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New York Times entschuldigt sich für Netanjahu-Karikatur: „Es war eine Fehleinschätzung, sie zu veröffentlichen“

Das Verlagsgebäude der New York Times in der Eigth Avenue in Manhattan

Die New York Times hat sich für eine Karikatur von Benjamin Netanjahu entschuldigt: Israels Ministerpräsident ist darauf als Blindenhund mit Davidstern am Halsband abgebildet, der einen blinden Trump mit Kippa führt. Die Zeichnung war in der internationalen Printausgabe vom Donnerstag erschienen und hatte viel Kritik hervorgerufen, sogar der US-Vizepräsident nahm dazu Stellung.

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Wir stehen an Israels Seite und verurteilen jede Form von Antisemitismus, twitterte Mike Pence am Sonntagnachmittag. Der US-Vizepräsident nahm dabei Bezug auf eine am Donnerstag in der New York Times (NYT) erschienene Karikatur, die vielfach kritisiert wurde. In der internationalen Ausgabe des Traditionsblattes war Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als Blindenhund mit Davidstern am Halsband zu sehen, der einem blinden Donald Trump mit Kippa führt.

Die kritischen Stimmen ließen nicht lange auf sich warten. Auch zahlreiche Nachrichtenportale wie The Jerusalem Post, The Times of Israel, CNN und Fox News berichteten darüber. In einer nun veröffentlichten Stellungnahme schreiben die NYT-Verantwortlichen: „The image was offensive, and it was an error of judgment to publish it.“ Eine Sprecherin der Zeitung sagte zudem, dass das Medienhaus die Publikation „zutiefst bedauere“.

„So ein Bild ist immer gefährlich“, hieß es weiter, „und zu einer Zeit in der Antisemitismus weltweit wieder auf dem Vormarsch ist, ist das Vorgehen inakzeptabel.“ Man werde nun sicherstellen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiere. Eine Anmerkung zur Karikatur ist zudem in der internationalen Montagsausgabe der NYT erschienen.

Dass die Karikatur auf der Meinungsseite gelandet ist, habe laut NYT an einem fehlerhaften Prozess gelegen. Dabei habe ein einzelner Redakteur die Entscheidung getroffen, die Zeichnung ins Blatt zu heben. Die Verantwortlichen seien daran, die Prozesse zu überprüfen und anzupassen, um derartige Fehlentscheidungen künftig zu vermeiden.

Das American Jewish Committee (AJC) hat per Kurznachrichtendienst mitgeteilt, dass man die Entschuldigung nicht akzeptiere. „Wir vermerken, dass die NYT signifikante Veränderungen versprochen hat und freuen uns darauf, diese Veränderungen in der Praxis zu sehen“, so die Non-Profit-Organisation.

„Actions speak louder than words“, betont das AJC.

tb

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