Jetzt ist sie im Alter von 80 Jahren gestorben. ZDF-Chefredakteur Peter Frey würdigte sie als "eine Frau mit Haltung und dem Mut einer Pionierin."

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Die erste Nachrichtenmoderatorin des ZDF, Wibke Bruhns, ist am Donnerstagabend im Alter von 80 Jahren gestorben. Sie war 1971 die erste Frau, die eine Nachrichtensendung im westdeutschen Fernsehen präsentierte.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey: “Wibke Bruhns war eine Frau mit Haltung und dem Mut einer Pionierin. Mit ihrer Hartnäckigkeit und Leidenschaft hat sie als erste Frau den ZDF-‘heute’-Nachrichten ihr Gesicht gegeben und damit Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sowie viele in der Medienwelt beeindruckt. Mir persönlich hat sie mit ihrem Buch ‘Meines Vaters Land’ eindringlich den Weg einer deutschen Familie zwischen Widerstand und Anpassung in der Zeit des Nationalsozialismus vermittelt. Ihre Hinweise zur Entwicklung des Fernsehens waren bis zuletzt sehr wertvoll für mich.”

Bruhns wurde am 8. September 1938 in Halberstadt geboren und wuchs wegen der diplomatischen Laufbahn ihrer Mutter unter anderem in Stockholm, Kopenhagen und London auf. Nach dem Studium begann sie ein Volontariat bei “Bild”, das sie 1961 aus politischen Gründen abbrach.

1962 kam Wibke Bruhns als Redakteurin zum ZDF. Am 12. Mai 1971 war sie erstmals in einer Spätausgabe der Nachrichten auf dem Bildschirm zu sehen und präsentierte wenig später, am 24. Mai 1971, als erste Frau die ZDF-Hauptnachrichtensendung “heute”. Was zunächst großes Aufsehen erregte, wurde für die Zuschauer im Laufe von 380 Sendungen zur Selbstverständlichkeit. 1973 verließ Wibke Bruhns das ZDF.

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Ihre Erinnerungen an diese Zeit hielt sie 2012 in ihrem Buch “Nachrichtenzeit” fest. Anfang der 70er Jahre engagierte sich Bruhns im Wahlkampf für die SPD. 2004 legte sie mit dem Titel “Meines Vaters Land” ein vielbeachtetes Buch über ihren Vater vor, den 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Nazi-Gegner und Mitwisser des gescheiterten Hitler-Attentates vom 20. Juli Hans-Georg Klamroth.

mit dpa

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