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„Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden“: Werberat rügt bayrische Brauerei – die bleibt aber dabei

Der Deutsche Werberat hat vier Unternehmen öffentlich gerügt. Die Selbstkontrolleinrichtung beanstandete drei Firmen wegen sexistischer Anzeigen. Eine vierte Rüge erhielt das Hofbräuhaus Traunstein, das gegen die Verhaltensregeln für verantwortungsvolle Alkoholwerbung verstoßen haben soll.

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Das Hofbräuhaus Traunstein hat nun bereits die zweite öffentliche Rüge vom Deutschen Werberat kassiert. Anders als 2017, als es um eine sexistische Anzeige ging, handelte es sich nun um einen Verstoß gegen die Verhaltensregeln für verantwortungsvolle Alkoholwerbung. Aus Sicht der Selbstkontrolleinrichtung verletzt die Firma die Gebote.

„Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden“ lautet die Werbebotschaft in Verbindung mit einem sich umarmenden Paar. Kritisiert wird daran nun, dass beim Betrachter der Eindruck erweckt würde, „dass sich der Konsum des Biers positiv auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau auswirkt“. In der Stellungnahme zur Beanstandung hatte die Brauerei bestätigt, dass dies auch so beabsichtigt sei.

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärte Brauereichef Max Sailer bereits Mitte März nach Zustellung der Beschwerde: „Keinesfalls verzichten wir auf die Werbung.“

Hofbräuhaus Traunstein

Die Sprecherin des Werberats erläutert die öffentliche Rüge wie folgt: „Hier geht es nicht darum, den ‚Einzelmeinungen scheinheiliger Moralisten zuzustimmen‘, wie dem Werberat von der Brauerei vorgeworfen wurde. Alkoholkonsum darf in der Werbung weder als Problemlöser, noch als Schlüssel für Glücksmomente angepriesen werden.“

Drei weitere öffentliche Rügen wurden wegen sexistischer und herabwürdigender Werbung ausgesprochen: Dem Bestattungsunternehmen Häusler wurde „pietätlose und sexistische Werbung“ vorgeworfen. Die Firma stehe allerdings dazu. Begründung: Der Betrachter würde damit zum Lachen gebracht. Das Gremium sah hingegen die Grenze zur Herabwürdigung überschritten.

Häusler

Bei der Online-Werbung des Unternehmens Einhorn Werke handle es sich um „eine ästhetische Darstellung“. Die Anzeige erwecke laut Gremium aber den Eindruck, die Frau sei wie die Wand „ein schmückendes Beiwerk“, wodurch sie zum Objekt degradiert werde. Kritisch gesehen wurde vor allem der Zusammenhang zum Produkt. Zwar sei der Werbetext „Faszination Wandgestaltung“ zu einem gewissen Grad umgesetzt. „Insgesamt überwiege dennoch negativ, dass eine nackte Frau derartig in Szene gesetzt wird, um das Angebot zu bewerben“, heißt es in der Begründung.

Einhorn Werke

Als sexistisch hat der Werberat auch das Motiv der ASR GmbH & Co.KG beanstandet, eine Firma für Autoteile. „Wir haben bestimmt auch ihren Typ“, steht auf dem Plakat, das ein weibliches Hinterteil in einer hautengen Hotpants zeigt. „Werbungen wie diese reduzieren Frauen auf ihre Sexualität und sind daher herabwürdigend“, heißt es in der Begründung mit Verweis auf Ziffer 5 der Werbekodex. Das Unternehmen habe sich im Verlauf des Verfahrens dazu bereit erklärt, die Anzeige von der Homepage zu entfernen. Am Plakat wollten die Geschäftsführer aber festhalten, man zeige schließlich „ein Fahrgestell.“

ASR GmbH & Co.KG

tb

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