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Axel Springer klagt schon wieder gegen AdBlocker-Firma Eyeo – diesmal geht es ums Urheberrecht

Axel Springer klagt gegen Eyeo
Axel Springer klagt gegen Eyeo

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im juristischen Streit zwischen Axel Springer und Eyeo zugunsten der AdBlocker-Firma entschieden. Nun hat das Medienunternehmen erneut eine Klage eingereicht und verweist nun auf das Urheberrecht. Dieses würde durch eine unzulässige Umarbeitung verletzt.

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Axel Springer sucht erneut die juristische Auseinandersetzung mit Eyeo. “Internet-Werbeblocker verursachen den deutschen Verlagen jährlich Schäden in Millionenhöhe und gefährden damit die Refinanzierung von professionellem Journalismus im Internet”, erläutert der Verlag dazu in einer Mitteilung. Man habe festgestellt, dass Werbeblocker durch eine unzulässige Umarbeitung bzw. Vervielfältigung der Webseitenprogrammierung das Urheberrecht der Medienangebote verletzten.

Beim Landgericht Hamburg hat das Unternehmen eine entsprechende Klage eingereicht.

“Werbeblocker verändern die Programmiercodes von Webseiten”

“Werbeblocker verändern die Programmiercodes von Webseiten und greifen damit direkt in das rechtlich geschützte Angebot von Verlagen ein”, erklärt Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht bei Axel Springer. Er sagt: “Dadurch beschädigen sie langfristig nicht nur eine zentrale Finanzierungsgrundlage von digitalem Journalismus, sondern gefährden auf Dauer auch den offenen Zugang zu meinungsbildenden Informationen im Internet. Das werden wir nicht hinnehmen.”

Der BGH hatte bereits im April 2018 in einem Rechtsstreit zwischen Axel Springer und Eyeo entschieden, damals zugunsten der Kölner Firma. Der Anbieter des Werbeblockers Adblock Plus betreibt keinen unlauteren Wettbewerb und auch keine rechtswidrige aggressive Geschäftspraxis, hieß es damals im Urteil. Axel Springer hatte argumentiert, sein Geschäftsmodell sei durch das Unterdrücken von Werbung auf seinen Internetseiten gefährdet.

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Nur wenige journalistische Angebote im Internet könnten Geld über Bezahlschranken einnehmen, Werbung sei daher existenziell. Eine Eyeo-Anwältin hielt dagegen, der Verlag steigere seine Erlöse im Digitalen trotz der Verbreitung von Adblockern jährlich im zweistelligen Prozentbereich (MEEDIA berichtete).

Schon damals hatte ein Sprecher des Medienkonzerns angekündigt: “Werbeblocking ist auch unter urheberrechtlichen Gesichtspunkten rechtswidrig.” Man habe im Laufe des Verfahrens festgestellt, dass Adblock Plus den Code verändert, der den Websites zugrunde liegt. “Das ist ein Verstoß gegen geltendes Urheberrecht, den wir ebenfalls gerichtlich überprüfen lassen werden.”

tb

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Alle Kommentare

  1. Solange sie uBlock origin, nano Adblocker, nano Defender und noch ein Dutzend andere Zauberwässerchen inklusive der Anti AdblockBlocker, Tampermonkey, Greasemonkey, userscripte und UserAgent Switcher nicht verboten bekommen, können sie klagen bis der Henker kommt.

    Sie werden sich noch wünschen, nur mit AdBlock plus – die lahme Ente unter den Werbeblockern – zu tun gehabt haben.

  2. Die “zentrale Finanzierungsgrundlage von digitalem Journalismus” bleibt unberührt, lediglich das kostengünstig administrierte Programmatic / Automated Advertising ist gefährdet. Wer seine Anzeigen wie im Printgeschäft selbst einwirbt und ohne Adserver platziert hat auch keine Probleme mit Abblockern. Zurück zum arbeitsintensiven (und daher bei Verlagen, Mediaagenturen und Native-Advertising-Anbietern unbeliebten) klassischen Anzeigengeschäft, schon ist die “Refinanzierung von professionellem Journalismus im Internet” ohne Adblocker-Abstriche möglich.

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