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Schluss mit dem Artikel-Einzelverkauf! Blendle setzt künftig voll auf das Premium-Modell

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Mit dem Verkauf einzelner Artikel bei Blendle ist ab August Schluss. Dies hat das Unternehmen um Geschäftsführer Alexander Klöpping bekanntgegeben. Demnach möchte sich der Online-Kiosk künftig auf den Premium-Abo-Bereich konzentrieren, um mittelfristig profitabel zu werden. Der Strategiewechsel gilt vorerst nur für den niederländischen Ableger.

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Blendle möchte sich vom Verkauf einzelner Artikel verabschieden. Stattdessen will sich die niederländische Online-Nachrichtenplattform auf das eigene Premium-Abo-Modell konzentrieren. Dies berichteten diverse niederländische Medien zunächst, unter anderem “dutchnews.nl”. Das Startup hat diesen Schritt ebenfalls über verschiedene Kanäle wie Twitter mitgeteilt. Demnach soll das sogenannte “Micropayment”-Modell im Online-Kiosk, bei dem einzelne Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften für einen geringen Betrag angeboten werden, im August eingestellt werden.

Die Änderungen betreffen vorerst nur die niederländische Version des Angebots, wie Blendle auf Nachfrage bestätigte. Ob und wie sich der strategische Wechsel auf den deutschen oder andere Ableger auswirkt, ist bislang unklar.

Profitabel ab 100.000 Premium-Abonnenten

Das Unternehmen ging 2014 als eine Art digitaler Zeitungskiosk an den Start, bei dem die Nutzer aus einer großen Auswahl verschiedener Medien die Artikel einzeln kaufen konnten. Vor zwei Jahren dann startete Blendle seinen Premium-Service. Dort werden den Lesern ausgewählte Artikelvorschläge und der Zugang zu Zeitschriften für 10 Euro pro Monat geboten.

“Neun von zehn Start-ups sind innerhalb eines Jahres vom Markt, aber wir sind nach fünf Jahren weiterhin dabei”, wird Blendle-Mitgründer und Geschäftsführer Alexander Klöpping zitiert. Die Entscheidung für den Schritt hin zum Premium-Modell begründet er wie folgt: “Ich führe ein Team von 50 Leuten, wir haben 60.000 Abonnenten und 100.000 Menschen, die für einzelne Artikel zahlen. Aber um ehrlich zu sein: Wir machen immer noch keinen Gewinn.” Damit Blendle profitabel wird, müssten es 100.000 Premium-Abonnenten sein.

Bei einem Medientreffen im Blendle-Büro in Utrecht hieß es, dass der Kurswechsel riskant sei, da die Micropayments den Verlagen vorerst die meisten Einnahmen bescherten. Gegenüber “deVolkskrant” sagte Klöpping: “Wir werden Micropayments-Nutzern ein Angebot unterbreiten und erwarten, dass viele von ihnen infolgedessen auf Premium umsteigen. Wir erwarten, dass die Verlage langfristig noch mehr Geld verdienen. Und wenn das enttäuschend ist, werden wir es uns noch einmal überlegen.”

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Man habe festgestellt, dass zwei unterschiedliche Modelle Verwirrung stifteten: “Premium-Nutzer wussten nicht, welche Artikel in ihrem Abonnement enthalten waren.” Auch die Kosten spielten eine Rolle. 

Zahlreiche Investments in der Vergangenheit

Bei Blendle haben in der Vergangenheit verschiedene Medienunternehmen investiert. Erst 2017 stiegen die Financial Times-Mutter Nikkei und der Investmentfonds Inkef Capital beim Journalismus-Shop ein. Von Axel Springer und der New York Times gab es vor der Expansion ins Ausland, im Jahr 2014, eine Unterstützung von drei Millionen Euro (MEEDIA berichtete).

tb

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Alle Kommentare

  1. Verstehen tue ich das nicht.

    Wenn sich jemand bewusst für den Kauf einzelner Artikel entschieden hat, dann doch wohl deshalb,

    – weil ihm das Premium zu teuer war,
    – er vielleicht nur selten mal ein Thema interessant genug zum Bezahlen fand,
    – er (aufgrund schlechter Erfahrungen?) auf keinen Fall ein Abo wollte,

    usw., usf.

    Weshalb sollte so jemand plötzlich auf einmal das teure Premium kaufen? An den Gründen, warum er es bisher nicht tat, da hat sich doch nichts geändert.

    Gut, man kann ihnen bessere Konditionen für das Premium anbieten, was man dann aber für alle tun müsste, sonst gibt’s Stunk mit den bisherigen Premiumkunden.

    Oder man befristet die besseren Konditionen und hofft, das viele dann vergessen zu kündigen. Funktioniert aber auch nicht mehr so gut, die Verbraucherschutzverbände warnen dummerweise überall vor Abfällen.

    Oder meinen die, jemand, der sich mal hinreißen lässt, ab und zu einen Artikel zu kaufen, der wäre dadurch schon so süchtig, dass er jetzt das Premium nimmt, nur weil sie ihm die andere Möglichkeit genommen haben?

    Das wird nicht funktionieren, der Kunde wird höchstens sauer deswegen sein.

    ——–

    “Wir werden Micropayments-Nutzern ein Angebot unterbreiten und erwarten, dass viele von ihnen infolgedessen auf Premium umsteigen. Wir erwarten, dass die Verlage langfristig noch mehr Geld verdienen.”

    ———

    Naja, “erwarten” kann man viel, wenn der Tag lang ist.

    ——–

    “Und wenn das enttäuschend ist, werden wir es uns noch einmal überlegen.”

    ——-
    Am letzten Satz dieses Zitates sieht man, das da wohl eher – na nennen wir sie mal “Theoretiker” (statt Amateure) am Werke sind.

    Herrgott, diese Leute betreiben Sandkastenspiele oder, um ein bissel in der Zeit zu bleiben: Computersimulationen.

    Ich glaub nicht, dass die wirklich begriffen haben, dass, wenn der Kunde weg ist, er dann auch wirklich (!) weg ist und es da eben keine Reset-Taste gibt, mit der man endlos rumprobieren kann.

    Klar kann man mit viel Aufwand, Geld und Glück irgendwann (!) auch ein paar verärgerte Kunden zurückholen aber niemals alle.

    Gemeinerweise haben solche ehemaligen Kunden dann zusätzlich aber auch noch die Angewohnheit überall rumzuerzählen, wie man sie da und dort zu einem Abo nötigen wollte und das die deswegen extra das gute abgeschafft haben – und so in der Art halt. Eine Empfehlung ist sowas nicht, das sollte wohl klar sein.

    Immerhin werden sie dann aber wenigstens viel Zeit zum “überlegen” haben. Hätte man natürlich auch schon vorher machen können, das überlegen.

  2. Das Modell steht und fällt mit den angebotenen Artikeln.
    Mittlweile ist es ja erwiesen, dass linke Publikation und linke Inhalte eher finanzielle Probleme haben, als rechte. Kann jeder im Prinzip am Spendenaufkommen an die freien Medien erkennen. Wenn ein Sellner sich ein Prozess im 100.000 Euro Bereich leisten kann wirds an den Spenden nicht mangeln.
    Wenn die ausreichend breit aufgestellt sind und vom “Haltung zeigen” Abstand halten könnte es was werden.

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