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Peter Wohlleben über sein neues Magazin: “Versuche die Dinge so emotional wie möglich zu erklären”

Bestseller-Autor und Förster Peter Wohlleben
Bestseller-Autor und Förster Peter Wohlleben ©Gruner+Jahr

Das Verlagshaus Gruner + Jahr bringt mit Wohllebens Welt ein weiteres Personality-Magazin an den Start – diesmal mit dem Fokus auf Natur. Chefreporter ist der Förster und erfolgreiche Bestseller-Autor Peter Wohlleben. Mit seinen Büchern (u.a. "Das geheime Leben der Bäume") begeisterte er Millionen. Wie schafft es der Mann, seine Faszination für die Natur einem Laien-Publikum so gut zu vermitteln?

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Peter Wohlleben hat etwas, wonach jeder Mensch mit Mission strebt: Wenn er spricht, hören ihm die Leute zu. Selbst wenn es um etwas geht, worüber sich die meisten wohl noch nie Gedanken gemacht haben. Über das Seelenleben der Bäume zum Beispiel. Oder darüber, wie eine Wiese klingt.

Das riecht nach Esoterik. Doch es funktioniert. Millionen Menschen kaufen Wohllebens Bücher, in denen er mal über Bäume, mal über Tiere sinniert, und deren Ausführungen in der Sachbuchwelt ganz neu waren. Seine Schriften werden in bis zu 40 Sprachen übersetzt. Allein sein Buch „Das geheime Leben der Bäume“ verkaufte sich etwa 700.000 Mal. Nun geht der gelernte Förster einen Schritt weiter: Seine Naturliebe verpackt er künftig als Chefreporter in einem Magazin. Wohllebens Welt nennt sich das, verlegt von Gruner + Jahr. Das Heft profitiert wie die Bestseller vor allem von einem: seiner Person.

Vermenschlichung der Natur

Wohlleben weiß, wie er die Inhalte vermitteln muss, damit sie gehört werden. Schlichte Forderungen nach mehr Naturschutz reichen ihm nicht. Seine Botschaften vermittelt Wohlleben auf eine Weise, die jeder versteht. Er erzählt, dass Bäume Schmerz empfinden. Er schreibt, wie sie miteinander kommunizieren. Er nutzt Wörter wie Baumeltern und Baumkinder. Er vergleicht die Evolution mit Betriebssystemen. Kurzum: Er vermenschlicht die Natur konsequent, sodass selbst eingefleischte Städter etwas von der Natur verstehen.

Wohlleben selbst hört das nicht so gerne. Für ihn steckt dahinter keine Strategie. Er sieht sich stattdessen als Übersetzer einer Wissenschaft, der die Erkenntnisse der Wissenschaft mit eigener Erfahrung verbindet. “Ich versuche die Dinge so einfach und emotional wie möglich zu erklären”, erzählt er im Gespräch. Gelernt habe er das in seinen Waldführungen, die er seit 30 Jahren gibt. Manche reisen gar viele Kilometer weit in die Eifel, um sich von ihm den Wald erklären zu lassen oder sich mit ihm am Lagerfeuer über die Natur zu unterhalten. “Das Live-Publikum ist ein harter Sparringspartner”, gibt Wohlleben zu. “Man lernt dadurch Sachen so auszudrücken, dass sie nicht den Kopf erreichen, sondern das Herz.”

Wenn er das erzählt, merkt man seine langjährige Faszination. Man merkt, dass Wohlleben Botschaften vermitteln will, die er selbst vertritt. Und diese Botschaften so elegant verpacken kann, dass sie nicht nach Esoterik klingen. Es geht darum, den Menschen die Natur näher zu bringen. Und den Schutz der Natur in den Vordergrund zu stellen.

Vom Förster zum Autor

Schon im Alter von sechs Jahren hat Wohlleben seine Liebe zur Natur entdeckt. Er hielt Spinnen in Gläsern und Wasserschildkröten in einem riesigen Aquarium, wie er in der ersten Ausgabe seines neuen Magazins schreibt. Nach der Schule besuchte er ein Forststudium auf einer Fachhochschule, ehe er zunächst als konventioneller Förster auftrat. Später ließ er seine Forstgebiete zum Urwald werden. Die Waldführungen machten ihn zum Erklärer der Natur.

