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Schleichwerbung? Julia Klöckners Jubelvideo für Nestlé wird zum Fall für die Medienaufsicht

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Nestlé-Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch
Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Nestlé-Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch

Das knapp einminütige Video, in dem Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) den Lebensmittelkonzern Nestlé für seine Bemühung zur Zucker-Reduzierung lobt, wird nun von der Medienaufsicht untersucht. Die Medienaufsicht Berlin-Brandenburg will sich des Falls annehmen und zunächst das Gespräch mit dem Ministerium suchen. Das Video hatte massive Kritik ausgelöst.

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Im Video ist die CDU-Bundesministerin zusammen mit Nestlé-Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch zu sehen. Sie freue sich, dass sie sich über die Philosophie von Nestlé unterhalten habe, so die Ministerin und lobt den Konzern für seine Bemühungen zur Reduzierung von Zucker, Salz und Fett in Nahrungsmitteln. Der Nestlé-Manager freut sich augenscheinlich auch und erklärt, die “Reformulierungsstrategie der Ministerin” zu unterstützen. Netslé habe in “den letzten Jahren” zehn Prozent reduziert. Was genau bleibt offen, vermutlich bezieht sich die Aussage auf Zucker, Salz und Fett. Dies sei aber nicht genug, man werde weiter forschen, sind sich die CDU-Politikerin und der Manager einig.

Das Video löste einen Sturm der Kritik in Politik, bei Internet-Nutzern und in zahlreichen Kommentaren aus. Der einhellige Vorwurf: Die Politikern habe hier Werbung für einen höchst umstrittenen Konzern gemacht. Nestlé war wegen seiner Methoden in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik. Der YouTuber Rezo, der mit seinem Video “Die Zerstörung der CDU” viele Millionen Abrufe erzielte, kommentierte, er hätte ein solches Video als Werbung kennzeichnen müssen.

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Der Medienanwalt Christian Solmecke erklärt, dass Schleichwerbung unter Umständen auch vorliegen kann, wenn keine Gegenleistungen erbracht wurden: “Dennoch könnte die Grenze zur Schleichwerbung hier überschritten sein, weil der Konzern übermäßig angepriesen und in den Vordergrund gestellt wird. Zumindest ist dieser Fall sehr grenzwertig.” Wohl auch deshalb hat sich die zuständige Medienaufsicht der Sachen nun angenommen.

swi

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Alle Kommentare

  1. … ist überdies
    • Beirätin der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz;
    • Rundfunkrätin des SWR (einst auch Hospitantin);
    • Kuratorin der Fachhochschule Trier;
    • Kuratorin der Ossig-Stiftung für den Förderverein Kinderklinik Bad Kreuznach;
    • Kuratorin der Stiftung JugendRaum;
    • Kuratorin der Stiftung Weltkirche;
    • Vorsitzende des Kuratoriums der Caritas-Stiftung „Mittelpunkt Mensch“;
    • Schirmherrin des rheinland-pfälzischen Landesverbands der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke;
    • Schirmherrin der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft Bad Kreuznach;
    • Schirmherrin des Fördervereins der Christlichen Hospizbewegung Bad Kreuznach, ambulanter Dienst e..V.;
    • Schirmherrin des Mehrgenerationenhauses Idar-Oberstein;
    • Schirmherrin der Deutschen PSP-Gesellschaft;
    • Schirmherrin der Stiftung Aktion Niere;
    • Ehrenmitglied der Aktion Deutsche Sprache;
    • Botschafterin des Fördervereins „Lützelsoon“ zur Unterstützung krebskranker und notleidender Kinder und deren Familien
    • Jurorin des Verbraucherjournalistenpreis;
    • Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken;
    • vom Deutschen Brauer-Bund ernannte „Botschafterin des Bieres“ (insofern nicht nur Weinlobbyistin).

  2. “Inhalte um 10% reduziert” – in der gleichgroßen Packung ist jetzt weniger Inhalt für mehr Geld…

  3. in den feiner wirken wollenden kreisen wird ficki ficki via youtube verhandelt:

    als geheimnis…

  4. einem mehr als 134mrd schweren lebensmittelkonzern dermassen auf den leim zu gehen – sowas können vmtl nur ehemalige Weinköniginnen

  5. Dass indes Nestle agiert wie ein ausgemachter Schweineladen:

    sollte uns Erzogene diese erneute Schweinenummer erstaunen?

    warum?

  6. Alles ganz harmlos: die Landwirtschaftsministerin lässt sich von Nestle‘ einbranden.

    Das nächste Biosiegel kommt bestimmt

  7. Da isser wieder, der Rezo. Für den Fall, dass es Media nicht aufgefallen ist, andere “klassische” Medien haben es dieses Mal vermieden, den Blauschopf zu supporten, obwohl er sich mit seinem Tweet genau unterm Video platziert hat. Und natürlich hätte er an seiner Stelle das mit Werbung kennzeichnen müssen, der verdient schließlich, im Gegensatz zur Ministerin (von der man halten kann, was man will), mit Produktplatzierungen sein Geld. Was für eine dämliche Aussage. So wird aus Sturm vor allem Sturm im Wasserglas….

    1. Und woher wissen Sie, dass Julia Klöckner für ihr Nestlé-Video nicht in anderer Währung als Euro bezahlt wird? Veröffentlicht hat sie es ja schließlich nicht grundlos.

  8. Ich verstehe nicht wie die Dame so dumm sein konnte. Wahrscheinlich ist hier die gleiche Problematik aktiv mit der auch einer wie Friedrich Merz wieder in ein Führungsamt gehievt werden soll. Merz kritisiert gerade die GroKo in der Papier BILD als “Keine neue Ideen!” und “Keine gesellschaftspolitischen Anstöße!”. Ideen und Anstöße liefert Merz in dem Interview mit BILD auch nicht. Die Interviewer vergessen den danach zu fragen. Den Oktober 2015 vergißt Merz völlig. Mehr gesellschaftpolitischen Anstoß geht doch nicht.

    1. Die Dame konnte so dumm sein, weil sie so ausgesucht wurde. Das sind die Kriterien, nach denen man in der Kohl-CDU nach oben gekommen ist: immer schön betriebsam sein, auf Fotos gut aussehen und vor allem keine eigenen Ideen und keine Widerworte. Solche sitzen heute überall ganz oben, während die mit den eigenen Ideen längst weggemobbt sind. Friedrich Merz übrigens auch, denn der hatte zu viele eigene Ideen (und noch zusätzlich den Drang und die innige Freundschaft zum großen Geld).

      Ist in anderen Parteien strukturell sicherlich ähnlich. Aber die totale Inhaltslosigkeit als Kanzlerwahlverein mit belohnender Postenverteilung an alle Steigbügelhalter konnte nur in der CDU so durchgreifend über Jahrzehnte durchgezogen werden.

      1. Schön, dass Sie Kohl nennen. Sein größter Fehler war es, das U-Boot Angela Kasner in der Partei groß werden zu lassen…

    2. Die Tante kommt aus der Provinz, das Nestle (berechtigt oder nicht) hoch umstritten ist wusste die Dame schlicht nicht.

      Und Berater brauchen CDU Frauen nicht.

      Degeneration durch falsche Frauenförderung, die CDU ist auf dem Weg der SPD.

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