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Springer stellt “Computer Bild Spiele” als Print-Magazin ein, Redaktion schreibt für Computerbild.de weiter

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Der jahrelange Auflagen-Niedergang der PC- und Videospiel-Magazine hat ein neues Opfer zu beklagen: Springer stellt seinen ehemaligen Bestseller Computer Bild Spiele im August ein und konzentriert seine Games-Berichterstattung künftig auf computerbild.de. Redakteure gehen durch die Ein- und Umstellung nicht von Bord, alle sollen online weiter schreiben.

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Schon 2008 berichtete MEEDIA über die massive Krise der Games-Zeitschriften. Von den Titeln, die in der damaligen Analyse erwähnt wurden, existieren viele schon längst nicht mehr. 2017 kapitulierten die verblieben Verlage dann fast vollständig und traten aus der IVW aus. Dort verblieb nur noch Computer Bild Spiele. Die Auflagen der anderen Titel können daher nicht mehr objektiv analysiert werden, das Minus wird aber in etwa auf dem Niveau von Springers Computer Bild Spiele liegen.

Der Ableger der Computer Bild kam im November 1999 erstmals auf den Markt, stieg im ersten Quartal 2000 mit einer wahnsinnigen verkauften Auflage von 699.346 Stück in die Auflagenmessung der IVW ein. In den Quartalen IVW/2002 und I/2003 kletterte die Verkaufszahl sogar über die 700.000er-Marke, im vierten Quartal 2005 waren es letztmals mehr als 500.000. Danach ging es recht rasant nach unten: Im Quartal II/2007 unter 400.000 verkaufte Exemplare, ein Jahr später unter 300.000, im zweiten Quartal 2011 dann erstmals unter die 200.000er-Marke. Auch damit war noch nicht Schluss: Seit II/2014 verkauft sich Computer Bild Spiele nur noch weniger als 100.000 mal pro Ausgabe, seit IV/2016 nichtmal mehr 50.000 mal. Zuletzt – im Quartal I/2019 – verzeichnete das Magazin nur noch 13.269 Abonnenten und 13.903 Verkäufe im Einzelhandel.

Kein Wunder also, dass das Ende nun verkündet wurde. Im August, im Vorfeld der Gamescom, erscheint das Magazin zum letzten Mal. Seinen 20. Geburtstag, der im November angestanden hätte, erlebt es also nicht mehr. Springer teilt dazu mit: “Die große Mehrheit der Spiele wird mittlerweile als Download verkauft, Informationen zu Neuerscheinungen werden fast nur noch digital konsumiert. Für die Fangemeinde stehen bei der Berichterstattung vor allem Videos im Vordergrund.”

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Die Games-Berichterstattung findet künftig vor allem auf Computerbild.de statt, für das “alle Redakteure von ‘Computer Bild Spiele'” arbeiten werden. “Wichtige Spielethemen werden zukünftig auch verstärkt in ‘Computer Bild’ oder in ePapern stattfinden und erreichen damit eine noch breitere Leserschaft”, so Springer.

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Alle Kommentare

  1. Das Problem war in dem Fall nicht nur die Verfügbarkeit von Alternativen im Netz , sondern auch die Gamergate Affäre. Und die Deutschen reagieren bekanntermaßen empflindlich auf Skandale im Ausland.

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