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ZDF will Grindel nicht: Laut Gutachten hat der Ex-DFB-Präsident kein Rückkehrrecht

Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel
Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel ©Foto: imago/Jan Huebner

Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel hat keinen juristischen Anspruch auf eine Rückkehr zum ZDF. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Sender in Auftrag gegebenes Gutachten. Zunächst hatten die Mainzer dem 57-Jährigen ein solches Rückkehrrecht eingeräumt.

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Der studierte Jurist und Journalist hat mehr als ein Jahrzehnt lang fürs ZDF gearbeitet. Anschließend war er für die CDU Mitglied des Bundestags und wechselte 2016 an die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes. Anfang April trat er zurück.

In den Tagen vor seinem Rücktritt hatte es deutliche Kritik an Grindel wegen der Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr gegeben.

Zunächst hatte das ZDF mitgeteilt, Grindel habe ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht. Der Sender gab anschließend eine Prüfung des Rechtsanspruchs in Auftrag. Diese kam offenbar zu einem anderen Ergebnis und so folgt nun die Kehrtwende: “Das jetzt vorliegende Ergebnis der juristischen Expertise bestätigt ein Rückkehrrecht von Herrn Grindel nicht”, teilte das ZDF in Mainz auf Anfrage mit.

Über zehn Jahre für das ZDF tätig

Beim ZDF war Grindel von 1992 bis 1997 als Redakteur im ZDF-Studio Bonn beschäftigt. Danach war er von 1997 bis September 1999 Leiter des ZDF-Landesstudios Berlin. Von Oktober 1999 bis Dezember 2002 arbeitete er als Leiter des ZDF-Studios Brüssel, seit Januar 2003 ist er dem ZDF zufolge freigestellt. Mitglied im Deutschen Bundestag war Grindel von 2002 bis 2016.

Der 57-Jährige jedenfalls, so berichtete es Spiegel Online, hatte offenbar zumindest mit dem Gedanken gespielt, zum Mainzer Sender zurückzukehren. Er soll bei ZDF-Intendant Thomas Bellut in der Sache vorgesprochen haben. Dieser habe intern bereits klar gemacht, dass er eine Rückkehr des 57-Jährigen auf dessen alten Posten ablehne. “Eine journalistische Tätigkeit des Ex-DFB-Chefs komme für ihn nicht infrage. Es sei unvorstellbar, dass Grindel für das ZDF etwa Sport oder Politik kommentiere”, sagte Bellut. Entschieden hätte er über die Frage jedoch noch nicht. Nun hat der Sender die Frage juristisch klären lassen.

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Rückkehr war theoretisch möglich

Dass Grindel aber theoretisch zum ZDF hätte zurückkehren können, ist in der Tat nicht ungewöhnlich. Konkret heißt es im Gesetzestext für Bundestagsabgeordnete:

Stellt der Beamte nicht binnen drei Monaten seit der Beendigung der Mitgliedschaft im Bundestag einen Antrag nach Absatz 1, so ruhen die in dem Dienstverhältnis begründeten Rechte und Pflichten (§ 5 Abs. 1) weiter bis zum Eintritt oder bis zur Versetzung in den Ruhestand.

Auch Regierungssprecher Steffen Seibert hatte sich ein solches Recht vertraglich zusichern lassen. Der damals 50-Jährige übernahm den Posten 2010 von Ulrich Wilhelm. Kritiker trauten ihm nicht zu, nach einer Karriere beim ZDF Sender im politischen Berlin schnell genug Fuß fassen zu können. Und auch Seiberts langjährige Stellvertreterin Christiane Wirtz ließ ihren Vertrag beim früheren Arbeitgeber Deutschlandradio ruhen.

dpa

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Alle Kommentare

  1. Der Staatsfunk und seine Gefälligkeitsgutachten.
    Im Zweifel klärt das in einem Rechtsstaat immer noch ein Gericht und nicht irgendein überversorgter Möchtegern, der die Taschen so vollgestopft hat, wie die Backen mit regelmäßigen, sinnleeren Äußerungen bzw. ein bezahlter Gutachtenschreiber, womöglich noch aus der gleichen Anstalt.

  2. Dieser Gesetzestext ist die falsche Grundlage. Er regelt die Verhältnisse für Beamte, für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Das ZDF ist aber kein öffentlicher Dienst. Und seine Mitarbeiter sind auch keine Beamten. Warum wird dann immer wieder dieser Text zitiert?

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