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Auf dem Weg zum “gesunden Netzwerk”: Wie Twitter-Chef Dorsey Hass bekämpfen und das Social Network umkrempeln will

Twitter-CEO Jack Dorsey
Twitter-CEO Jack Dorsey

Twitter kämpft gegen Hasstweets. Wie der Kurznachrichtendienst am Dienstag mitteilte, identifiziert das Netzwerk inzwischen fast 40 Prozent der gelöschten Tweets mit Algorithmen. Vor einem Jahr verließ sich Twitter allein auf seine User. In Zukunft stehen dem Dienst aber noch größere Änderungen bevor, wie Twitter-Chef Dorsey am Dienstag ankündigte.

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Um Hasstweets zu erkennen setzt das Unternehmen Algorithmen ein, die verdächtige Texte identifizieren sollen. Auch Facebook scannt die Posts in seinem Netzwerk mit solchen Algorithmen ab – ist damit aber noch deutlich erfolgreicher. Während Twitter weltweit 38 Prozent der insgesamt gelöschten Tweets durch Algorithmen identifiziert, schafft es Facebook eigenen Angaben zufolge bei über 50 Prozent.

Beinhaltet ein Post Gewalt oder grafische Inhalte, die nicht den Netzwerkregeln entsprechen, erkennt das System bei Facebook sogar 97 Prozent der Einträge. Bei Mobbing und Belästigung liegt die Rate allerdings bei lediglich 14 Prozent.

Deutliche Steigerung bei erkannten Verstößen

Dennoch scheint Twitter seine Bemühung in diesem Bereich zumindest verstärkt zu haben. Vor einem Jahr verließ sich das Netzwerk allein auf die Nutzer – meldeten diese einen Tweet, wurde er überprüft. Von sich aus machte sich das Twitter-Team damals nicht auf die Suche nach verletzenden Inhalten.

Das Netzwerk sieht sich trotz dieser Bemühungen immer wieder Kritik ausgesetzt. Erst Anfang April sorgte auf Twitter eine “#AbschiebeChallenge” der rechtsradikalen Partei NPD für Aufsehen. Politiker und Anhänger ließen sich unter dem entsprechenden Hashtag mit einem Blatt Papier fotografieren, auf dem der Name einer Person zu lesen ist, die sie gern abschieben würden. Trotz zahlreicher Meldungen entfernte Twitter viele Posts nicht. Unter #TwitterDuldetNazis machen die Nutzer ihrem Unmut Luft.

Auch ein Video des Attentats von Christchurch im März auf eine Moschee entfernte das Netzwerk erst, nachdem es von zahlreichen Nutzern gemeldet worden war.

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Twitter-Chef Dorsey: Es bedarf “großer Veränderungen”

Unterdessen machte sich Twitter-Chef Jack Dorsey bei einem Gespräch im Rahmen der TED-Talks in Kanada Gedanken darüber, wie der Dienst in Zukunft aussehen könnte. Der CEO gestand ein, dass sich sein Netzwerk in keiner guten Situation befände: Hass und Fake-News würden die Attraktivität von Twitter mindern.

Eine Maßnahme dagegen sei etwa, Likes und Follower-Zahlen ihre Wichtigkeit zu nehmen. “Likes und Follower zahlen nicht auf unser oberstes Anliegen ein: nämlich eine ausgewogene Teilnahme am Netzwerk zu erzielen”, erklärte Dorsey im Gespräch mit den TED-Talkern Chris Anderson and Whitney Pennington Rodgers wörtlich. Beides würde Nutzer dazu motivieren, zu stark zugespitzte oder falsche Behauptungen zu posten. Wichtiger sei aber, verschiedene Perspektiven und Meinungen zum Ausdruck bringen zu können.

Dorsey stellt sich zum Beispiel ein Netzwerk vor, bei dem die Nutzer nicht anderen Usern, sondern Trends, Communitys oder Hashtags folgen. Dies würde eine grundlegende Änderungen des Konzepts von Twitter bedeuten. Dass Nutzer dadurch weniger Zeit in dem Netzwerk verbringen, sei laut Dorsey “in Ordnung”. “Man sollte Twitter mit dem Gefühl verlassen, etwas gelernt zu haben”, befand der CEO. Diese Änderungen werden aber viel Zeit in Anspruch nehmen.

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