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Nächste Datenpanne bei Facebook: Kontaktdaten von 1,5 Mio. Nutzern ungefragt hochgeladen

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© Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Das Social Network kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Facebook lud in den vergangenen drei Jahren ohne Erlaubnis die Kontaktdaten von bis zu 1,5 Millionen neuen Nutzern auf seine Server. Der Fehler sei nach einer Änderung am Anmelde-Verfahren im vergangenen Monat entdeckt worden, wie das Unternehmen am Donnerstag bestätigte.

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Konkret handelte es sich um die Adressdaten aus Postfächern jener Nutzer, die bei der Registrierung eines Facebook-Accounts dem Unternehmen Zugriff auf ihr Postfach gegeben hatten. Der Haken: Die Nutzer wurden von Facebook nicht um Erlaubnis gefragt, dass diese Daten von anderen Personen, die mitunter gar nicht auf Facebook angemeldet sind, auf die Unternehmensserver hochgeladen werden dürfen.

Die Daten seien mit niemandem geteilt worden und würden gelöscht. Der Fehler sei behoben und betroffenen Nutzer würden informiert. Facebook waren in den vergangenen Jahren mehrere Datenschutz-Pannen unterlaufen. Unter anderem hatten mehrere Millionen Nutzer ihre Beiträge möglicherweise ungewollt mit der ganzen Welt geteilt statt nur mit Freunden.

Keine zwei Wochen seit dem letzten Datenskandal vergangen

Über den neuen Fehler hatte zunächst Business Insider berichtet. Die Kontaktdaten wurden in einigen Fällen bei der Bestätigung der E-Mail-Adresse eines neuen Nutzers durch Eingabe des Passworts hochgeladen. Facebook hatte die Möglichkeit, auf diese Weise das E-Mail-Konto zu bestätigen, jüngst nach Kritik von Datenschutz-Experten abgeschafft.

Der letzte Facebook-Datenskandal liegt noch keine zwei Wochen zurück: Anfang April wurde bekannt, dass Firmen ungeschützt Accountnamen und Kommentare speicherten. Facebook betonte in einer ersten Reaktion, dass es für App-Entwickler verboten sei, Daten aus der Plattform des Online-Netzwerks ungeschützt zu speichern. Man habe nach einem Hinweis mit Amazon daran gearbeitet, die Datenbank vom Netz zu nehmen und wolle weiter mit Entwicklern am Datenschutz arbeiten.

Der Vorfall unterstreicht zugleich das Problem, dass Facebook keine direkte Kontrolle darüber hat, was mit den Daten passiert, die von App-Partnern auf der Plattform erhoben werden. Insbesondere nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica wurden die Forderungen laut, dass Facebook auch in diesen Fällen mehr für den Schutz seiner Nutzer unternehmen müsse.

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Datenskandal um Cambridge Analytica machte den Anfang

Im Fall Cambridge Analytica hatte der Entwickler einer App einige Informationen von Millionen Facebook-Nutzern an die Datenanalyse-Firma weitergegeben. Facebook betont zwar, er habe damit gegen die Regeln verstoßen – das Online-Netzwerk bekam die Weitergabe aber zunächst einmal gar nicht mit. Für den Eklat sorgte dann insbesondere, dass Facebook seit Ende 2016 davon wusste, aber sich mit der Zusicherung zufrieden gab, dass die Daten gelöscht worden seien, und die betroffenen Nutzer nicht informierte.

Facebook hatte nach dem Cambridge-Analytica-Skandal eine Überprüfung des Umgangs mit Daten bei zehntausenden Apps auf der Plattform eingeleitet und mehrere hundert davon provisorisch gesperrt.

mit Material der dpa

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