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Einstieg von KKR: Springer-Chef Döpfner dämpft Erwartungen an Ebay-Kleinanzeigen-Übernahme

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Der bevorstehende Brexit und rückläufige Werbemärkte - das wirtschaftliche Umfeld in Europa belastet das Wachstum von Axel Springer zunehmend. Daher holt Springer-Chef Mathias Döpfner den US-Finanzinvestor KKR ins Unternehmen. Erwartungen von Anlegern, dass Springer das Kleinanzeigengeschäft von Ebay schluckt, dämpfte der Vorstandschef. Nach seinen Worten hat der US-Konzern noch nicht entschieden, ob er sich von der Sparte trennt.

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Der Deal ist in greifbarer Nähe: Nach Verhandlungen mit der Verlegerin Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner plant KKR bei Axel Springer einzusteigen. Der US-Finanzinvestor unterbreitet den außenstehenden Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot von 63 Euro. Ein deutlicher Aufschlag von 31,5 Prozent auf den Aktienkurs der vergangenen drei Monate, bevor die Verhandlungen mit KKR bekannt wurden. An der Börse reagierte die Springer-Notierung prompt. Sie schoss innerhalb weniger Minuten auf 63,5 Euro. „Vorstand und Aufsichtsrat haben das Angebot geprüft und unterstützen es. Wir sehen darin eine große Chance, sowohl für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens als auch für unsere Aktionäre“, betont Döpfner auf einer eilig einberufenen Telefonkonferenz.

Werbemärkte unter Druck

Damit ist der Springer-Chef seinem Ziel nähergerückt, mit Hilfe von KKR Springer fit für die Zukunft zu machen. Denn das wirtschaftliche Umfeld hat sich für die Berliner deutlich eingetrübt. Der bevorstehende Brexit sowie der wachsende Konkurrenzdruck auf die Werbemärkte belasten den gegenwärtigen Wachstumskurs des Berliner Medienunternehmens. Zudem kommen neue Angebote auf den Markt, die die Wettbewerbslage verschärfen. Dazu gehört beispielsweise der US-Techriese Google mit seinem Angebot Google Jobs in Deutschland. Zwar habe der Eintritt des Konkurrenten das Geschäft von Springers Job-Plattform Stepstone in Deutschland bisher nicht belastet. Dennoch habe sich die Erlösentwicklung bei den Jobbörsen verschlechtert, so dass Springer seine Jahresprognose für 2019 nach unten knorrigen musste. So erwartet Döpfner nur noch einen Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2019 “auf berichteter Basis im niedrigen einstelligen Prozentbereich.”

Mit KKR als kapitalkräftigen Investor im Rücken will Spinger nun verstärkt in Wachstumsfelder investieren, also in den digitalen Journalismus und das digitale Rubrikengeschäft. „Angesichts eines mittlerweile völlig veränderten Umfelds, in dem wir im internationalen Wettbewerb nicht zuletzt mit den großen amerikanischen Technologieplattformen stehen, ist dieser Ansatz für unseren langfristigen Erfolg sogar noch wichtiger geworden“, rechtfertigt Döpfner den geplanten Einstieg der Amerikaner in einer Mail an die Mitarbeiter, die MEEDIA vorliegt. Ob organisch oder über Akquisitionen – der Springer-Chef will mit Macht die bestehenden Geschäfte ausbauen, um hier zum Weltmarktführer aufzusteigen. Zu denkbaren Akquisitionen hielt sich Döpfner allerdings bedeckt. So gebe es derzeit keine konkreten Übernahmeziele. Als mögliches Kaufziel gilt in der Branche seit Längerem das Kleinanzeigengeschäft von Ebay. Doch hier dämpfte der Springer-Boss Erwartungen von Anlegern. So habe Ebay noch nicht entschieden, ob sich der Konzern von der Sparte trennt, unterstrich der Springer-Vorstand.

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Nichts geht ohne Friede Springer

Sollte KKR der Einstieg gelingen, ist der Handlungsspielraum der Amerikaner allerdings deutlich eingeschränkt. Denn der US-Finanzinvestor kann nichts entscheiden, ohne dass die Großaktionärin Friede Springer zustimmt. Derzeit halten die Verlegerin und der Springer-CEO gemeinsam 45,4 Prozent der Aktien. Geplant ist zudem, dass KKR mindestens fünf Jahre bei Springer investiert bleibt. Möglich ist, dass der Konzern notwendige Einsparungen jetzt schneller als geplant vollzieht. So wollen die Berliner Aktivitäten reorganisieren, die „rückläufig sind oder nicht ausreichend langfristiges Wachstum versprechen. Daher werden wir auch die ohnehin vorgesehenen Restrukturierungsmaßnahmen umsetzen, möglicherweise früher als geplant“, kündigte Döpfner gegenüber der Belegschaft an.

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Alle Kommentare

  1. Keine Kritik an Herrn Döpfner, nichtmal im Ansatz ?

    Erst macht man sich als CEO stark für eine Übernahme, will aber die eigenen Aktien behalten (ist also selbst der Meinung der Laden sei mehr wert) und dann kommt man mit einer “Gewinnwarnung” um die Ecke um den Anteilseignern den Verkauf schmackhaft zu machen.

    Alles völlig normale Vorgänge für Meedia ?!

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