Partner von:
Anzeige

Google Jobs Marktführer nach nur einer Woche? Verlegerverbände warnen vor Marktmacht

Google hat in deutschland seine Jobbörse-Funktion freigegeben
Google hat in deutschland seine Jobbörse-Funktion freigegeben Montage: MEEDIA

Von 0 auf 92,5 Prozent: So häufig ist die neue "Jobs Box" von Google auf Platz 1 in den Suchergebnislisten zu finden seit dem Start von Google Jobs in Deutschland vergangene Woche. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Sistrix. Quasi über Nacht hat der Suchmaschinenriese damit die etablierten Job-Portale von der Spitze verdrängt.

Anzeige

Da waren es nur noch neun: Mit dem Launch von Google Jobs in Deutschland vergangene Woche wird der Wettkampf der Job-Plattformen um die Top-Platzierungen auf Google deutlich erschwert. Denn statt zehn sind mittlerweile nur noch neun Suchergebnisse zu sehen, wenn Google passende Jobs gefunden hat und diese in einer Jobs-Box prominent auf der ersten Seite platziert. Wie prominent, das haben nun die Suchmaschinen-Experten von Sistrix ermittelt.

In über 90 Prozent auf Platz eins

So rankt die neue Jobs-Box für 92,9 Prozent aller gefundenen Fälle auf der organischen Position 1. Die restlichen Rankings liegen laut Sistrix ebenfalls weit vorne. So entfallen auf Position 2 noch 3,4%, auf Position 3 sind es 1,5%. Auf der zweiten Google-Ergebnisseite, also eine Position ab 11, ist die Box hingegen nur noch in 0,05 Prozent aller Fälle zu finden.

Gibt ein Nutzer beispielsweise “Jobs in der Nähe” oder “Redakteur Hamburg” in die Suchzeile von Google ein, bekommt er seit vergangener Woche im oberen Bereich der Suchergebnisseite eine Vorschau der Stellenausschreibungen angezeigt, die auf den Partnerseiten veröffentlicht wurden. Nach einem Klick landet der Nutzer auf einer Google-Unterseite, auf der der gesamte Inhalt der Stellenanzeige dupliziert wurde.

Möchte der Nutzer sich bewerben, wird er per Link innerhalb der Stellenausschreibung auf die Partner-Webseite geführt, auf der die Stelle ausgeschrieben ist. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, Suchergebnisse zu speichern oder sich via E-Mail über neue Jobs informieren zu lassen. Mithilfe von Filtern lässt sich die Jobsuche eingrenzen und etwa nach Teilzeit, Vollzeit, der Wunschstadt oder der Branche sortieren.

Diese Partner sind dabei

Für den Stellenmarkt kooperiert Google mit zahlreichen Partnern, darunter viele Verlage. Für sie ist das Geschäft mit Jobanzeigen angesichts sinkender Printerlöse ein zunehmend wichtiger Erwerbszweig. Zu den Launchpartnern zählen etwa Burda mit dem Karriere-Netzwerk Xing, Funke mit Absolventa und die Stellenmärkte der Zeit, der FAZ, Stuttgarter Zeitung und der Süddeutschen. Dazu kommen Stellenausschreibungen von LinkedIn, Kununu.com, academics.de und Azubi.de. Nicht mit dabei ist Springers Stepstone, das zu den größten Jobbörsen in Deutschland zählt.

Die Partner erhoffen sich durch die neue Funktion eine bessere Sichtbarkeit. Jens Stief von Xing sagte zur Kooperation zum Start: “Die Kooperation mit Google wird den Xing Stellenmarkt in zweierlei Hinsicht aufwerten: Einerseits hilft uns die Stellensuchfunktion in der Google-Suche die Bekanntheit und Sichtbarkeit der New Work Faktoren im Xing Stellenmarkt zu erhöhen. Andererseits profitieren auch unsere Unternehmenskunden von der Partnerschaft. Sie sind automatisch bei Innovationen dabei und es wird noch einfacher, die richtigen Kandidaten zu erreichen.”

Anzeige

Verleger-Verbände warnen vor Google Jobs

Allerdings zeigt die Auswertung von Sistrix, dass die Sichtbarkeit von Google Jobs auf Kosten der angeschlossenen Plattformen geht. So heißt es im Unternehmensblog: “Seit dem 25.05. erkennen wir die Google Jobs-Integration – und seit Anfang der Messung ist Google auf Anhieb Sichtbarkeits-Marktführer in dieser Branche. Die Google-Box ist organisch stärker als etablierte Marktteilnehmer wie Stepstone.de, Indeed.com oder auch Arbeitsagentur.de.” Eine Grafik zum Sichtbarkeitsindex, Sistrix’ Kernprodukt, untermauert diese Beobachtung.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) warnten bereits vor einer zu großen Marktmacht von Google. “Wir vertrauen daher darauf, dass die Wettbewerbsbehörden das neue Angebot von Google genau beobachten und, falls nötig, eingreifen werden”, teilten die Verbände gemeinsam mit. Sie befürchten eine Verzerrung des Markts der Jobsuche-Angebote im deutschen Raum.

