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Nach Streit um angebliches Uniformverbot: PR-Rat mahnt Bundeswehr für Auftritt im Vorfeld der re:publica

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Gab es ein Uniformverbot auf der re:publica? Ja, hatte die Bundeswehr im vergangenen Jahr behauptet und damit für Diskussionen auf der Digitalkonferenz gesorgt. Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) ist nun einer Beschwerde gegen die öffentliche Kommunikation der Streitkräfte nachgegangen.

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Der DRPR mahnt die Bundeswehr für ihren Auftritt im Vorfeld der re:publica im Vorjahr ab, verzichtet aber auf eine Rüge. Auslöser war, dass den Rat eine Beschwerde erreichte, die sich um den geplanten Auftritt bei der Digitalkonferenz drehte und nach der die Bundeswehr mehrfach wahrheitswidrige Aussagen gegenüber der Öffentlichkeit gemacht hätte.

Zur Vorgeschichte: Zum Auftakt der re:publica 2018 hatte sich die Bundeswehr vor dem Eingang mit einem Lieferwagen und einer Werbetafel platziert. Darauf war zu lesen: “Zu bunt gehört auch grün”. Grund für die Aktion war aus Sicht der Streitkräfte, dass ihnen ein Stand auf dem Kongressgelände verwehrt worden war, weil die Besucherinnen und Besucher sich von den Uniformierten gestört fühlen könnten.

Alternativen zum Recruiting-Stand seitens der Veranstalter

Der Vorwurf lautete wie folgt: Die Bundeswehr habe wahrheitswidrig behauptet, es habe ein Uniformverbot der re:publica-Veranstalter gegeben. Des Weiteren sei das Angebot eines Recruiting-Standes zurückgenommen worden, nachdem sich die Bundeswehr geweigert hätte, auf Uniformen zu verzichten.

Die öffentlich zugängliche Korrespondenz zeigt aus Sicht des Rats, dass zwar lange über einen Stand auf dem Gelände verhandelt wurde. Allerdings: “Die re:publica hat sich bemüht, Alternativen zu einem Recruiting-Stand aufzuzeigen und stattdessen eine Teilnahme im Programm favorisiert. Fest zugesagt wurde ein Stand demnach nicht”, so die Stellungnahme (der vollständige Beschluss).

Allerdings hätten die Veranstalter die Diskussion nach Eindruck der Ratsmitglieder über einen langen Zeitraum in der Schwebe gehalten. So lange, bis nach Aussage der Veranstalter alle verfügbaren Sprecherplätze vergeben waren. “Ein eindeutiges Verbot von Uniformen auf dem Gelände hat es aber nicht gegeben. Die Behauptung der Bundeswehr, dieses habe bestanden, lässt sich weder aus der Korrespondenz noch aus der öffentlich zugänglichen Berichterstattung erkennen.” Dennoch sei festzuhalten, dass die Veranstalter die Uniformen möglichst nicht auf dem Gelände sehen wollten.

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“Uniformverbot” als bewusste Zuspitzung für Kampagne

Die Bundeswehr wiederum hat diese Sachlage in ihrer Kommunikation aus Sicht des DRPR “bewusst aufgebauscht”. Demnach soll der Hauptstadt-Korrespondentin des Senders der Zugang zum Gelände aufgrund ihrer Uniform verweigert worden sein, wie in einem Posting des “Zentrums Operative Kommunikation” auf der Facebook-Seite des Soldaten-Betreuungssender Radio Andernach zu lesen war. Der Rat hält fest:

Weder hat die Korrespondentin über eine Akkreditierung als Journalistin oder ein gültiges Ticket verfügt, noch hat sie versucht, Zugang zum Gelände zu erhalten. Der Presse- und Informationsstab hat in einer Stellungnahme zwar betont, dass dieser Post ‘missverständlich’ formuliert gewesen sei und verweist darauf, dass diese Aussage erst als Kommentar und später auch als eigenständiger Post auf der Facebook-Seite korrigiert worden sei.

Vor dem Hintergrund der Geschwindigkeit digitaler Kommunikation in sozialen Medien wirke die verzögerte Korrektur der Aussage eher legitimatorisch, erklärt der Rat. Die Bundeswehr soll daher “entsprechende irreführende Kommunikation in Zukunft (…) unterlassen und Tatbestände nicht unangemessen aufbauschen sowie notwendige Korrekturen in der Social Media-Kommunikation in angemessen kurzer Frist vornehmen”.

tb

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