Partner von:
Anzeige

Gute Idee: Der Guardian kennzeichnet Social-Media-Inhalt ab sofort mit Jahreszahl und Quellenangabe

Der Guardian kennzeichnet Artikel auf Social Media mit Jahreszahl und Quellenangabe
Der Guardian kennzeichnet Artikel auf Social Media mit Jahreszahl und Quellenangabe ©Screenshot: theguardian.com

Das Phänomen, dass Nutzer ältere Artikel oder Grafiken im Social Web teilen und teilweise für aktuell halten, ist nicht neu. Der britische Guardian rückt der Problematik nun mit Maßnahmen zu Leibe, die das Alter von Inhalten prominent hervorheben. Der Guardian will damit verhindern, dass manche Inhalte stets wieder aufs Neue viral gehen und sich Erregungsspiralen auf diese Weise immer weiter fortsetzen.

Anzeige

Ein Beispiel, das die britische Zeitung nennt, ist ein Artikel über Pferdefleisch in Supermarkt-Fertigmahlzeiten. Der Text stammt vom Februar 2013 und würde jedes Jahr im Februar eine Renaissance in Social Media erleben. Ein anderes Beispiel nennt Nick Dastoor vom Guardian Audience Team gegenüber der Columbia Journalism Review: Er stellte im März dieses Jahr ungewöhnlich hohen Traffic auf einer älteren Story über einen Anschlag auf eine christliche Kirche in Pakistan fest. Unter dem Artikel häuften sich Kommentare, aus denen ersichtlich wurde, dass viele den Text gar nicht gelesen hatten und/oder dass vielen Nutzern nicht bewusst war, dass es sich um einen alten Text handelt.

Erregungsspiralen werden auf diese Weise wieder und wieder reproduziert. Beim Guardian wurde zunächst versucht, das Problem dadurch zu lösen, dass die Datumsstempel an den Artikeln deutlicher hervorgehoben wurden. Dies hatte aber kaum einen Effekt, eben weil zahlreiche Nutzer Texte offenbar teilen und kommentieren, ohne sie zu lesen, bzw. überhaupt auf den Link zu klicken. Der Guardian stellte außerdem fest, dass einige Facebook-Seiten alte Artikel teilen und dabei sogar so tun, als handle es sich um aktuelle Inhalte.

Um diese Effekte und Praktiken zu unterbinden, machen die Briten nun zwei Dinge:

  1. Ältere Artikel bekommen einen auffällig gestalteten Hinweis, etwa: “This article is more than 3 years old” gelb unterlegt ganz oben auf der Seite.
  2. Bilder und Grafiken, die via Social Media verbreitet werden erhalten groß und deutlich die Jahreszahl der Erstveröffentlichung und das Logo des Guardian. Auf diese Weise können selbst Leute, die nicht auf den Artikel klicken sofort sehen aus welchem Jahr und aus welcher Queller er stammt.
  3. Anzeige

Der Guardian schreibt zu den Maßnahmen:

It’s not possible to control every action on every platform in the digital world but we believe these steps will make it increasingly difficult for bad actors to use our journalism to the wrong ends and will help everyday readers get clear context around our articles, regardless of when it was published.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia