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Radikaler Strategiewechsel: Digitales Wirtschaftsportal Quartz setzt nun auch auf Paid Content

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Foto: Screenshot www.qz.com

Vor rund sieben Jahren ist Quartz an den Start gegangen. Nun haben die Verantwortlichen angekündigt, erstmals eine Paywall einzuführen. Per Mitgliedschaft bekommen die Leser künftig für 14,99 US-Dollar monatlich exklusive Inhalte.

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Mehr und mehr Medienhäuser stellen ihre digitalen Inhalte hinter eine Paywall. Erst vorige Woche zeigte eine ausführliche Studie des Reuters Instituts, dass im Jahr 2019 mittlerweile 53 Prozent der untersuchten Seiten eine Paid-Content-Strategie haben (Meedia berichtete). Einzig bei den rein digitalen Angeboten lassen überwältigende 94 Prozent ihre Inhalte weiterhin frei zugänglich.

Mitglieder zahlen künftig 14,99 US-Dollar im Monat

Die digitale Nachrichtenseite Quartz hat nun entschieden, einen Teil ihrer eigens produzierten Online-Angebote hinter eine “Metered Paywall” zu stellen, die dann nur noch Abonnenten zugänglich sind. Laut Ankündigung soll nach einer auf jeden Leser angepassten Artikelanzahl ein Werbebanner kommen, der auf die Quartz-Mitgliedschaft hinweist. Ob es sich dabei um zehn oder 15 Artikel handelt, hängt dabei sowohl von persönlichen Präferenzen der Nutzer als auch der Wahrscheinlichkeit ab, überhaupt Abonnent zu werden. Die E-Mail-Newsletter und die Apps bleiben weiterhin kostenfrei.

Keine Paywall zu haben, war ursprünglich Teil der Strategie, wie Verleger und CEO Jay Lauf 2013 gegenüber dem Guardian sagte. Mobile-first und frei zugängliche Inhalte waren die Devise, auch um möglichst schnell ein großes Publikum zu erreichen. Der Erfolg gab den Machern zunächst recht. Im September 2017 teilte der Medienkonzern in eigener Sache mit, dass man über die diversen Kanäle monatlich 100 Millionen Nutzer erreiche. Mittlerweile arbeiten über 100 Angestellte im Newsroom.

Laut dem Mediendienst Nieman Lab, der sich auf Daten von comScore beruft, soll Quartz im ersten Quartal 2019 35 Prozent des Web-Traffics im Vergleich zum Vorjahr verloren haben. 7,3 Millionen monatliche Unique Users sollen es in diesem Jahr gewesen sein. Den Höchstwert erreichte das Portal demnach im August 2017 mit 15,7 Millionen.

Quartz wirbt um zahlende Leser

 

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Video-Interviews mit Bill Gates und Co.

Nun also der nächste Schritt: Mitglieder zahlen künftig 14,99 US-Dollar im Monat (13,30 Euro), im ersten Jahr erhalten Neukunden einen Rabatt und zahlen für ein Jahresabo direkt 100 US-Dollar. Um möglichen Nutzern die Bezahlinhalte schmackhaft zu machen, kündigte Quartz-CEO Lauf folgende Inhalte an: sogenannte “Deep-Dive” Berichte zu verschiedenen Themen aus der Tech- und Wirtschaftsbranche, exklusive Video-Interviews mit führenden Köpfen (unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates und Eric Schmidt von Google), Mitgliederversammlungen sowie wöchentliche Telefonkonferenzen mit den Redakteuren. Einen derartigen Austausch von Redaktion und Lesern verfolgen auch andere Medien wie die britische Nachrichtenplattform Tortoise.

Quartz wurde im Juli 2018 vom japanischen Medienunternehmen Uzabase für rund 86 Millionen US-Dollar gekauft. Laut einer Präsentation des Konzerns vor Investoren sollen die Einnahmen von 18,6 Millionen US-Dollar in 2015 auf 30 Millionen im Folgejahr gestiegen sein, allerdings habe es in 2017 eine kleine Delle gegeben, als Quartz Einnahmen von 27,6 Millionen US-Dollar verbuchte.

Der Strategiewechsel von der freien Distribution zur Paywall kommt indes nicht völlig überraschend: In einem Memo von Lauf und Chefredakteur Kevin Delaney hieß es im Juni vorigen Jahres, dass Werbung weiterhin den Löwenanteil der Einnahmen ausmachen werde, aber dass das größte Wachstum in der Zukunft im Bereich Lesereinkünfte liege.

In der jüngsten Mitteilung nun konzentrierte sich Jay Lauf auf die Mission von Quartz. Man sei als Leitfaden für die globale Wirtschaft für eine neue Generation von Führungskräften gestartet. Diese Mission sei in einer lauten Nachrichtenwelt immer relevanter. “Wir glauben, dass Qualitätsjournalismus wichtiger denn je ist”, so Lauf. Die Verantwortlichen hofften nun, dass das möglichst viele der bisherigen Leser genauso sehen.

tb

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