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Neue Tools vorgestellt: Das müssen Publisher über Facebooks Digitalabo-Offensive wissen

Mehr Möglichkeiten für Publisher auf Facebook
Mehr Möglichkeiten für Publisher auf Facebook

Facebook will Publisher enger an die Plattform binden: So hat das Unternehmen am Dienstag eine Reihe neuer Tools vorgestellt, mit denen Medienhäuser die Nutzer auf der Plattform zu zahlenden Digitalabonnenten konvertieren können.

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Facebook und die Medien, das ist keine einfache Beziehung: Die Veränderungen im Newsfeed-Algorithmus haben die Reichweite vieler Publisher im Social Network erheblich eingeschränkt. Dennoch ist das Unternehmen bemüht, seinen Nutzern hochwertige Medieninhalte bereitzustellen – gerade in Zeiten von Fake-News.

Ein weiterer Schritt hin zu einer neuen, professionellen Zusammenarbeit zwischen Publishern und Facebook ist die Ausweitung von Tests umfangreicher Abo-Features. Nach einer über einjährigen Testphase mit mehreren Dutzend Medienhäusern weltweit gibt das Social Network nun Verlagen und Content Creators eine Reihe neuer Tools an die Hand, um Facebook-Nutzer zu zahlenden Abonnenten zu konvertieren.

Zu den rund 40 Beta-Testern zählten bislang unter anderem “Business Insider”, “Newsday”, “Chicago Tribune” und Co. aus den USA, “La Nación” aus Argentinien bzw. Costa Rica, der indische “Business Standard” und der italienische “Il Messaggero” und die spanische “Informacion.es”.

Mehr Möglichkeiten, Abonnenten gezielt anzusprechen

Das Update umfasst unter anderem Analyse-Tools, mit denen Publisher die Abonnentenkonvertierung auf Facebook verfolgen können, sowie eine Reihe von Services, die Publishern helfen sollen, den Wert ihrer Inhalte zu vermitteln. Dazu zählt auch eine Funktion, die es ermöglicht, Inhalte als “nur für Abonnenten” zu kennzeichnen. Auf die Bepreisung der Digitalabos nimmt Facebook keinen Einfluss.

Facebook kündigte zudem an, ein neues Produkt namens “News Funding” testet. Das soll Publishern ermöglichen, Facebook-Nutzer direkt im Social Network in zahlende Abonnenten zu konvertieren. Bisher haben Publisher, die das “Subscriptions”-Tool getestet hatten, Facebook-Nutzer nur auf ihren eigenen mobilen Seiten konvertiert – und konnten so die direkte Kundenbeziehung steuern.

Keine Provision fällig, dafür aber auch kein direkter Kundenkontakt

Das am Dienstag angekündigte Tool ist im Wesentlichen identisch mit dem bisher getesteten “Subscriptions”-Produkt, das vergangenes Jahr an Entwickler ausgerollt wurde. Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied: Facebook behält keine Provision von den Einnahmen ein, die Publisher mit “News Funding” erzielen – verglichen mit den 30 Prozent, die bislang fällig wurden.

Laut “Digiday” haben Verlage, die sich derzeit auf Abo-Gewinnung konzentrieren, die fehlende direkte Kundenbeziehung als Hauptproblem in ihrer Beziehung zu Plattformen wie Google und Amazon genannt. Facebook veröffentlicht keine Liste beteiligter Verlage.

Gruppen als Traffic- und Abobringer
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Derweil entwickelt sich ein anderes Facebook-Feature als Traffic- und womöglich auch Abo-Kanal: Gruppen. Sie gewinnen mit der Ankündigung von CEO Mark Zuckerberg, künftig die Privatsphäre in den Mittelpunkt zu stellen, an Bedeutung. Weil die Nutzer in den Gruppen auch selbst Content posten können, steigt die Bereitschaft zur Interaktion zusätzlich. Die “Bild” nutzt das wiederum, um Traffic auf die Seite zu bringen und die Nutzer mit “Bild”-Plus-Inhalten zu Abonnenten werden zu lassen.

“Je größer die Nähe und das Vertrauen, desto eher sind die Leute auch bereit, für Inhalte zu bezahlen”, sagt Andreas Rickmann, Editorial Director New Platforms bei der Bild gegenüber MEEDIA. “Wir schauen uns derzeit intensiv an, wie wir Gruppen nutzen können, um Nutzer für Bild zu loyalisieren. Wir sehen etwa, dass die Nutzer in Gruppen auch intensiv über Bild Plus Inhalte diskutieren.”  Und die “Times of London” versucht mit Special-Interest-Gruppen u.a. zum Brexit gezielt neue Abonnenten zu gewinnen.

Mit “Willkommen”-Bildschirm 40 Prozent mehr Leser

Laut “Digiday” hat allerdings das selbst entwickelte Abo-Tool von Facebook keinen großen Einfluss auf die Abogewinnung gehabt. Publisher, die an den Tests der Tools von Facebook teilgenommen haben, zeigten sich nach einem Jahr eher ernüchtert und sagten, dass weder die Tools von Facebook noch von Google ein deutliches Abonnentenwachstum förderten. Facebook lehnt es zudem ab, Statistiken darüber zu veröffentlichen, wie viele Abonnenten seine Tools den Publishern zugeführt haben.

Neben Tools zur Konvertierung von Nutzern zu Abonnenten stellt Facebook auch eine eigene Paywall in Zusammenarbeit mit Piano zur Verfügung. Darüber hinaus will das Netzwerk nach eigenen Angaben Publishern dabei helfen, ihre Abonnenten zu halten, indem man ihnen mehr von den Inhalten zeigt, für die sie bezahlen, und den Medienseiten einen direkten Weg bieten, ihre Abonnenten auf Facebook zu erreichen.

Zudem besteht die Möglichkeit, einen “Willkommen”-Bildschirm anzuzeigen, die neue Abonnenten ermutigen soll, der Facebook-Seite eines Publishers auch zu folgen und somit mehr von deren Inhalten im News Feed zu sehen. Denn tatsächlich stellte sich heraus, dass fast die Hälfte aller Abonnenten eines Publishers nicht dessen Seite auf Facebook folgt. Laut Facebook hat dieser Begrüßungsbildschirm den Prozentsatz von neuen Abonnenten, die auch die Seite des Publishers “liken”, von 54 Prozent auf 94 erhöht. Damit haben sich auch die von den Abonnenten auf Facebook gelesenen Artikel um 40 Prozent erhöht.

Wann die Abo-Features für alle Publisher zur Verfügung stellt, ist noch unklar. Bislang heißt es seitens Facebook, dass man die Zusammenarbeit mit Newsanbietern ausweitet.

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