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Erst Quotenkrise, nun Umsatzkrise: TV-Sender verloren laut Nielsen 2019 bisher 3% Brutto-Werbegelder

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Es sind ungewöhnliche Zahlen, die Nielsen derzeit für das erfolgsverwöhnte Medium Fernsehen meldet. Mit 5,9 Mrd. Euro haben die deutschen Sender von Januar bis Mai zwar weiterhin deutlich mehr Geld mit Werbung umgesetzt als alle anderen Mediengattungen, doch im Vergleich zu 2018 ging es um deutliche 3% nach unten.

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Seit 2002 hat Nielsen für die deutschen TV-Sender kein Minus beim Brutto-Werbeumsatz mehr ausgewiesen. Damals setzte das Medium Fernsehen brutto 7,25 Mrd. Euro mit Werbespots um. In den Folgejahren hat sich der Umsatz bis 2018 mehr als verdoppelt – auf eindrucksvolle 15,33 Mrd. Euro. Selbst die Finanzkrise konnte der Werbemacht des Fernsehens in der Zwischenzeit nichts anhaben.

Doch mit dem nicht zu stoppenden Aufstieg ist nun erstmal Schluss. Für die Monate Januar bis Mai weist Nielsen für die deutschen TV-Sender einen Brutto-Werbeumsatz von 5,94 Mrd. Euro aus. Problem: Im Vorjahreszeitraum waren es noch 6,12 Mrd. Ein Minus von 3,0%. Offenbar folgen die Umsätze damit nun der Entwicklung im Zuschauermarkt, denn das werbefinanzierte Fernsehen hat dort diverse Probleme. Dazu zählt vor allem der schrumpfende TV-Konsum der Unter-50-Jährigen. 2018 lag er bei den 14- bis 49-Jährigen bei nur 153 Minuten – der geringste Wert seit über 20 Jahren.

Hinzu kommt, dass insbesondere die drei großen umsatzstarken Privatsender kontinuierlich Marktanteile verlieren. 2018 kam RTL bei den 14- bis 49-Jährigen nur noch auf 11,4%, ProSieben auf 9,5% und Sat.1 auf 8,1%. Schwächere Zahlen gab es für das Trio zuletzt vor über 25 Jahren. Es ist also nur eine logische Konsequenz, dass nun offenbar auch die Werbeumsätze dieser Tendenz folgen.

Insbesondere für Sat.1 sieht es in der Nielsen-Statistik mau aus: Von 844.700 Euro in den Monaten Januar bis Mai 2018 ging es ein Jahr später um 9,0% auf 768.600 herab. RTL verlor 3,5%, ProSieben 2,2%, Vox 4,6%, RTL II 7,7%. Einziger Gewinner unter den großen sechs Privatsendern: Kabel eins mit einem Zuwachs von immerhin 1,2%. Belohnung für eine zuletzt positive Marktanteilsentwicklung.

Die nächsten Gewinner finden sich im Sender-Ranking erst ab Platz 11: Für Tele 5 ging es nach oben, für Super RTL, sixx, Nitro, den Disney Channel, TLC, usw. Doch die Gewinne der kleineren Sender können die Verluste der größeren eben nicht ausgleichen.

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Nielsen: TV-Sender nach Brutto-Werbeumsatz 2019

    Umsatz brutto Jan.-Mai vs. 2018 absolut vs. 2018 in %
1 RTL 1.221,98 -44,50 -3,5
2 ProSieben 900,78 -20,16 -2,2
3 Sat.1 768,60 -76,10 -9,0
4 Vox 566,64 -27,40 -4,6
5 kabel eins 424,65 4,94 1,2
6 RTL II 391,29 -32,57 -7,7
7 DMAX 171,07 -0,86 -0,5
8 sport1 148,42 -7,78 -5,0
9 Das Erste 133,35 -10,69 -7,4
10 ZDF 133,34 -0,42 -0,3
11 Tele 5 122,03 8,72 7,7
12 Super RTL 112,94 8,47 8,1
13 sixx 106,83 1,37 1,3
14 Welt 90,26 -12,67 -12,3
15 Nitro 83,26 10,02 13,7
16 ProSieben Maxx 77,75 -8,01 -9,3
17 Comedy Central 69,34 -2,16 -3,0
18 Disney Channel 68,36 2,76 4,2
19 TLC 61,95 11,67 23,2
20 Sat.1 Gold 59,38 -4,55 -7,1
21 ntv 57,37 -3,61 -5,9
22 RTLplus 31,20 9,16 41,5
23 Eurosport 28,68 -3,66 -11,3
24 MTV 23,27 14,51 165,7
25 Servus TV Deutschland 22,59 3,54 18,6
26 kabel eins Doku 16,24 8,15 100,9
27 Sky Sport News 15,60 4,67 42,7
28 Nickeolodeon 14,91 -5,35 -26,4
*Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro // Daten-Quelle: Nielsen, TV-Sender / Tabelle: MEEDIA

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