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Blindflug statt Big Data: das Problem der Publisher mit Alexas “Flash Briefings”

Alexa vorinstalliert: Amazons Echo Dot
Alexa vorinstalliert: Amazons Echo Dot ©Picture Alliance/ dpa Themendienst

Amazon hat mit der Einführung von Alexa vor rund vier Jahren ein neue Branche begründet: Voice. Etliche Publisher versuchen sich seit geraumer Zeit an den sogenannten "Flash Briefings". Allerdings regt sich nun Kritik.

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Egal ob Facebook, Instagram, Newsletter oder Webseite: Wo auch immer Publisher ihren Content verbreiten, wird die Performance auch analysiert. Eine Devise lautet: Kenne Deine Zielgruppe!

Wie Digiday berichtet, beklagen sich aber Publisher angesichts von Alexas Flashbriefings über die spärlichen Daten, die Amazon ihnen zur Verfügung stellt. Alles, was sich abrufen lässt, sind die Installationen eines Flash Briefings sowie die Information, wie oft ein solches Briefing abgerufen wurde.

Wer da eigentlich zuhört, wie häufig und über welches Endgerät, dazu schweigt sich der Konzern trotz angeblich häufiger Anfragen seitens der Publisher aus. “Es ist sehr schwer zu verstehen, wen man erreicht”, sagte Bret Kinsella, Herausgeber von Voicebot. “Wir müssen als Unternehmen in der Lage sein, das Nutzungsverhalten zu verstehen. Wir brauchen auch Alter und Geschlecht unserer Nutzer.” Allerdings: “Es scheint keine Bewegung in der Sache zu geben, uns das auch zu ermöglichen.”

Probleme mit neuem Format “Long-form news”

Dabei hat Amazon erst vor Kurzem angekündigt, seinen “Briefing”-Service weiter auszubauen: Ein neues Feature lässt Nutzer längere Nachrichten und Berichte anhören. “Long-form news” heißt die Funktion, die zum Start in den USA von Bloomberg, CNBC, CNN, Fox News, Newsy und NPR angeboten wird.

Zumindest laut einer Adobe-Studie soll die bisherige News-Funktion “Flash-Briefings” bei 46 Prozent der Befragten besonders beliebt sein. Für Alexa gibt es aktuell mehr als 5.000 sogenannte Skills aus dem Nachrichtensektor. Allerdings scheint den Nutzern die kurze Präsentation der Nachrichten nicht immer zu genügen. Ob dem so ist bzw. was Nutzern nun an dezidierten Skills bzw. “Flash Briefings” missfällt, weiß wohl nur Amazon.

Richtig rund scheint auch der neue Dienst nicht zu laufen: Fragen Nutzer Alexa zum ersten Mal nach Nachrichten, werden diese zunächst nach ihren bevorzugten Anbietern gefragt. Es gibt jedoch noch Konfigurationsprobleme, wie zwischen den Bereichen “Flash-Briefings” und “Long-form news” unterschieden werden kann. Wenn ein “Flash Briefing”-Nutzer nach den Nachrichten fragt, spielt Alexa die bereits gespeicherten Angebote ab. Sollen allerdings die ausgiebigen Berichte abgespielt werden, muss das Kommando spezifisch ausgerufen werden, also beispielsweise “Alexa, play the news from CNN”.

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Noch wenig Austausch mit Entwickler-Community

Das US-Unternehmen ist sich dieser Ungereimtheiten bewusst und möchte weiter an der Verbesserung des Angebots arbeiten. Dafür warte man allerdings das Kundenfeedback ab. Allerdings scheint Amazon dieses Feedback derweil nicht an die Developer der Skills bzw. die Publisher weiterzugeben. Es mangelt an Austausch, den ein so stetig wachsendes Ökosystem wie das von Alexa dringend bräuchte.

Ohne diesen Austausch sind Developer nicht in der Lage, ihre Angebote derart zu verbessern, dass Nutzer wiederum mehr Zeit mit den Services verbringen wollen. Aus diesem Grund veranstalten etwa Google mit der I/O, Apple mit der WWDC oder Microsoft mit der Build regelmäßig Konferenzen, in der sich Vertreter des Unternehmens mit der Developer-Community austauschen.

Einige Publisher gehen laut Digiday nach dem Trial-and-Error-Prinzip vor: Dadurch, dass sie täglich “Flash Briefings” produzieren, können sie besser verstehen, wann Nutzer auf den Service am liebsten zugreifen. Ein solches Vorgehen kann dabei helfen, den eigenen Service näher am Kunden auszurichten. Allerdings haben etliche Publisher auch ein Interesse daran, die neue Reichweite entsprechend zu vermarkten. Hierzu braucht es verlässliche, umfangreiche Daten, die Amazon bislang schuldig bleibt.

Derweil ist der Konzern aber immer wieder im Gespräch mit großen E-Tailern. Dabei geht es in erster Linie darum, wie sich Produkte per Sprachbefehl künftig vermarkten und kaufen lassen. Während Publisher vor allem die neu entdeckte Reichweite monetarisieren wollen, hat Amazon ein großes Interesse daran, über das Alexa-Ökosystem sein E-Commerce-Geschäft weiter auszubauen.

fdi

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