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Erst seine Frau war es, die Wohlleben überhaupt zum Schreiben gebracht hat: Weil es damals keine einfachen Sachbücher zum Thema gab, die nicht für Wissenschaftler geschrieben waren. Eine ungewohnte Situation für Wohlleben, der eigentlich viel lieber erzählt, als zu schreiben. Seine Passion in Schrift zu bringen, war für ihn aber das Beste, was passieren konnte. “Ich habe gemerkt, dass mir auch das Schreiben ganz gut liegt und ich selbst immer wieder etwas dabei lerne”, erzählt er.

Heute spricht er von einer glücklichen Zeit, wenn er daran zurückdenkt. Überhaupt sei er überrascht gewesen, welchen Erfolg seine Bücher hatten – auch von der internationalen Kritik wurden sie gelobt. Der Bedarf an Literatur über die Natur war groß. Beim Erfolg geholfen haben auch seine aufmerksamkeitsstarken TV-Auftritte, etwa jener bei Markus Lanz, bei dem sich ungeplant die Hälfte der Sendung allein um ihn gedreht hat. Reden konnte Wohlleben schon immer gut.

“Eigene Eindrücke und eigenes Erleben”

Die Menschen begeistert auch, wie Wohlleben die Natur sieht. Diese Sichtweise will das Magazin widerspiegeln – mit Wohlleben als Chefreporter statt allein als Magazin-Gesicht. Er selbst steuert eine Vielzahl an Geschichten bei, schlägt die Themen auch vor. Das sei ihm wichtig, erzählt er. Angebote anderer Verlage, auch internationaler, habe er zuvor abgelehnt.

“Das Schreiben für das Magazin ist anders als für die Bücher”, erzählt Wohlleben. “Es geht ganz viel um eigene Eindrücke und um eigenes Erleben”.

Das ist die Art, die sein Magazin, die Wohlleben auszeichnet. Unlängst hatte selbst die New York Times versucht, den bemerkenswerten Erfolg seiner Bücher zu erklären. Sie scheiterte. Bestseller lassen sich nicht immer in eine allgemein gültige Formel pressen. Ebenso wenig wie der Erfolg von Magazinen, die von Personen und deren Passion leben. Wohllebens Welt steht diese Bewährungsprobe nun bevor.

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Alle Kommentare

  1. “Versuche die Dinge so emotional wie möglich zu erklären”

    Ein weiterer “Gesinnungsjournalist” fernab jeglichen jounralistischem Standart,dem Objejektivität und Wahrheit mit ansage am Arsch vorbei geht.

    1. Vielleicht wird in dem Magazin ja endlich mal der Unterschied zwischen “Standard” und “Standarte” erklärt.

      Da wäre der Bedarf jedenfalls da, nicht nur bei Kindern.

  2. absolut genialer beitrag @ sorry

    Pilze nimmt man nicht, noch sollte man sie rauchen – vollkommen abgesehn von der Tatsache, dass es ausgerechnet ein Pilz sein soll, der zu den grössten Lebewesen der uns bekannten Welt zählen soll.

    beste Grüsse

  3. Da will man seinem zugegeben aufgeweckten 6 Jährigen, der sich für Natur interessiert, mal ein weiteres Naturbuch vorlesen und dann muss man ihm ständig erklären, dass er natürlich Recht hat und Gras tatsächlich nicht weint und Bäume sich natürlich nicht unterirdisch unterhalten.

    Aber es mag ja sein, dass die Zielgruppe tatsächlich drogengeschwängerte Alt-68er sind, die wahlweise im Hambacher Forst Bäume umarmen oder sich nackt an Weidezäune ketten, um den Wolf zu schützen
    oder Stadtjugendliche, die konsequent jeden Tag Schule geschwänzt haben, um gegen den Klimawandel zu protestieren oder im Biologieunterricht ausschließlich mit Dildos rumgespielt haben um ihre 150 Geschlechter zu finden;
    ganz zu schweigen von offenbar Pilze essenden Rezensenten im Dunstkreis von ARD, Zeit, SZ oder Spiegel, wobei sich diese Zielgruppe wieder mit den oben genannten decken dürfte.
    Aber immerhin würde das Lesen und Kaufen dieser Bücher bei diesen Menschen sicher nur Gutes bewirken, im Gegensatz zu deren sonstigem Zeitvertreib.
    Also sei es drum.
    Meinem Erstklässler brauch ich damit aber nicht mehr kommen.

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