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“Das ist Medienmanipulation” – DJV verlangt von Bayer Aufarbeitung in Sachen Journalisten-Listen

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PR-Agenturen, die im Auftrag von Bayer/Monsanto gearbeitet haben, sollen in Frankreich und eventuell auch in Deutschland und anderen EU-Staaten Journalisten systematisch erfasst und in Listen eingeteilt haben. Der DJV fordert nun eine transparente Aufarbeitung des Skandals.

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Im Jahr 2016 haben PR-Agenturen, die im Auftrag des US-Saatgutkonzerns Monsanto gearbeitet haben, offenbar Listen von Journalisten, Politikern und Aktivisten geführt. Die Personen wurden danach eingeteilt, ob sie Monsanto gegenüber positiv oder negativ eingestellt sind. Bislang ist dieses Vorgehen für Frankreich bekannt, wo die Staatsanwaltschaft mittlerweile ermittelt. Bayer hat Monsanto 2018 übernommen und damit nicht nur den Ärger rund um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat geerbt, sondern nun auch noch den Skandal rund um eine mögliche Beeinflussung und Manipulation der Öffentlichkeit am Hals.

Der Skandal um die Listen wurde vergangenes Wochenende bekannt. Bayer hat sich dafür bereits entschuldigt und volle Aufklärung versprochen. Die Geschäftsbeziehung mit der PR-Agentur Fleishman Hillard, die für Monsanto gearbeitet hat und unter deren Ägide die Listen angelegt wurden, wurde auf Eis gelegt.

Der Deutsche Journalisten-Verband verurteilt unterdessen die systematische Erfassung von Journalisten durch Monsanto und verlangt vom Mutterkonzern Bayer eine transparente Aufarbeitung. “Informationen über Journalisten zu sammeln und die Medienvertreter nach ihrer vermeintlichen Beeinflussbarkeit zu kategorisieren, ist absolut inakzeptabel”, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. “Das hat mit Pressearbeit nichts zu tun, das ist Medienmanipulation.“

“Wer auf diesen Listen steht, muss darüber informiert werden und verdient eine Entschuldigung”, so Überall. Ferner erklärt sich der DJV solidarisch mit den auf den Listen erfassten Wissenschaftlern. “Auch mit Blick auf die laufenden Glyphosat-Prozesse muss man sich fragen, was für ein Wissenschaftsbild ein Konzern hat, der Forscher nach Gläubigen und Abtrünnigen unterteilt“, so Überall.

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Matthias Berninger, der bei Bayer die Abteilung Public Affairs und Nachhaltigkeit leitet, erklärte, dass Bayer solche Listen wie die von Monsanto nicht geführt hat. Solche Praktiken würden auch nicht zu seinem “Wertekodex” passen.

sw

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