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Megacoup von KKR: Finanzinvestor will Axel-Springer von der Börse nehmen

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Überraschender Coup von KKR: Der amerikanische Finanzinvestor plant, die Aktien aller Anteilseignern von Axel Springer zu übernehmen - mit Ausnahme von Friede Springer und Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner. Gelingt der Mega-Deal, will KKR das Unternehmen von der Börse nehmen. Für Döpfner käme der neue kapitalkräftige Partner gelegen. Er hätte die Chance, das Unternehmen zum Weltmarktführer im Rubrikengeschäft und digitalen Journalismus auszubauen - jenseits den Zwängen einer Börsennotierung.

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Der Zeitpunkt für den Einstieg des US-Finanzinvestors KKR bei Axel Springer könnte nicht besser gewählt sein. Seit mehr als einem Jahr kennt der Aktienkurs des Berliner Medienkonzerns nur eine Richtung: steil bergab. Lag die Börsennotierung im August 2018 noch bei mehr als 65 Euro, sackte sie zuletzt auf mehr als 45 Euro an – zu wenig Kursfantasie hatte Springer-Chef Mathias Döpfner auf dem Börsenparkett geweckt – auch wenn zuletzt Gerüchte die Runde machten, dass die Berliner mit einer zehn Milliarden US-Dollar starken Übernahme bei Ebay Kleinanzeigen liebäugelten.

Schwache Börsennotierung

Jetzt nutzt KKR die schwache Börsennotierung, um die Aktien von allen Anteilseignern von Axel Springer zu schlucken – mit Ausnahme der Großaktionärin Friede Springer und Springer-Chef Döpfner. Gestern bestätigte Springer den möglichen Einstieg von KKR in einer Pflichtmitteilung an die Anleger. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über das Vorhaben berichtet. Zum Zeitpunkt der ersten Berichte schoss die Springer-Aktie um 16 Prozent nach oben. Anleger goutieren die Pläne offensichtlich. Sollte das Geschäft gelingen, will KKR das Unternehmen von der Börse nehmen – dies wäre ein historischer Einschnitt für das Unternehmen, zu dem die Bild-Zeitung und die Welt gehören. Dazu teilt Springer mit: „Der Verhandlungsstand sieht vor, dass KKR – nach Vereinbarung eines Konsortiums mit Beteiligungsgesellschaften von Frau Dr. h.c. Friede Springer und des Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Mathias Döpfner – ein öffentliches Angebot an die übrigen Aktionäre der Axel Springer SE zum Erwerb ihrer Aktien unterbreiten wird“. Friede Springer und Döpfner halten zusammen 45,4 Prozent, davon Döpfner rund 2,8 Prozent. Fraglich ist, ob sich die Springer Enkel Axel Sven und Ariane Melanie von ihren Anteilspaketen trennen. Sie halten zusammen 9,8 Prozent, wobei Axel Sven Springer 7,4 Prozent besitzt. Würden sie diese an KKR verkaufen, könnte der Finanzinvestor zusammen mit den anderen ausstehenden Aktionären und dem Streubesitz sogar zum Mehrheitsaktionär aufsteigen.

Weltmarktführer-Pläne
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Sollte KKR neuer strategischer Partner werden, könnte Axel Springer im internationalen Mediengeschäft eine größere Rolle spielen. Mit Hilfe von KKR als kapitalstarken Investor im Rücken ist es denkbar, dass Döpfner das Wachstum des Unternehmens nun stärker als bislang massiv vorantreibt – und dies jenseits den Zwängen eines Börsenlistings. Denn der Vorstandschef hat ehrgeizige Ziele. Er hatte erst jüngst davon gesprochen, das Berliner Unternehmen im Rubrikengeschäft und bei den digitalen Journalismus zum Weltmarktführer zu machen. Was größenwahnsinnig klinge, sei erreichbar, sagte Döpfner vor kurzem auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin.

KKR ist im deutschen Mediengeschäft kein Unbekannter. Von 2006 bis 2013 war die Beteiligungsfirma an dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 beteiligt und stieg hier mit Gewinn wieder aus. Nun sorgte Anfang des Jahres ein neuer Deal für Schlagzeilen. Mit dem bekannten Medienmanager Fred Kogel baut KKR in Deutschland rund um Tele München eine unabhängige Fernseh- und Film-Produktions- und Vertriebsfirma auf (MEEDIA berichtete).

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