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Die Pläne des US-Investors KKR bei Axel Springer: Was Aktienanalysten von dem Megadeal halten

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© Picture Alliance

Wertpapieranalysten halten es für sehr wahrscheinlich, dass der Einstieg des US-Finanzinvestors KKR bei Axel Springer klappt. Der Grund: Der Berliner Medienkonzern kann mit dem kapitalkräftigen Investor aus New York leichter weitere Akquisition im Online-Rubrikenbereich finanzieren - vor allem rund um die Job-Börse StepStone. Diese muss sich auch gegen den mächtigen Wettbewerber Google wehren.

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Es war ein wahres Kursfeuerwerk. Schlagartig verteuerte sich die Aktie von Axel Springer um mehr als 20 Prozent auf rund 54 Euro, nachdem das Berliner Medienhaus Mitte vergangener Woche Verhandlungen mit KKR bestätigt hatte. Das große Interesse der Anleger an dem Springer-Papier ist verständlich. Der US-Finanzinvestor hat große Pläne. Er will bei den Berliner Konzern als strategischer Partner einsteigen und das Unternehmen anschließend von der Börse nehmen.

Aufschlag von 25 Prozent?

Damit müsste KKR aber allen außenstehenden Anteilseignern ein Übernahmeangebot unterbreiten, um Springer einen Rückzug von dem Börsenparkett zu ermöglichen. Doch zu welchem Preis? Thomas Maul, Analyst bei der Frankfurter DZ Bank, hat sich hier bereits festgelegt: „Ein mögliches Übernahmeangebot von KKR für Axel Springer könnte nach unserer Einschätzung bei rund 60 Euro liegen. Dies entspricht einem Aufschlag von 25 Prozent auf den gewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate“, meint der Wertpapierspezialist. Damit wäre für das Papier aktuell noch etwas Luft nach oben. Die Springer-Aktie legte heute leicht um 1,18 Prozent auf 55,80 Euro zu.

Dass sich Springer mit dem Finanzinvestor KKR bald einigt, halten viele Analysten für sehr wahrscheinlich. Denn für Großaktionärin Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner, die KKR ihre Anteile nicht verkaufen wollen, birgt der strategische Investor große Vorteile. So könnte der mögliche Kapitalgeber den Berlinern „mehr Flexibilität bei der Finanzierung zusätzlicher Fusionen und Übernahmen“ verschaffen, meint Sarah Simon, Analystin bei der Hamburger Privatbank Berenberg. Vor allem im Online-Rubrikengeschäft seien die Berliner dann in der Lage, durch weitere Zukäufe ihre Position – vor allem international – auszubauen. Als mögliches Kaufziel sieht Simon das Kleinanzeigengeschäft von Ebay. „Wir gehen mittelfristig davon aus, dass die entsprechende Ebay-Vermögenswerte zum Verkauf angeboten werden“, betont die Spezialistin.

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Spekulationen um Ebay Kleinanzeigen

An der Börse wird bereits seit Monaten spekuliert, dass sich Ebay von der Sparte trennen will. Dazu gehören zwölf Marken – darunter das in Deutschland führende Kleinanzeigenportal Ebay Kleinanzeigen und die Autoplattform mobile.de. Ähnlich sieht dies auch Marcus Deibel. Für den Analysten der US-Bank JP Morgan sei das Geschäft mit Online-Kleinanzeigen in den vergangenen Monaten zum Ziel von Übernahmen und Fusionen geworden. Deibel stuft die Springer-Aktie derzeit auf „übergewichten“ ein und nennt ein Kursziel von 60 Euro.

Kauft Springer im Online-Rubrikengeschäft weitere Firmen mit finanzieller Rückendeckung von KKR zu, könnten die Berliner hierdurch ihre Wachstumstory in der Sparte Classifieds Media fortsetzen, zu der Portale wie Stepstone und Immowelt gehören. Denn geschickte Akquisitionen sind in dem sich rasch verändernden Branchenumfeld derzeit wichtiger denn je – vor allem für Stepstone. Grund hierfür ist auch die US-Suchmaschine Google, die mit Google Jobs in Deutschland gestartet ist. Berenberg-Wertpapieranalystin Simon rechnet deshalb damit, dass sich durch Google als neuen Anbieter der Wettbewerb für die Job-Plattformen hierzulande massiv verschärft. Steuert Springer-Chef Döpfner hier nicht rechtzeitig gegen, könnte sich dies mittelfristig negativ auf die Ertragsentwicklung der Berliner auswirken. Denn mit Macht drängt Google in Deutschland auf den Markt. Dafür holte die US-Suchmaschine hunderte von externen Partnern an Bord. Dazu zählen etwa Burda mit dem Karriere-Netzwerk Xing, Funke mit Absolventa und die Stellenmärkte der Zeit, der FAZ, Stuttgarter Zeitung und der Süddeutschen. Ausnahme ist hingegen Springers Stepstone, das hier nicht mitzieht.

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