Partner von:
Anzeige

Reuters Digital News Report: Instagram bei jungen Leuten für Nachrichten wichtiger als Facebook und Twitter

Der Digital News Report 2019 von Reuters
Der Digital News Report 2019 von Reuters Screenshot: Reuters Report, Montage: Meedia

Junge Leute konsumieren über Instagram häufiger Nachrichten als über Facebook und Twitter – das ist eine zentrale Erkenntnis des jährlichen Digital-News-Reports des Reuters-Institutes zusammen mit dem Leibnitz-Institut für Medienforschung. Darüber hinaus kommt jedoch nach wie vor der Großteil der Nutzer direkt über die Marke auf Online-Nachrichten.

Anzeige

Medien-Marke noch immer der bevorzugte Weg

Die gute Nachricht für Publisher: Der nach wie vor bevorzugte Weg, Nachrichten online zu finden, ist der direkte. 37 Prozent der Nutzer rufen ohne Umwege eine Webseite oder App einer bestimmten Nachrichtenmarke auf. Zählt man die Nutzer hinzu, die nach einem Medienangebot suchen, sind es sogar 55 Prozent der Befragten. In sozialen Medien wird etwa jeder Vierte auf Nachrichtenangebote aufmerksam. Wobei es hier bei den 18- bis 24-Jährigen der jungen Leser eine klare Präferenz gibt: 39 Prozent der Jungen finden Nachrichten regelmäßig in sozialen Netzwerken.

Deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen gibt es auch bei E-Mail-Newslettern. Während über alle Befragten hinweg 20 Prozent über E-Mails auf Nachrichten aufmerksam werden, sind es bei den 18- bis 24-Jährigen nur sieben Prozent. Push-Nachrichten auf dem Handy oder Tablet nutzen nur 12 Prozent, Newsreader nur sieben Prozent der Studienteilnehmer.

Online-Nachrichtenvideos weniger beliebt als es scheint

Die bevorzugte Form von Online-Nachrichten ist auch 2019 der Text. Online-Videos haben diesbezüglich eine erstaunlich geringe Akzeptanz: Mehr als die Hälfte der Onliner über 18 Jahren gaben in der Umfrage an, kein Nachrichtenvideo innerhalb der vergangenen Wochen im Internet geschaut zu haben. 34 Prozent bevorzugen die Textform, 26 Prozent schauen gelegentlich Videos. Lediglich vier Prozent sagen, dass sie Online-Nachrichten meist in Form von Videos konsumieren. Wenn Nachrichtenvideos angesehen werden, dann insgesamt am ehesten auf der Webseite oder der App einer Nachrichtenmarke (22 Prozent).

Immer beliebter hingegen sind Podcasts. Innerhalb des vergangenen Monats hat laut Reuters jeder fünfte erwachsene Onliner in Deutschland einen Podcast gehört. Bei der jungen Zielgruppe ist der Anteil mit 43 Prozent am höchsten. Am häufigsten hören die Nutzer Podcasts zu Hause als Begleitung bei der Hausarbeit oder beim Fertigmachen (60 Prozent), aber auch unterwegs, wie zum Beispiel während der Fahrt in Bus und Bahn (22 Prozent) oder im Auto bzw. auf dem Fahrrad (20 Prozent).

Instagram bei jungen Leuten für Nachrichten wichtiger als Facebook
Anzeige

Interessant ist, wie stark sich der Nachrichtenkonsum zwischen den sozialen Netzwerken verschoben hat. Nachrichten erreichen die 18- bis 24-Jährigen inzwischen häufiger über Instagram als über Facebook. War das Fotonetzwerk im vergangenen Jahr hinsichtlich des Nachrichtenkonsums noch weit abgeschlagen, konsumieren in diesem Jahr etwa ein Viertel (23 Prozent) der jungen Nutzer über Instagram aktuelle Meldungen. Facebook und YouTube liegen in dieser Altersgruppe mit 22 Prozent knapp dahinter. Whatsapp ist mit 10 Prozent und Twitter mit 6 Prozent weit abgeschlagen.

Nachrichtennutzung auf Facebook und Instagram seit 2018 (nach Alter, in Prozent)

Über alle Befragten hinweg rangiert Instagram (6 Prozent) vor Twitter (5 Prozent), aber weit hinter Facebook (22 Prozent), YouTube (19 Prozent) und Whatsapp (16 Prozent). Facebook selbst ist vor allem bei den 35- bis 44-Jährigen beliebt.

Sascha Hölig vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg ordnet gegenüber MEEDIA jedoch ein: “Als Nachrichtenanbieter sollte man sich nicht auf die Logik sozialer Medien einlassen. Zwar kommen viele Menschen dort mit Nachrichten in Kontakt, aber kaum jemand nutzt soziale Medien, um sich zielgerichtet über Nachrichten zu informieren.” Nur 3 Prozent der Befragten stützen sich nach eigenen Angaben ausschließlich darauf. Selbst in der jüngsten untersuchten Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen ist der Anteil mit fünf Prozent relativ gering.

Die weiteren Ergebnisse für Deutschland lesen Sie hier – oder im weltweiten Bericht

Zur Studie: Seit 2012 untersucht der Reuters Institute Digital News Survey über Repräsentativbefragungen in mittlerweile 38 Länder generelle Trends und nationale Besonderheiten. Pro Land wurden 2019 rund 2.000 Personen befragt (insgesamt 75.749), das Umfrageinstitut YouGov hat die Umfrage zwischen Januar und Februar dieses Jahres durchgeführt. Zu den untersuchten Ländern gehören Australien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Japan, Mexiko, Österreich, Singapur, Slowakei, Ungarn und die USA. Die Auswertung für Deutschland haben die Forscher Sascha Hölig, Uwe Hasebring und Julia Behre umgesetzt. 

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia