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Allianz gegen populistische Angriffe: ARD und ZDF kooperieren künftig mit ORF-Redakteuren

Redaktionen von ARD, ZDF und ORF wollen künftig enger zusammenarbeiten Montage: MEEDIA

Es ist die Reaktion auf andauernde Angriffe von Populisten und die im Strache-Video geäußerten Diffamierungen von Journalisten: Die Redakteure von ARD und ZDF wollen künftig noch enger mit den Kollegen des ORF zusammenarbeiten. Angedacht ist auch eine europaweite Zusammenarbeit öffentlich-rechtlicher Redakteursvertretungen.

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Dazu veröffentlichten die Redakteursvertreter von ARD, ZDF und Deutschlandradio (AGRA) am Mittwoch eine „Kölner Erklärung“ mit dem Titel „Gemeinsam gegen populistische Angriffe“. AGRA-Sprecherin Gabriela Mirkovic erklärt: „Gerade der Ibiza-Skandal rund um den österreichischen Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und die Angriffe auf den Journalismus zeigen deutlich, wie wichtig es ist, sich gemeinsam gegen populistische Attacken zu wehren.“

In dem von Spiegel und Süddeutscher Zeitung veröffentlichten Video hatte der FPÖ-Politiker Strache unter anderem Journalisten als “die größten Huren auf dem Planeten” diffamiert und wiederholt die Abschaffung des ORF in der jetzigen Form angestrebt.

Bornemann, Vorsitzender des ORF-Redakteursrats, sprach im Deutschlandfunk von einem „hohen Maß an Solidarität“ unter Journalisten. Als „zum einen überraschend und zum anderen sehr erfreulich“ bezeichnete Bornemann die Tatsache, dass die Kronen Zeitung eine Gebührenfinanzierung für den ORF nun doch befürworte.

Auch Österreichs größte, überparteiliche Tageszeitung war Thema im heimlich gefilmten Strache-Video: „Wenn du die Krone hast, hast du die Meinungshoheit“, sinnierte der FPÖ-Chef 2017, und sprach davon, wie es wäre, das Blatt im Sinne der Partei auf Linie zu bringen.

Europaweite Zusammenarbeit angedacht

„Populistische Parteien haben den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die freie Presse als Feinde ihrer Politik ins Visier genommen – nicht nur in Österreich“, so Bornemann. „Die Kooperation mit unseren deutschen Kollegen soll der Startschuss sein für eine europaweite Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Redakteursvertretungen.“

Um Demokratie und Meinungsfreiheit im Sinne des Gemeinwohls zu stärken, seien AGRA und ORF-Redakteursrat zudem offen für weitere Kooperationen mit Redakteursvertretern anderer europäischer Sender, heißt es in der Erklärung weiter. Gemeinsam wolle man sich für Pressefreiheit, Glaubwürdigkeit und Relevanz engagieren.

Die Entscheidung zur Zusammenarbeit fiel bei einer ersten gemeinsamen Tagung des AGRA und des ORF-Redakteursausschusses im Funkhaus Köln des Deutschlandradio. Als Zeichen der Solidarität findet die nächste gemeinsame Tagung beim ORF statt.

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