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Fluch und Segen KKR: Was der US-Finanzinvestor 
mit Axel Springer vorhaben könnte

Axel-Springer-Großaktionärin Friede Springer, CEO Mathias Döpfner
Axel-Springer-Großaktionärin Friede Springer, CEO Mathias Döpfner

Sollte dem US-Finanzinvestor KKR wie geplant der der Einstieg bei Axel Springer gelingen, könnte dies dem Berliner Unternehmen im Rubrikengeschäft zum Sprung in die Weltliga verhelfen. Doch es gibt auch mögliche Schattenseiten. Als strategischer Investor dürfte KKR bei Springer den Druck auf die Rendite massiv erhöhen – möglicherweise zu Lasten gedruckter Produkte wie der Bild und Welt. Ein Kommentar.

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Noch ist nichts final entschieden. Die Gespräche zwischen dem Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und dem amerikanischen Finanzinvestor KKR stehen noch ganz am Anfang. Der will die Anteile aller Aktionäre – bis auf Verlegerin Friede Springer und Döpfner – schlucken (MEEDIA berichtete). Glückt den Amerikanern ihr Vorhaben, stehen dem Berliner Medien-Konzern möglicherweise unruhigen Zeiten bevor.

Projekt Weltmarktführer

Für Döpfner birgt der neue strategische Partner aus New York einerseits große Vorteile und Chancen. Denn nimmt KKR – wie erklärt – das Unternehmen von der Börse, kann der Medienmanager künftig jenseits der Zwänge einer Börsennotierung leichter agieren. Denn der Medienmanager hat sich viel vorgenommen. Er will das Unternehmen zum Weltmarktführer ausbauen. Dazu soll das Unternehmen im Rubrikengeschäft und digitalen Journalismus international weiter expandieren – und dies mit weiteren Zukäufen. So sollen die Berliner ein Auge auf das Kleinanzeigengeschäft von Ebay geworfen haben, doch der Erwerb ist teuer. Zuletzt soll Ebay angeblich rund zehn Milliarden Euro als Kaufpreis aufgerufen haben – eindeutig zu viel für die Springer-Kasse. Mit KKR als Investor im Rücken, wären solche Transaktionen für Döpfner eher zu stemmen. Schlagartig könnten die Berliner so im Rubrikengeschäft in neue Wachstumsregionen vorstoßen.

Doch das ist nicht alles. Möglich ist, dass KKR Axel Springer im Bewegtbild-Geschäft stärker verankert, um damit einen Gegenpol zu den TV-Konzernen ProSiebenSat.1 und RTL aufzubauen. Als Vehikel hierfür könnte den Amerikanern die Tele München-Gruppe dienen, die der Finanzinvestor Anfang des Jahres überraschend übernommen hat. KKR hat außerdem noch weitere TV- und Filmproduktionsfirmen zugekauft und angekündigt, zusammen mit dem früheren Sat.1- und Constantin-Chef Fred Kogel eine neue Medienplattform in Deutschland aufzubauen. Damit würde KKR den Berliner Medienriesen auch auf dem Inlandsmarkt auf breitere Standbeine stellen.

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Mögliche Schattenseiten

Der Einstieg von KKR hat aber auch seine Schattenseiten. KKR hatte bereits bei der TV-Kette ProSiebenSat.1 gezeigt, worauf es den Amerikanern ankommt: Gewinnmaximierung. Der Investor könnte Döpfner dazu drängen, weniger ertragreiche Geschäfte schnell auf Rendite zu trimmen. Damit rücken vor allem die gedruckten Produkte von Bild und Welt ins Blickfeld. Hier belasteten jüngst Auflagen- und Anzeigenrückgänge den Gewinn der Sparte News Media. Die Amerikaner könnten darauf pochen, die Digitalisierung der publizistischen Flaggschiffe Bild und Welt schneller als gedacht voranzutreiben und Print weitestgehend zurückzudrängen. Ob dies allerdings Döpfner und Friede Springer mitmachen würden – es wird sich zeigen.

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