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Gutachten zum Rückkehrrecht beauftragt: ZDF will Ex-DFB-Präsident Grindel nicht als Journalisten zurücknehmen

Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel
Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel ©Foto: imago/Jan Huebner

Wird es ein journalistisches Comeback des Ex-DFB-Chef Reinhard Grindel beim ZDF geben? Der Sender hat ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, um das mögliche Rückkehrrecht zu klären. Dies berichtete SpiegelOnline am Mittwochabend. Demnach habe sich ZDF-Chef Thomas Bellut intern bereits zum Fall geäußert.

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Das ZDF hat in der Causa Grindel ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie Spiegel Online (SpOn) berichtet. Ein Sprecher des Senders bestätigte dies dem Nachrichtenmagazin auf Anfrage. Das Gutachten soll juristische Fragen hinsichtlich des Rückkehrrechts des Ex-DFB-Präsidenten klären.

Der Sender räumt ihm nicht aufgrund seines früheren Arbeitsvertrages die Möglichkeit einer Rückkehr ein. Allerdings regelt das Abgeordnetengesetz eine Rückkehr. Grindel war von 2002 bis 2016 Mitglied im Deutschen Bundestag. Das gilt, obwohl der 57-Jährige im Anschluss an sein Bundestagsmandat zum DFB wechselte. Konkret heißt es im Gesetzestext:

Stellt der Beamte nicht binnen drei Monaten seit der Beendigung der Mitgliedschaft im Bundestag einen Antrag nach Absatz 1, so ruhen die in dem Dienstverhältnis begründeten Rechte und Pflichten (§ 5 Abs. 1) weiter bis zum Eintritt oder bis zur Versetzung in den Ruhestand.

Das bedeutet: Solange Grindel sich nicht konkret dagegen entscheidet und einen Antrag stellt, besteht sein Rückkehrrecht bis zur Versetzung in den Ruhestand. Bei der öffentlich-rechtlichen Anstalt war Grindel von 1992 bis 1997 zunächst als Redakteur im ZDF-Studio Bonn beschäftigt, von 1997 bis September 1999 dann als Leiter des ZDF-Landesstudios Berlin. Von Oktober 1999 bis Dezember 2002 war er Leiter des ZDF-Studios Brüssel, seit Januar 2003 ist er dem ZDF zufolge freigestellt. Denn: Mitglied im Deutschen Bundestag war Grindel ab 2002 – bis er im April 2016 den Posten als DFB-Präsident übernahm.

“Ob er sich selbst einen Gefallen damit tun würde, muss er beurteilen”
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Grindel jedenfalls, so berichtet es SpOn, scheint sich das nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident vorstellen zu können. Er soll bei ZDF-Intendant Thomas Bellut in der Sache vorgesprochen haben. Dieser habe intern bereits klar gemacht, dass er eine Rückkehr des 57-Jährigen auf dessen alten Posten ablehne. “Eine journalistische Tätigkeit des Ex-DFB-Chefs komme für ihn nicht infrage. Es sei unvorstellbar, dass Grindel für das ZDF etwa Sport oder Politik kommentiere”, heißt es in dem Bericht. Entschieden habe er über die Frage jedoch noch nicht.

Ähnlich hatte bereits Hendrik Zörner, Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands, argumentiert (MEEDIA berichtete). Es sei war Grindels gutes Recht, in seinen ursprünglichen Beruf zurückzukehren. Dass er das dürfe, sei im Grunde eine Selbstverständlichkeit. “Ob er sich selbst einen Gefallen damit tun würde, muss er beurteilen”, sagte Zörner. Denn Glaubwürdigkeit sei im Journalismus ein hohes Gut. Grindel sei durch seine Tätigkeit als DFB-Präsident ausgesprochen bekannt und habe nach den Berichten über die Hintergründe seines Rücktritts ein bestimmtes Image. Es sei damit zu rechnen, dass viele Zuschauer seine künftige Arbeit als Journalist damit in Verbindung bringen würden.

Laut dem ZDF-Sprecher werde das Ergebnis des Gutachtens für die nächsten Tage erwartet und dann eine Entscheidung getroffen.

tb

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Alle Kommentare

  1. Uff, das wäre ein herber Schlag für Herrn Grindel. So gehen ihm sehr lukrative Rentenansprüche verloren. Vergessen wollen wir auch nicht sein sicherlich entsprechend hohes Gehalt beim ZDF. Er könnte beim ZDF gleich in ein Dienstfahrzeug von Audi wechseln. Dann noch die Rabatte bei Versicherungen und anderen mehr. Dessen wäre er verlustig …

    Vielleicht sollte er zunächst bei Horst Lichter und “Bares für Rares” vorsprechen und die 6000 € Uhr verscherbeln, sofern Antiquität. Das gibt Luft in jeder Hinsicht.

    Oder das nächste Jobcenter besuchen und einen Antrag stellen. Er wäre nicht der erste Antragsteller aus dem Bereich des DFB.

    Oder er wird Vize-Präsident vom Bund Deutscher Radfahrer. Zusammen mit Scharping würde er ein tolles Gespann abgeben. Er könnte dort die Doping-Regeln reformieren oder besser gesagt, die dortigen Regeln denen vom DFB anpassen.

  2. Nicht zur Sache, aber zur Überschrift, denn das unsinnige “Beauftragen” von irgendetwas, das gar nicht in der Lage ist, einen Auftrag anzunehmen/auszuführen, greift immer mehr um sich. Ein Gutachten kann man allenfalls in Auftrag geben; beauftragen kann man z. B. einen Gutachter…

  3. bei der heute Sendung die Tabelle der Bundesliga vorlesen ist nicht unbedingt eine journalistische Tätigkeit.

    1. “…ist nicht unbedingt eine journalistische Tätigkeit.”
      Aber sie wird so gewertet und wird laut Info (auch auf meedia.de) ziemlich gut bezahlt.
      Un sie ist -wie gesehen- unter Umständen das Sprungbrett zu noch besseren Einkommensquellen.
      Auf jeden Fall steigert sie die Pensionsansprüche…

  4. Eine Geschlechtsumwandlung, ein Outing, ein Übertritt zum Islam….. und man würde ihn mit Kusshand nehmen.

  5. Ich dachte mir immer…, als ARD oder ZDF- Journalist & Berichterstatter & Kommentator braucht man ein sehr gutes Gedächtnis…

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