Für Sistrix ist klar: “Und doch braucht es nur wenig Vorstellungskraft um zu erkennen, dass diese Jobportale für Google nur der Weg zum Ziel sind.” So sei etwa die Definition für strukturierte Daten von Stellenanzeigen schon länger online, Google stelle für diese URLs sogar eine Push-API zur Indexierung zur Verfügung. “Google möchte direkt an die Quelle und Stellenanzeigen künftig von den Firmen erhalten – nicht über die ‘Zwischenhändler’ der Stellenbörsen.”

dis

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Eigentlich doch ganz klar, dass “Google Marktführer” werden würde. Schließlich wird die Box an erster Stelle nach den Ads ausgespielt. So ist nun mal das Prinzip. Insofern ist das an sich nicht wirklich überraschend und war abzusehen.

    Wobei das ja nicht ganz richtig dargestellt ist. Google ist nicht “Marktführer”. Es handelt sich hier nicht um Googles Ergebnisse. Es handelt sich hier ja nicht um eine Stellenbörse, sondern um aggregierte Suchergebnisse, die viele Jobbörsentreffer respektive Treffer von Karriereseiten beinhalten, die letztendlich alle von Google profitieren. Bis auf indeed und StepStone eben. Übrigens, StepStone spürt nun auch die Auswirkungen.. https://www.reuters.com/article/us-eu-google-antitrust-axel-sprngr/googles-german-jobs-product-anti-competitive-says-springer-unit-idUSKCN1T71R7 Das ist auch insofern spannend, da ja in UK mit Totaljobs sehr wohl eine Springer-Tochter “Partner” von Google for Jobs ist. Wie auch immer, es bleibt spannend und es ist gut, dass endlich Bewegung in den Jobbörsenmarkt kommt. Allerdings müssen die sich aufgrund der Behäbigkeit der deutschen Personaler kaum Sorgen machen 😉

  2. Verlegerverbände warnen …

    Macht doch selber mal! Aber dafür müßte Verleger ja Geld ausgeben. Es ist einfacher auf google und seine Marktposition zu schimpfen und google ggf. zu beklagen, um ohne “viel Arbeit und Investitionen” ein Stück vom google Kuchen abzubekommen.

    Macht doch selber mal! Es dürfte doch keine Schwierigkeit darstellen, etwas “google ähnliches” auf die Beine zu stellen. Natürlich dauert das seine Zeit. Der deutsche Verleger will aber sofort Geld und das reichlich.

  3. Jetzt mal Klartext: Stellen- und Immobilienangebote waren stets extrem teuer, in den, örtlichen wie überörtlichen, Tageszeitungen: Die Anbieter waren auf diese Anzeigen angewiesen und hatten daher keine Wahl, den weit überhöhten Preisen dafür auszuweichen.

    Klar ist, die Tageszeitungen haben sich damals mit diesen Anzeigen zu grossen Teilen finanziert, es handelte sich also um eine Zwangssubvention der Presse.

    Mit dem Internet hat sich das für Immobilienanzeigen tatsächlich verschoben – jedoch, ohne dass die Makler”gebühren” dafür gesenkt worden wären (Makler zahlen andere Preise als private Anbieter, aber auch der erstere Anzeigenpreise sind noch gut tragbar) -, aber für Stellenanzeigen ist letztlich alles beim alten geblieben: Die grossen Portale werden weitgehend von den “Verlegern” unterhalten und rufen Preise auf, bei denen es kleineren Unternehmen schwarz vor Augen wird; grössere legen die Preise (wie auch vieles sonst) dann wieder auf ihre Verkaufspreise um.

    Auf Deutsch: Die Preise, die für Stellenanzeigen im Netz aufgerufen werden, bewegen sich in Richtung Schutzgelderpressung, zum Nutzen überwiegend von “Verlegern”, und die Gewinnspannen dürften solchen solcher Machenschaften ebenfalls ähnlich sein.

    Auch damals waren die reinen (Grenz-) Kosten der einzelnen Anzeigen kaum erwähnenswert, die fast 100-prozentige Gewinnspanne diente eben zur Finanzierung des von der Zeitung unterhaltenen Journalismusapparats, besonders auffällig war das bei der “Süddeutschen”: Nirgendwo noch höhere Preise, aber eben auch ein damals sehr teurer journalistischer Apparat, der unterhalten werden musste.

