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Nicht-Entlastung des RTL-Group-CEOs: Was hat ein Untreue-Fall bei Stylehaul damit zu tun?

Bert Habets (links) und Thomas Rabe
Bert Habets (links) und Thomas Rabe ©imago images / IPON/ Montage: MEEDIA

Die genauen Hintergründe um den Rücktritt von Bert Habets als CEO der RTL Group und der verweigerten Entlastung bei der Hauptversammlung Ende April sind unklar. Die Entscheidung "beruht auf bestimmten Angelegenheiten, die noch geprüft werden", heißt es seitens des Unternehmens. Ein Medienbericht bringt nun eine mögliche Veruntreuung von Firmengeldern bei einer RTL-Tochter ins Spiel.

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Die Ereignisse haben sich zuletzt bei der RTL Group überschlagen. Im Fokus stand der damalige Noch-CEO Bert Habets, der Anfang April überraschend seinen sofortigen Rücktritt “aus persönlichen Erwägungen” öffentlich machte. Er legte damit seine Aufgabe als Mitglied des Boards der RTL Group nieder, Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe übernahm die Führung. Die wahren Gründe des Abgangs blieben unklar.

Ende April verweigerte der RTL-Mehrheitseigner Bertelsmann dem Ex-Chef auf der Hauptversammlung dann die eigentlich übliche Entlastung für das abgelaufene Jahr. Für gewöhnlich wird dem CEO mit diesem Vorgang zugesichert, dass das Unternehmen ihm und dessen Handeln vertraut.

Genaue Hintergründe unbekannt

“Die Entscheidung der Hauptversammlung, Habets keine Entlastung zu erteilen, beruht auf bestimmten Angelegenheiten, die noch geprüft werden”, hieß es in einer Erklärung des Konzerns. “Auf Grundlage der gegenwärtigen Informationen wird nicht erwartet, dass diese Angelegenheiten signifikante finanzielle Auswirkungen auf den Konzern haben.” Die genauen Hintergründe? Auch in diesem Fall unklar.

Der Medienjournalist Kai-Hinrich Renner berichtet nun in seiner aktuellen Kolumne, dass die verweigerte Entlastung mit dem Onlineportal Stylehaul zu tun haben könnte. Seit über acht Jahren werden dort Mode-, Schmuck- und Kosmetikprodukte präsentiert. 2013 war RTL bei Stylehaul eingestiegen und hatte im Jahr darauf die Mehrheit daran erworben. 2018 mussten auf die Investitionen für das Portal 105 Millionen Euro abgeschrieben werden.

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Veruntreuung von Firmengeldern bei Stylehaul?

Aus Unternehmenskreisen wird berichtet, dass es in Habets’ Zeit bei Stylehaul einen Fall massiver Untreue gegeben haben soll. Der damalige RTL-Chef soll die Aufklärung nur halbherzig verfolgt haben. Mehrere Quellen aus dem Konzern sagten übereinstimmend, ein Stylehaul-Manager soll über einen längeren Zeitraum hinweg Unternehmensgelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Angeblich sei das Geld bei Poker-Partien eingesetzt worden. Die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden sollen dich dem Fall bereits angenommen haben. Dass die der Untreue-Fall der alleinige Grund für die verweigerte Entlastung des Ex-CEOs ist, wird allerdings angezweifelt, heißt es in der Kolumne.

Auf Anfrage wollte die RTL Group den Bericht und die darin veröffentlichten Informationen nicht kommentieren.

tb

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