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Alphabet-Quartalszahlen: Die Google-Mutter enttäuscht die Wall Street mit schwachem Umsatzwachstum

Larry Page und Sergey Brin: Das “G” macht auch bei Alphabet weiter die Musik
Larry Page und Sergey Brin: Das "G" macht auch bei Alphabet weiter die Musik

Harter Aufprall nach Handelsschluss: Wegen einer deutlichen Umsatzverfehlung im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres sind Alphabet-Aktien nachbörslich um rund sieben Prozent eingebrochen. Die Google-Mutter erlaubte sich den Luxus, fast eine Milliarde Dollar weniger zu erlösen als von Analysten erwartet worden war. An der Wall Street macht sich nun die Sorge breit, dass Googles Werbegeschäft spürbar unter der Konkurrenz von Facebook und Amazon leiden könnte.

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Das Wachstum in Mountain View geht weiter, doch es fällt so gering aus wie nie: Nur noch 17 Prozent legten die Erlöse im ersten Quartal zu. Zwischen Anfang Januar und Ende März erlöste Alphabet vor Abzug von Traffic-Akquisitionskosten mit 36,33 Milliarden Dollar den zweithöchsten Umsatz der Konzerngeschichte. Im Vorjahreszeitraum hatte der 20 Jahre alte Internetpionier noch 31,14 Milliarden Dollar umgesetzt.

Allein: Die Wall Street hatte deutlich mehr vom nach Amazon zweitwertvollsten Internetkonzern der Welt erwartet. Die Konsensschätzungen, die bei Umsätzen von 37,34 Milliarden Dollar gelegen hatten, wurden damit um exakt eine Milliarde Dollar verfehlt.

Werbegeschäft macht weiter 85 Prozent der Erlöse aus

Nach Abzug von Traffic-Akquisitionskosten erlöste Alphabet durch Googles Werbeeinnahmen 29,48 Milliarden Dollar und blieb damit ebenfalls hinter den Analystenerwartungen, die durchschnittlich bei 30,04 Milliarden Dollar gelegen hatten.

85 Prozent seiner Erlöse erzielt Alphabet weiterhin durch die Werbeerlöse seiner Google-Suche. Doch das Werbegeschäft gerät zunehmend unter Druck: So gab die Klickvergütung (“Cost per Click”), die angibt, wie viel der Internetriese pro Klick auf eine Anzeige von Werbekunden erlöst, um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach.

“Andere Umsätze” wachsen dynamischer als Werbegeschäft

Die Traffic-Akquisitionskosten (TAC), die Google aufwenden muss, um von dritter Seite Traffic zu erzeugen (wie etwa an Apple für die Vorinstallation der Google-Suche auf iOS-Geräten) stiegen dagegen um weitere 9 Prozent auf  6,86 Milliarden Dollar an.

Googles “Andere Umsätze”, zu denen etwa Hardware-Verkäufe der Pixel-Smartphones und der Smart Speaker Google Home, der PlayStore und das Cloud-Geschäft zählen, legten unterdessen um 25 Prozent auf 5,45 Milliarden Dollar zu.

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 “Andere Wetten” verbrennen 868 Millionen Dollar

Die „Anderen Wetten“ (wie der autonome Fahrdienst Waymo oder etwa Project Loon), die Alphabet in der Holding-Struktur gesondert ausweist, weiteten ihre Verluste unterdessen weiter aus, während die Umsätze nur marginal zulegten.

Nach Erlösen von 150 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum setzten die „Other Bets“ nunmehr 170 Millionen Dollar um, verbrannten dabei allerdings jetzt schon 868 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatten die Nettoverluste noch 571 Millionen Dollar betragen.

EU-Milliardenstrafe reduziert Gewinn

Die Gewinnentwicklung zeigt unterdessen gar nach unten. Nach 9,4 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum konnte die Google-Mutter in den ersten 90 Tagen des Jahres nunmehr nur 6,65 Milliarden Dollar einfahren. Maßgeblichen Anteil daran hatte die im März verhängte Milliarden-Strafe der EU-Kommission wegen Missbrauchs seiner Marktmacht.

Ohne die EU-Strafe über 1,5 Milliarden Euro hätte der Konzerngewinn bei 8,33 Milliarden Dollar gelegen und wäre damit ebenfalls im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig gewesen. Der Gewinn je Aktie fiel mit 9,50 Dollar je Anteilsschein deutlich schwächer aus als von Analysten erwartet, die mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 11,40 Dollar gerechnet hatten. Im Vorjahr hatte der Gewinn je Aktie noch 13,33 Dollar betragen.

Anleger reagierten komplett unzufrieden auf Alphabets neustes Zahlenwerk. Die Alphabet-Aktie, die im Jahresverlauf noch um 24 Prozent zugelegt hatte, brach nachbörslich aus Sorge um die Entwicklung des Werbegeschäfts, das durch Facebook und zuletzt vor allem von Amazon zunehmend Konkurrenz bekommen hat, um gleich 7 Prozent auf nur noch 1200 Dollar ein.

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