    Und heute? Seien wir doch ehrlich, das journalistische Geschäftsmodell ist weggebrochen, soweit es sich nicht um branchenspezifische Spezialinformationen, deswegen dient sich die Presse der Regierung an, schreibt für diese, wird von dieser und regierungsnahen Organisationen in Teilen mittlerweile gar finanziert (per Stiftungen, Staatsfunk…)…

    und (hauptsächlich) “Verleger” (Burda und Konsorten, deren Töchter von dem Geld dann Yachten kaufen und damit in der Öffentlichkeit auch noch prahlen; nicht zu vergessen auch middleman Springer) meinen allen Ernstes, sie dürften im Netz für billig zu erstellende Leistungen (Hohe finanzielle Einstiegshürde Programmierung, danach praktisch nur noch billige Server und, für, angesichts der Preise, Unentschlossene, natürlicherseits eigentlich nutzlose Verkäuferbrigaden) auch auf unendliche Dauer leistungsloses Einkommen generieren, das jetzt i.ü. nicht mehr zur Journalismusquerfinanzierung genutzt wird, sondern nur, abzüglich der Steuern, der persönlichen / familiären Milliardenmultiplizierung dient: Andere juristische Entitäten, dieselben Eigentümer dahinter.

    Jetzt ist aber langsam mal gut mit diesem Schmarotzen, hat ja lang genug gedauert, bis das Google jetzt aufzubrechen beginnt – denn wenn die Direktanzeigen (von den eigenen HR-Seiten der Unternehmen) dort genauso prominent gelistet werden wie die unnötig Tausende kostenden Anzeigen auf den Seiten der (hauptsächlich) “Verleger”, dann können Letztere ihre Schmarotzerbetriebe bald zumachen – kein Wunder, das die im Dreieck springen.

    Dass Google die Aggregierung nicht aus Menschenfreundlichkeit macht, sondern, nachdem sie das Geschäft an sich gerissen haben, dann ihrerseits abzocken werden ohne Ende, steht dabei auf einem noch anderen Blatt…

    Die göttliche Ironie bei alldem: Journalismus galt mal als wertvolle Dienstleistung, nicht als Zwischenhandel. Heute, da die echten, pertinenten Informationen grossteils gerade an der etablierten Presse vorbei gesteckt werden, ist die traditionelle Presse zum einen als dispensabler Zwischenhändler enttarnt – der z.T. auch noch lügt und zumindest verschweigt wie ein abgefuckter Autoverkäufer mit zuviel Gel im Haar -, und zum anderen genehmigen sich die “Hintermänner” jetzt ausgerechnet auch noch die – total überflüssigen – Zwischenhandel -, die ihnen doch zuvor weggebrochen waren, und die jetzt, eigentlich, quasi zum “Selbstkostenpreis” zur Verfügung stehen sollten… und bei ihren Preisvorstellungen haben sie dann auch noch masslos übertrieben – und jetzt werden sie da wieder ausgebootet. (Siehe auch die von den Händlern, also von den Kunden zu entrichtenden Kommissionen an Springers idealo.de usw.)

    Dass sich Google über kurz oder lang eh eingemischt hätte, ist klar, aber angesichts der von den “Verlegern” aufgerufenen Preisen wird ihren “abgezockten”, nämlich abzockenden Middleman-Seiten niemand eine Träne nachweinen.

    Der (gratis, nämlich von den Anzeigenden selbst erstellte) Mehrwert der Webmarktplätze gegenüber den Anzeigenteilen der Zeitungen ist die schnelle Auffindbarkeit, für den Arbeitssuchenden, der für ihn relevanten Anzeigen (auch unterhalb des mittleren Managements, wo sie aufgrund der Anzeigengrösse schon immer weitgehend gegeben war); der Mehrwert der Tageszeitungen für den Leser erschliesst sich heute überhaupt nicht mehr – weil eben FAZ und SZ nicht mehr die von vor 30 Jahren sind; für beide wäre auch heute und morgen immer noch Platz gewesen in einem Sprachraum von über 100 Millionen Einwohnern.

    Auch wer das, wie ich, sehr bedauert, weinte den Blättern, wie sie sich heute darstellen, aber keine Träne nach, wenn sie denn einmal aufgeben müssten – wird natürlich nicht passieren, der Steuerzahler wird auch das zu verhindern gezwungen werden, und er wählt ja auch immer wieder entsprechend, wird sich also nicht beklagen können, siehe auch das Modell taz in Berlin -; aber dass jetzt das letzte Stündlein der Verleger-usw.-Anzeigen-Seiten schlägt, das bedauern nur diese Verleger usw. selbst, und natürlich ihre Lakaien.

  4. Partner? Es gibt keine Partner in dem Sinne für Google Jobs. Google bevorzugt da niemanden. Jede Karriereseite mit strukturierten Daten wird von Google erfasst, siehe z.B. Deutsche Bahn.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia