Partner von:
Anzeige

In flagranti erwischt? Genius.com wirft Google vor, deren Songtexte kopiert zu haben

meedia-logo-google.jpeg

Auf frischer Tat ertappt? Die Genius Media Group wirft Google vor, sich an den Songtexten der Seite bereichert zu haben. Mit Hilfe eines Musters aus Apostrophen in den Inhalten habe das Startup über 100 verdächtige Fälle entdeckt, berichtete das Wall Street Journal. Man will die Vorwürfe nun untersuchen.

Anzeige

Für die Genius Media Group ist Googles Suchmaschine ein wichtiger Partner fürs Geschäftsmodell. Auf der Webseite Genius.com stellt das Unternehmen seit 2009 die Songtexte von Hip-Hop- und Pop-Künstlern zur Verfügung, interpretiert einzelne Zeilen und lässt die Community darüber diskutieren. Die meisten Nutzer kommen dabei per Suchmaschine auf die Seite.

Unterschiedliche Apostrophe entlarven die Übernahme

In den vergangenen Jahren sei der Traffic aber gesunken, sagen die Verantwortlichen der Genius Media Group und haben den Schuldigen dafür bereits gefunden: Google. Das US-Unternehmen soll die von Genius.com zusammengestellten Liedtexte 1:1 für sein Suchmaschine übernommen haben. Dies berichtete das Wall Street Journal (WSJ) am Sonntag.

“In den vergangenen zwei Jahren haben wir Google immer wieder unwiderlegbare Beweise für die Anzeige von Texten gezeigt, die von Genius kopiert wurden”, sagte Ben Gross, Chief Strategy Officer von Genius, gegenüber dem WSJ. Als Beweis führt das Startup ein Wasserzeichensystem in den Texten an, das Muster in die Formatierung von Apostrophen einbettet. Seit 2016 wurden die Apostrophen in einigen der Songs in genau der gleichen Reihenfolge zwischen geraden und geschwungenen Anführungszeichen geändert.

Wird das Muster in einen Morsecode übersetzt, enthüllt es die Worte “Red Handed”, zu deutsch: auf frischer Tat ertappt. Laut Genius habe man mehr als 100 Beispiele von Songtexten auf Google gefunden, die von der eigenen Homepage stammen – und bei denen die Muster übereinstimmten.

Erstmalig aufmerksam wurde man durch den Song “Panda” des Rappers Desiigner, dessen Zeilen besonders schwer zu verstehen gewesen seien. Den Originaltext lieferte der Musiker den Redakteuren von Genius.com dann exklusiv. “Wir haben festgestellt, dass der Text bei Google mit unserem identisch war”, so Gross.

Anzeige

“Nehmen Datenqualität und Urheberrechte sehr ernst”

In einer schriftlichen Erklärung gab Google an, dass die Texte auf der Webseite von Partnern stammen. Mit den sogenannten Informationstafeln versucht das US-Unternehmen den Nutzern nach einer Suche schnelle Informationen zu liefern. Dies soll allen voran die mobile Handhabung verbessern, allerdings führt das Vorgehen dazu, dass weniger Personen über die Suchmaschine auf weitere Webseiten klicken. “Wir nehmen die Datenqualität und die Urheberrechte sehr ernst und machen unsere Lizenzpartner für die Bedingungen unserer Vereinbarung verantwortlich”, teilte Google mit.

Seit über drei Jahren besteht eine Partnerschaft mit LyricFind. Das kanadische Unternehmen schließt Verträge mit Musikverlagen ab und ermöglicht es damit Konzernen wie Google, Songtexte online zu publizieren. Dessen Chief Executive, Darryl Ballantyne, sagte zu den Vorwürfen: “Wir beziehen keine Texte von Genius.” Gegenüber dem Tech-Portal “The Verge” erklärte ein Google-Sprecher, dass das Unternehmen den Fall gemeinsam mit den Datenpartnern untersuche. Sollte nun festgestellt werden, dass sich diese nicht an die Regeln halten, werde man die Vereinbarungen beenden.

tb

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia